Was für ein Spiel haben wir denn hier? Offiziell laut Homepage handelt es sich um „explorative side-scrolling 2D action“ für ein bis drei Spielende. Ergo ist Lost Epic ein Met-roidvania mit Multiplayer-Anteil. Aber es soll auch „souls-like“ sein. Also ganz viel Atmo-sphäre durch düstere und komplexe Welten mit einer Story, die in Häppchen präsentiert viel Luft (und Lust) zum Selberdeuten bietet? Ich gebe zu, das ist meine persönliche Deutung von „souls-like“. Eine andere basiert auf vielfältiger Charakterentwicklung und bein-hartem Schwierigkeitsgrad. Wahrscheinlich geht all das genannte in die richtige Richtung. Genau wie Lost Epic.
Darkvania? Metroidsouls? Oder was?
Lost Epic spielt im Reich Sanctum, in dem sich ein Machtwechsel vollzogen hat. Der alte Gott wurde abgelöst und sechs neue Götter haben seinen Platz eingenommen. Eine Gruppe von Rittern stellt sich den Sechs nun entgegen. Und ihr spielt einen dieser Ritter bzw. eine Ritterin auf dem Weg, die neuen Götter von ihren Thronen zu stoßen. Dabei habt ihr aus zahlreichen Modellen die Qual der Wahl, was den Look eures Charakters angeht.
Hier zeigt sich schon eine der Stärken des Spiels, die Crafting-Möglichkeiten: Diese ziehen sich durch den gesamten Titel und ihr könnt nach Herzenslust eure durch das Besiegen von Gegnern gewonnene Anima, die Währung des Spiels, dazu verwenden, Waffen zu entwicklen und upzugraden, euren Charakter zu verschönern und euch selbst die benötigten Gegenstände herzustellen. Und all die Waffen und Gegenstände werdet ihr bei eurem Kampf gegen die Schergen der Götter brauchen, denn darum geht es hier ja schließlich.
Der Schwierigkeitsgrad lässt sich dabei übrigens für jedes Gebiet anpassen, ein echt nettes Feature. An dieser Stelle zeigt sich sehr gut, dass euch Lost Epic ganz souls-untypisch auch gerne an die Hand nimmt, wenn ihr wollt. Das Spiel ist insgesamt sehr zugänglich und wer keine Lust auf Crafting hat, der muss das auch nicht tun. Ihr könnt eure Anima auch einfach zum Aufleveln und zum Freischalten neuer Skills verwenden, wenn euch nur danach ist. Oder euch über den integrierten Koop-Multiplayer einfach bis zu zwei weitere Spielende als Unterstützung holen.
Einfach zu schön
All das ist in einem sehr schönen bunten Anime-Comic-Stil gehalten, der mit aufwendigem Charakter- und Weltdesign glänzt. Allerdings steht das Design in starkem Kontrast zur düsteren Geschichte und zur schweren Stimmung, die diese zu vermitteln versucht. Mir persönlich könnte das Spiel daher deutlich dunkler oder besser düsterer sein. Irgendwie drängt sich mir das Bild eines Dark Souls oder Blasphemous auf, das sich an Cosplay versucht, aber gut jeder wie er oder sie will.
Fazit
Schönes Ding! Lost Epic macht großen Spaß, ist schnell zugänglich, und bietet über das umfangreiche Crafting genug Möglichkeiten zum Austoben. Koop-Multiplayer gibt’s auch, einwandfrei. Kritik? Vielleicht gefällt der visuelle Stil nicht jedem, aber das ist ja absolut Geschmackssache.
Erhältlich für: PlayStation, Steam
Website: one-or-eight.co.jp/lostepic/en-us