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Mafia Definitive Edition

Ein Spiel, das ihr nicht ablehnen könnt – ein Traum von einem Remake.

Ich bin immer noch ganz begeistert von meinem Ausflug mit der Familie – also nicht meiner echten Familie, sondern der digitalen Sippschaft aus „Mafia“. Was Hangar 13 und 2K hier auf die Beine gestellt hat, ist das Musterbeispiel für ein Remake. Das schon mal gleich als Vorwort, ohne zu viel vom Fazit zu spoilern. Vielleicht ist eins vorab noch wichtig: Ich habe das Original nie gespielt. Ein guter Kumpel von mir hat es jedoch „gelebt“ und stand mir mit Rat und Tat (und offenem Mund) zur Seite.

Alte, neue Welt

Sehr gespannt bin ich in die Definitive Edition von „Mafia“ gestartet: Allein die Intro-Sequenz hat mich gelinde gesagt von den Socken gehauen. Ist das hier ein Remaster oder ein Remake? Grafisch sieht das Ganze nämlich sehr modern aus und ich hätte nie einen Pfifferling darauf verwettet, dass das Original schon 18 Jahre auf dem Buckel hat. Allein dafür verbeuge ich mich zutiefst. Endlich habe ich auch mal die Chance, in die Geschichte um Tommy und dem spannenden Kampf zweier Familien einzutauchen.

Ohne zu viel von der eigentlichen Story zu verraten – denn die halte ich auch für eine große Stärke des Spiels –, bekommt ihr hier Unterhaltung wie aus einem Martin Scorsese Film. Äußerst gelungen! Spielerisch bewegt sich „Mafia“ ganz grob auf Spuren eines Open-World-Titels wie „GTA“ oder „Watch Dogs“ – aber eben zur Zeit der großen Prohibition in einem fiktiven, an New York angelehntem Städtchen.

Doch Vorsicht: Der Begriff Open-World ist vielleicht etwas irreführend. Erwartet hier keine umfangreichen Nebenmissionen oder etliche Zwischenbeschäftigungen neben der eigentlichen Story – ihr folgt meist strikt den einzelnen Missionsabschnitten. Manchmal dürft ihr euch auch etwas frei durch die Gegend bewegen, aber viel zu entdecken gibt es nicht außerhalb der eigentlichen Missionen – und genau das liebe ich an „Mafia“ auch, da bin ich ehrlich.

Denn bei anderen Open-World-Titeln habe ich mich viel zu oft in Nebenaktivitäten verzettelt. Meist endete das in Frustration und dem vorzeitigen Beenden des Spiels.

Packend und unterhaltsam

Bei „Mafia“ war ich von Anfang bis Ende mit Begeisterung dabei: Die Story, die abwechslungsreichen Missionen und die tolle Präsentation haben mich über die gesamte Strecke auf einem hohen Niveau unterhalten – großartig. Aber ein Remake besteht eben nicht nur aus einer grafischen Aufhübschung, das weiß auch 2K.

Und hier kommt mein guter Kumpel zum Einsatz: Josh hat mich darauf hingewiesen, dass die einzelnen Aufträge sehr liebevoll umgestaltet wurden. Ich gebe euch mal ein paar Bespiele, ohne euch zu viel über die Geschichte zu verraten. Gleich in der ersten Mission müsst ihr mit dem Taxi durch die Stadt rasen und Verfolger abschütteln.

Was in der Definitiven Edition recht rasant herüberkommt, war im Original ein ganz netter Anfang, ohne große Höhen. Nun aber fahrt ihr nicht nur stupide einen Weg ab, sondern müsst auch Baustellen anvisieren, durch die sich Gegner abschütteln lassen – alles spektakulär in Szene gesetzt. Auch die Steuerung des Vehikels ist komplett überarbeitet.

Aus meiner Sicht habe ich null Probleme mit der Navigation – das war anscheinend vor 18 Jahren etwas anders. Gefürchtet war bei Josh das Autorennen, das ziemlich hart zu bewältigen war. An dieser Stellschraube hat Hangar 13 ordentlich gedreht, so dass ihr keine Frustmomente in dieser Hinsicht haben werdet.

Die Schere an der richtigen Stelle

Ein anderes Beispiel zeigt ebenfalls, dass bei der Entwicklung von „Mafia Definitive Edition“ viel mitgedacht wurde. Ebenfalls noch ganz zu Beginn der Geschichte müsst ihr ein paar Passagiere im Taxe hin und her chauffieren.

Hattet ihr im Original noch ungefähr 15 bis 20 Minuten damit zu tun, wurde dieser Abschnitt über die Hälfte gekürzt. Atmosphärisch geht aber rein gar nichts flöten. Auch nett: manche Missionen wurden aufgepeppt, indem nun Feinde auftauchen, die es im Original nicht gab. Kurz gesagt: Ihr hab nun deutlich mehr Action und ausgewogenere Missionen als im Original.

Fazit

Aber was soll ich noch weiter über „Mafia“ erzählen? Ich will, dass ihr das Spiel selbst erlebt! Denn das hier ist ganz großes Kino (zum wirklich kleinen Preis). Ihr habt ein Musterbeispiel von einem tollen, packenden Open-World-Spiel vor euch, das mit sehr viel Liebe in die heutige Zeit transportiert wurde. So macht es auch rein gar nichts, dass euch streng genommen nicht viel Neues erwartet.

Für mich war alles jedenfalls alles neu. Und wenn ihr schon mit dieser Version liebäugelt, dann legt noch ein bisschen mehr Geld drauf und holt euch gleich die Trilogie nach Hause. Damit seid ihr für dieses Jahr bestens beschäftigt. Vielen Dank, 2K und Hangar 13!

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC
Website: hangar13games.com/news/mafia-trilogy-announced