Ich kann kaum noch zählen, wie viele japanische Rollenspiele ich bereits über den Bildschirm hab flimmern sehen. Jedenfalls laufen die meisten davon nach der gleichen Formel ab: Monster bekämpfen, stärker werden und noch mehr Monster bekämpfen. Odencat hat in seinem Spiel das Prinzip etwas umgekehrt. Meg’s Monster ist eine unterhaltsame Pixel-Perle, die euch die Welt aus einem anderen Winkel präsentiert. Schaut unbedingt mal rein.
Verkehrte Welt
Die Geschichte dreht sich um Underworld, ein Land, in dem Monster leben. Als Mensch hat man es dort eigentlich ziemlich schwer zu überleben, da man schnell zum Frühstück verspeist wird. In genau dieses Land verschlägt es die kleine Meg auf mysteriöse Weise. Das blonde Mädchen hat allerdings wenig Angst und will eigentlich nur zu ihrer Mutter. Auf der Suche nach Mama stolpert sie über zwei Monster, Roy und Golan.
Weil Golan gleicht versucht, das Mädchen zu verspeisen, fängt die Kleine an zu heulen – und das hat verheerende Folgen. Der Himmel verdunkelt sich, die Monster fühlen Schmerzen an ihrem gesamten Körper und das Ende scheint zu nahen. Schnell können sie die Kleine beruhigen. Irgendwie kann Meg durch ihre Tränen die Apokalypse herbei beschwören. Das macht den beiden Monstern Angst. Bevor sie weglaufen können, hängt sich Meg an den Kraftprotz Roy, den sie scheinbar sehr mag. Von nun an bilden die beiden ein eher unfreiwilliges Team.
Nur nicht zur Heulsuse werden
Ziel von Meg’s Monster ist es, die kleine Meg sicher aus der Monsterwelt zu navigieren. Dabei soll sie möglichst nicht anfangen zu weinen – denn das wäre das Ende. Auf ihrer Reise treffen Meg und Roy dabei immer wieder auf andere Monster, die der Kleinen schaden wollen. Allerdings ist Roy ein ziemlicher Fels in der Brandung und unmöglich zu besiegen. Seine Lebenspunkte würden selbst dem dicksten Boss Respekt einflößen.
Sobald es zum rundenbasierten Kampf á la Pokémon kommt, steht der Sieger eigentlich schon fest. Es gibt nur einen kleinen Haken: Auch wenn ihr Freund Roy unbesiegbar ist, verträgt die kleine Meg es nicht ihn leiden zu sehen. Mit jedem Schlag, den Roy kassiert, wird sie trauriger. Sinkt die Trauergrenze auf ein Minimum, fängt Meg an zu weinen. Und wir wissen inzwischen, wie das endet.
Spielzeit
Als Spieler:in müsst ihr daher immer versuchen, Meg bei Laune zu halten. Kämpfe solltet ihr schnell absolvieren, um die Kleine nicht zu verängstigen. Außerdem müsst ihr in der Monsterwelt immer wieder die Augen aufhalten, um neue Spielsachen für Meg zur Ablenkung zu finden. Das sind alles ziemlich interessante Ideen, die dem Genre frischen Wind verschaffen.
Spielerisch habt ihr hier also eine Mischung aus klassischen JRPGs und einem pixeligen Adventure. Denn zwischen den Kämpfen wird viel geredet und die Story vorangetrieben. Der Pixel-Look steht Meg’s Monster dabei äußerst gut. Die Animationen und das gesamte Setting verströmt einen nostalgischen Charme, dem ich mich kaum entziehen kann. Auch der Humor trifft da genau meinen Geschmack.
Fazit
Meg’s Monster ist eine gelungene Pixel-Erfrischung zum etwas eingefahrenen JRPG-Genre. Die Idee, dass ihr hier ein Mädchen beschützen müsst und im Kampf unbesiegbar seid, bringt fri-schen Wind ins Geschehen – auch wenn es den Spielablauf nicht komplett umkrempelt. Dennoch vermischt sich hier ein neuer Ansatz mit einer ordentlichen Prise Humor. Für Fans von rundenbasierten JRPGs wie Pokémon und Co. definitiv ein kleiner Geheimtipp.
Erhältlich für: PC, Xbox, Switch
Website: odencat.com/bakemono/en.html