Beim ersten Blick auf die Screenshots zu Make Way, dachte ich an einen Micro Machines Klon. Doch Ice Beam hat sich den Kopf zerbrochen und das Genre mit einer coolen Idee kombiniert. Und das macht so viel Spaß, dass ich überrascht war, warum niemand das vorher ausprobiert hat. Aber seht selbst.
Alter Bekannter?
Was meine Vermutung mit Micro Machines anging, lag ich bei Make Way gar nicht so falsch. Denn auch hier steuert ihr eure Autos aus erhobener Iso-Perspektive über rasante Strecken und versucht, euch nebenher zu blockieren oder abzudrängen. Dabei kann ich nicht sagen, ob es sich hier wirklich um Mini-Autos handelt oder ganz normale Boliden. Denn die Umgebung ist so abstrakt, dass es schwerfällt. Und grafisch sind wir hier in der Kategorie “niedlich” angelangt. Der komplette Fokus liegt bei Make Way auf der Strecke – und das passt für mich.
Ihr rast also immer zu viert auf einem Parcours durch die Gegend bzw auf recht eng gestalteten Strecken-Abschnitten. Ein Schubser reicht meist aus, um euch oder eure Gegner aus der Spur zu bringen. Die Steuerung ist sehr griffig und schnell gelernt, wenn ihr schon vorher mal einen Fun Racer gespielt habt. Wenn ihr etwas mehr Action auf der Strecke wollt, dann könnt ihr auch Items aktivieren. Das erinnert dann an Spiele wie Mario Kart und Co. Auf diese Art haut ihr euch mit einem Hammer aufs Dach, hinterlasst ölige Pfützen oder ballert Raketen durch die Gegend. Kennt man, macht aber dennoch Spaß. Doch es gibt noch einen Twist.
Gut umgesetzt
Kennt ihr zufällig die beiden Spiele Can't Drive This oder Ultimate Chicken Horse? Genau aus diesen beiden Titeln zieht Make Way seine Inspiration. Lasst mich kurz erklären. Wenn ihr ein Rennen startet, muss jeder zunächst ein Fahrzeug wählen. Danach geht es aber nicht direkt los, sondern ihr landet im Bau-Modus. Hier bietet euch Make Way sechs bis acht verschiedene Streckenabschnitte an, von denen ihr einen auswählen dürft. Aber überlegt nicht zu lange. Die anderen Spieler:innen können euch die Teile vor der Nase wegschnappen. Am Ende steht aber jeder mit einem Streckenabschnitt da.
Diese Abschnitte flanscht ihr dann an den Start der Rennstrecke. Auch hier gilt, wer zuerst klickt, wird seinen Abschnitt auch zuerst los. Hat jeder seinen Rennabschnitt an die Strecke geklebt, geht das Rennen los. Im Baumodus wird dabei automatisch darauf geachtet, dass die Streckenstücke korrekt aneinandergereiht sind. Ihr fahrt also immer von A nach B in einem Rennen. Durch dieses Zufallselement entstehen die lustigsten Rennstrecken. Und damit ist der Spaß noch nicht vorbei.
Schnell und chaotisch
Wenn ihr dann auf dieser noch recht kurzen Strecke gegeneinander antretet, geht es um zwei Dinge: Erster werden und nicht von der Strecke fallen. Beides sichert euch wertvolle Punkte am Ende. Habt ihr die erste Runde beendet, geht die nächste Runde los. Doch zuvor bekommt wieder jeder Mitspieler oder jede Mitspielerin einen neuen Streckenabschnitt in die Hand. Damit verlängert ihr die Ursprungsstrecke um weitere interessante Abschnitte. Und so geht es Runde für Runde weiter – bis jemand 3000 oder eine vordefinierte Punktzahl erreicht hat.
Wie gesagt: Das Konzept ist am Ende zwar sehr simpel, aber dennoch sehr unterhaltsam. Besonders bei Sessions mit euren Freund:innen – entweder lokal oder online – kommt hier sehr viel Spaß auf. Die Rennen sind kurzweilig und mit einer ordentlichen Prise Chaos gewürzt.
Mehr Bauteile, mehr Spaß
Als Motivation bietet euch Make Way ein Fortschrittssystem: Durch gefahrene Rennen erhaltet ihr Erfahrungspunkte. Mit diesen schaltet ihr neue Autos und Streckenabschnitte frei. Damit werden die Rennen noch bunter durchmischt. Loopings oder wilde Sprünge sorgen eben für mehr Spaß.
Grafisch hat sich Make Way bewusst für einen bunten Comic-Look entschieden – was ich persönlich als gute Lösung ansehe. Das Budget würde eh nicht mehr hergeben und verbessern würde es das Spiel auch nicht sonderlich. Wie gesagt: Passt für mich. Und damit sind wir schon am Ende des Tests.
Fazit
Make Way ist eine kleine Spiele-Perle, die mich sehr überrascht hat. Die Mischung aus Fun Racer samt Building-Abschnitten funktioniert hervorragend. Besonders als Party-Spielchen hat man dadurch immer neue Strecken und Herausforderungen vor sich. Hier regiert der Zufall und auch das Chaos – was ich liebe. So ist immerhin auch für eine gewisse Balance gesorgt, wenn Spieler:innen mit ihrem Können etwas auseinanderliegen. Wenn ihr auf Rennspiele mit Party-Fokus steht, ist Make Way ab sofort Pflicht-Programm.
Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch
Website: ukgamesfund.com/funded-project/make-way