First Down – Gameplay
Kommen wir ohne lange Umschweife zum Kern des Geschehens: Denn wer diesen Test liest, interessiert sich hoffentlich für American Football und braucht keine großartigen Einführungsworte. Damit jeder Spieler auf seine Kosten kommt, bietet „Madden NFL 19“ weiterhin drei verschiedene Spielvarianten: Arcade, Simulation und Competitive.
Im Arcade-Modus steht das Spektakel im Vordergrund, doch auch hier haben erfahrenere Spieler Vorteile durch perfektes Timing beim Drücken spezieller Tastenkombinationen und Strategieänderungen. Schnelle, spannende Spielzüge und herausragende Catches bestimmen hier dennoch das Spielgeschehen, sodass mit hohen Punktzahlen zu rechnen ist – Für Einsteiger kann ich diese Option nur empfehlen!
Der Simulation-Modus bringt das Spielgeschehen hautnah an die Realität heran. Diese Spielvariante enthält die richtigen Spieler- und Team-Werte und darüber hinaus die echten NFL-Regeln. Strafen, Verletzungen und andere zufälligen Ereignisse eines typischen Spieltags können und werden auftreten. Entscheidungen bezüglich des Kaders und der Spielstrategie entscheiden hier über Sieg oder Niederlage. Aber es geht noch härter …
Zu guter Letzt bietet der Competitive-Modus die wahre Herausforderung für die Madden-Elite. Hier finden Strafen, Verletzungen und andere zufällige Ereignisse selten bis gar nicht statt. Dafür ist hier die Fähigkeit der Spieler am Controller besonders gefragt. Hinzu kommt, dass sich der Schwierigkeitsgrad ebenfalls anpassen lässt. Vom Anfänger, dem sog. Rookie über Pro, All-Pro hinzu All-Madden, ist für jeden etwas dabei. EA hat seine Hausaufgaben also bestens gemacht.
1st & Goal – Game Engine
Die Zeit der Ignite Engine scheint endgültig vorbei zu sein, denn auch „Madden NFL 19“ wurde mit der neusten Auflage frostig. EA setzt wie bereits beim Vorgänger auf die Frostbite Engine III – und das mit Erfolg. Grafisch ließ sich nicht allzu viel machen, doch die Spielerbewegungen sind noch natürlicher und der gesamte Spielablauf dadurch noch faszinierender.
Besonders beim Laufspiel lassen sich in der Regel Running- oder Quarter-Back noch feiner Steuern und haben beim richtigen Bedienen der Sticks einige coole Moves drauf, um die Defense dumm dastehen zu lassen.
Touchdown – Spielmodi
Dem Spieler steht wie immer eine Reihe an verschiedenen Spielmodi zur Verfügung. Offline lässt sich ein einfaches Match – ob alleine oder im Mehrspielermodus – spielen oder im Franchise-Modus eine Karriere beginnen. Hier steht der Spieler wiederum vor der Wahl, ob er Spieler, Coach oder Owner eines Teams sein möchte. Die reguläre Spielvariante ist hier der Simulation-Modus.
In den Saisonspielen erhält man zusätzlich die Möglichkeit nur die Offense, nur die Defense oder das gesamte Match zu spielen. Abseits vom Platz erweist es sich jedoch, besonders für Anfänger, als besonders schwierig, das gesamte Team zu managen, da hier die Vielfalt der Madden-Spiele besonders zum Ausdruck kommt. Unter anderem kann man jeden Spieler eines Teams (und das sind wie wir wissen eine ganze Menge Sportler) individuell fördern.
Dabei stehen besondere Trainingsübungen und Challenges während der Saison zur Verfügung, welche den Spielern extra Erfahrungspunkte einbringen. Online bietet „Madden NFL 19“ mit Ultimate Team (MUT) die Möglichkeit einen eigenen Kader aufzubauen und gegen Spieler weltweit anzutreten. Aber auch hier seien Anfänger gewarnt, dass hier mit der Spielvariante Competitive gespielt wird. Doch wenn man das erst einmal drauf hat, ist jede Menge Spaß garantiert!
Neu hingegen ist die Möglichkeit, dass ihr nun auch im MUT offline Spiele absolvieren könnt, um Münzen zu ergattern. Der Wermutstropfen hierbei: Ohne echtes Geld zu investieren, ist es wie auch in den anderen Sportsimulationen fast unmöglich unter den Besten oben mitzuspielen. Der Aufstieg des E-Sports macht sich auch hier bemerkbar – Devise: Pay to win. Schade drum …
Extra-Point - Story-Modus
Einen Bonus-Punkt vergibt EA in diesem Jahr leider! Die Geschichte des „Longshot“- Gewinners Devin Wade und seines besten Freundes Colt Cruise geht in die zweite Runde. Beide leben an verschiedenen Orten, sodass zwei Geschichten erzählt werden - so weit, so gut! Doch Colts private Geschichte ähnelt doch sehr der aus den FIFA-Games bekannten Story von Alex Rider.
Scheinbar mangelt es EA an kreativen Köpfen im Bereich „Storytelling“. Dazu kommt, dass man gefühlt über die Hälfte der Zeit einen Film zu schauen scheint, denn an echter Spielzeit mangelt es dem sowieso schon kurz geratenen Story-Modus erheblich. Hier wäre mehr drin gewesen. Wobei: Ich bin ganz froh, dass es diesen Story-Modus überhaupt gibt. Hoffentlich wird dieser in der kommenden Saison noch ausgebaut.
Abpfiff – Fazit
Alles in allem bietet „Madden NFL 19“ alles, was American Football zu bieten hat. In das wohl facettenreichste Sportsgame einzusteigen, ist für Spiel-Rookies vermutlich nicht die leichteste Aufgabe, jedoch lohnt es sich auf jeden Fall – Internetvideos, die die Regeln erklären, können sehr hilfreich sein!
Die verschiedenen Spielvarianten sollten zunächst im Freien Spiel erkundet werden, bevor man sich in den Kampf gegen andere Spieler stürzt. Hat man das Spielprinzip jedoch erst einmal verstanden, bietet „Madden NFL 19“ jedem Football Fan genau das, was er an diesem taktisch geprägten, aber dennoch spektakulären Sport so liebt – Alternativen sind nicht in Sicht.
Erhältlich für: Xbox One, PS4, PC
Website: easports.com/de/madden-nfl