Wenn ich an Spielzeugrennautos denke, kommt mir eine Marke schnell in den Sinn – Carrera. In meiner Kindheit hatte einige meiner männlichen Schulfreunde eine Carrera-Bahn. Und es war immer ein riesiger Spaß dort unsere Rennen zu fahren. Die Marke gibt es heute noch – und hat inzwischen deutlich mehr zu bieten als noch vor 30 Jahren. Denn pünktlich zum neuen Super Mario Film bringt Carrera eine eigene Reihe von ferngesteuerten Rennautos auf den Markt - und ich durfte eins davon testen.
Grüner Flitzer mit Stich
Ihr könnt euch vielleicht meine Vorfreude vorstellen, als ich die Chance bekam den Yoshi Bumble V Racer von Carrera auszuprobieren. Die erste Überraschung: Das Rennauto war deutlich größer, als ich vermutet hätte. Mit seiner Länge von 25,5 cm im Maßstab 1:18 macht dieses Kart schon was daher. Außerdem gefällt mir das Design ziemlich gut. Anstelle eines einfachen Rennkarts, wie man es vorzugsweise aus den Mario-Kart-Spielen kennt, sitzt Yoshi in einer schickeren Version davon. Das Gefährt ist optisch an eine Biene angelehnt samt Flügelchen und einem Stachel an der Front.
Mich überzeugen noch weitere kleine Details: Yoshi sitzt fest in seinem Fahrersitz und hat die Hände am Steuer. Allerdings kann er sich nach links oder rechts neigen, wenn er in die Kurve geht. Das sieht schon sehr knuffig aus. Zudem ist die Verarbeitung des Karts wirklich gelungen: Das bunte Plastik macht einen sehr soliden und hochwertigen Eindruck. Außerdem sorgt der Stachel an der Front dafür, dass ein Aufprall besser abgefedert wird.
Wendiges Kerlchen
Kommen wir zum Fahrverhalten: Mit dem beiliegenden Controller habt ihr Yoshi gut im Griff – allerdings erfordert die Steuerung ein wenig Übung. Zum einen hat das Kart durch seine Länge einen etwas größeren Wenderadius, zum anderen beschleunigt Yoshi ziemlich schnell. Wenn ihr geschickt seid, könnt ihr den Bumble V Racer mit einer ruckartigen Bewegung zu einer 180-Grad-Wende auf der Stelle zwingen.
Ich muss schon sagen, dass der Bolide ganz schön flink unterwegs ist – solange ihr euch in eurer Wohnung befindet. Denn für den Einsatz draußen ist der Bumble V Racer nicht gemacht. Sand, Steine oder Gras verkraftet Yoshi nicht sonderlich lange. Tut euch also selbst einen Gefallen und nutzt ihn nur innerhalb eurer vier Wände.
Nerviger Boxenstopp
So toll Yoshi auch durch die Wohnung rast, so nervig ist das Aufladen des mitgelieferten Akkus. Dass überhaupt ein Akku dabei ist, zähle ich mal als Bonuspunkt. Allerdings ist die Art und Weise, wie ihr das Teil in und aus dem Kart holen müsst, echt abenteuerlich. Schuld daran sind zwei Faktoren: Um das Fach am Bauch des Flitzers zu öffnen, braucht ihr immer einen Schraubenzieher. Okay, man könnte die Schraube auch einfach komplett entfernen und nur auf den Verschluss vertrauen, der die Klappe festhält. Doch für die nächste Herausforderung habe ich noch keine Lösung gefunden.
Den Akku selbst müsst ihr euch als Batteriepack vorstellen, aus dem zwei Kabel heraushängen. Die beiden Kabel laufen in einem Mini-Plastik-Stecker zusammen. An dem Plastikstecker befinden sich seitlich kleine Widerhaken, damit der Stecker fest in der Buchse sitzen bleibt. So weit, so gut. Nur hat sich wohl niemand darüber Gedanken gemacht, wie man diesen Mini-Stecker wieder leicht aus dem Akkufach unter dem Rennauto herausgelöst bekommt. Euch erwartet eine nervenaufreibende Fummelei.
Fummeln erwünscht
Habt ihr den Akku dann erfolgreich aus dem Fach entfernt, könnt ihr ihn durch den mitgelieferten Adapter an der Steckdose aufladen. Hier wird es zwar auch etwas fummelig, aber längst nicht so nervig wie im Akkufach selbst. Das Dumme an der Geschichte: Spätestens nach 20 Minuten Fahrt braucht Yoshi wieder einen Boxenstopp an der Ladestation. Hier hätte sich Carrera eine einfachere Methode zum Aufladen aussuchen müssen. Denn so wird die Laune ziemlich getrübt.
Meinen Kindern macht das wiederum nichts aus, da Papa fürs Aufladen zuständig ist. Sie sausen mit dem Bumble V Racer durch die Gegend und haben ihren Spaß dabei. Denn was die Performance und das Fahrgefühl angeht, kann Yoshi auf ganzer Linie überzeugen. Übrigens gibt es den Bumble V Racer auch mit Mario oder Luigi am Steuer. Wer die Bienenoptik nicht mag, kann auch ein normales Kart als Basis nehmen – ebenfalls mit Mario oder Yoshi als Fahrer.
Fazit
Der Yoshi Bumble V Racer konnte allein durch seine Optik mein Herz erobern. Auch die Performance in der eigenen Wohnung überzeugte mich und meine Kids auf ganzer Linie – auch wenn es anfangs etwas Übung braucht. Und ja, ihr solltet den Einsatz strikt auf die eigenen vier Wände beschränken, wenn ihr länger Spaß mit Yoshi haben wollt. Für Außenfahrten ist der niedliche Bumble V Racer nicht geeignet. Größtes Manko ist der fummelige Akku, der nur mit Mühe aus dem Fach zu entfernen ist. Und da das Aufladen öfters nötig ist, wird dies oft zur Geduldsprobe. Wer damit leben kann, bekommt von Carrera ein hochwertiges Rennauto mit toller Lizenzverwertung.
Website: carrera-toys.com/product/370181065-24ghz-mario-karttm-bumble-v-yoshi