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Manairons

Kleine Wesen, große Ideen.

Manairons ist eines dieser Spiele, die euch mit seiner Eigenart, Charme und einer sehr bewussten Handschrift packen wollen. Das 3D-Action-Platformer-Abenteuer von JanduSoft und 3Cat setzt auf katalanische Folklore, was schon mal spannend ist, weil ich das sonst wenig kenne aus anderen Spielen. Das Spiel versetzt euch in ein Pyrenäen-Setting zwischen Dorfidylle und rauchender Industrialisierung und schickt euch als kleines Wesen namens Nai los, um ein magisches Artefakt zurückzuholen und das Chaos in Vilamont zu beenden.

Schon dieser Ansatz hebt Manairons angenehm von der Masse ab. Statt generischer Fantasy oder austauschbarer Hüpfspiel-Kulissen bekommt ihr hier eine Welt, die auf regionalen Legenden basiert und daraus eine märchenhafte, manchmal leicht schräge, aber fast immer sympathische Abenteuerbühne baut.

Zwischen Märchen und Maschinen

Am stärksten ist Manairons immer dann, wenn es seine eigene Welt einfach machen lässt. Die Mischung aus kleinen magischen Kreaturen, verwinkelten Schauplätzen, übergroß wirkenden Umgebungen und dem Kontrast aus Natur, Dorfleben und Fabrikmotiven verleiht dem Spiel ein Profil, das man in diesem Genre nicht alle Tage sieht.

Auch optisch funktioniert das gut. Die farbenfrohe, stilisierte Präsentation wirkt zwar eher wie eine charmante Indie-Produktion als wie ein technisches Vorzeigeprojekt. Aber genau diese leicht verspielte, folkloristische Anmutung passt hervorragend zum Ton des Spiels. Hinzu kommt eine Soundkulisse, die die märchenhafte Grundstimmung sauber trägt und die Flöten-Mechanik nicht nur spielerisch, sondern auch atmosphärisch verankert.

Flöte, Rätsel, Plattforming

Spielerisch setzt Manairons auf eine Mischung aus Erkundung, Sprungeinlagen, kleinen Kämpfen und musikalisch geprägten Rätseln. Nai nutzt seine Flöte nicht nur als Werkzeug im Kampf, sondern auch, um andere Manairons zu beeinflussen oder Umgebungsrätsel zu lösen, was dem Spiel eine angenehm eigene Note gibt.

Gerade diese Melodien sind die beste Idee des Spiels. Wenn ein Abschnitt funktioniert, entsteht ein schöner Flow aus Beobachten, Ausprobieren, Herumklettern und dem Gefühl, sich durch eine kleine, lebendige Spielwelt zu tüfteln, statt bloß die nächste Plattform abzuarbeiten. Die Bosskämpfe sorgen zusätzlich für etwas Abwechslung, auch wenn sie eher das Grundkonzept variieren als echte spielerische Höhepunkte zu liefern.

Wo es noch hakt

Ganz rund läuft das Abenteuer allerdings nicht. Kamera und Präzision arbeiten in kniffligeren Passagen gelegentlich gegen euch und einige Rätsel gleiten unnötig in Trial-and-Error ab, wenn das Spiel seine Lösungen nicht klar genug kommuniziert.

Auch das Kampfsystem bleibt eher funktional als mitreißend. Die Flöte ist als zentrale Idee charmant, doch in Gefechten wirkt Manairons simplifizierter und weniger ausgearbeitet als in seinen Puzzle- und Erkundungsmomenten, weshalb das Spiel spielerisch nicht immer mit seiner fantasievollen Welt mithalten kann.

Fazit

Manairons ist ein liebevoll gemachtes, eigenständiges kleines Action-Platformer-Märchen, das vor allem durch Setting, kulturelle Verankerung und seine musikalischen Einfälle punktet. Wenn ihr Spiele mögt, die nicht geschniegelt und perfekt sein müssen, dafür aber Persönlichkeit besitzen, dann findet ihr hier ein sympathisches Abenteuer mit Herz und ein paar wirklich hübschen Ideen.

Zum ganz großen Genre-Wurf reicht es nicht, weil Technik, Kamera und Kampf nicht konstant auf demselben Niveau arbeiten wie Welt, Atmosphäre und Grundidee. Trotzdem ist Manairons genau die Art von Spiel, die man gern ein Stück weit für ihre Ecken und Kanten mitträgt, weil unter der rauen Oberfläche ein ehrlich charmantes, ungewöhnliches Abenteuer steckt.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch 
Webseite: jandusoft.com/manairons