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Metal Gear Solid Delta Snake Eater

Endlich wieder schleichen wie früher …

Wieder so ein besonderes Spiel. Eines, das mich zurückversetzt in die frühen 2000er, als mein Leben und das der Gaming-Welt noch komplett anders waren. Damals fieberte ich auf den Nachfolger des, wie ich finde, starken zweiten Teil der Metal Gear Solid-Saga, Sons of Liberty, hin und wurde mit Snake Eater nicht enttäuscht. Und hier ist es nun, über 20 Jahre später, das Remake des 2004er-Klassikers. Hierbei zielt Konami offensichtlich darauf ab, den legendären Titel mit moderner Technik wieder aufleben zu lassen. Die Story und das Gameplay wurden kaum angetastet. Eine Entscheidung, die mich etwas zwiegespalten zurücklässt.

Zeitreise die Erste

Die erste Zeitreise machte Snake Eater bereits 2004, als es uns Spieler in die Zeit der Anfänge von Big Boss, dem „Vater“ der Protagonisten der eigentlichen Metal Gear-Reihe zurückversetzte. Wir schreiben die 1960er-Jahre, und die Welt atmet nach dem Ende der Kuba-Krise gerade durch, denn die UDSSR haben dann doch keine Nuklearraketen auf Kuba stationiert. Aber warum taten sie das nicht? Konami erzählt uns dazu die Geschich-te, dass die UDSSR im Gegenzug für die Umkehr der Kriegsschiffe die Rückgabe eines genialen Wissenschaftler durch die USA forderten. Und genau dieses Genie der Waffenforschung sollen wir in Gestalt von Naked Snake in einer inoffiziellen Mission aus den Tiefen der Sowjetunion wieder retten. Das glauben wir zumindest. Aber das müsst ihr dann schon selbst herausfinden.

Gemäß der Hintergrundgeschichte kriechen, schleichen und kämpfen wir uns durch Wälder, Dschungel und Labore, Fabriken und eine wunderschöne Blumenwiese. Dabei macht Metal Gear Solid Delta Snake Eater das, was die Metal Gear Serie schon immer gemacht hat, es nimmt die Technik der damaligen Zeit und ergänzt sie durch einige teils futuristische technische Neuerungen. Das fand ich persönlich schon immer sehr spannend, und es ist auch bei Snake Eater sehr schön und vor allem detailreich ausgestaltet.

Zeitreise die Zweite

A propos detailreich. Das Spiel trieft gerade so von Hintergrundgeschichte. Und die wird besonders in den Zwischensequenzen, sei es durch Videos oder Gespräche per Funk ausgiebig erzählt. So wird eine unfassbar dichte Atmosphäre erzeugt, die ihresgleichen sucht. Allerdings müsst ihr euch darauf einlassen und Zeit mitbringen, viel Zeit. Das hier ist kein Dark Souls, das ihr fast ohne Story durchspielen könnt, wenn ihr wollt. Bei Snake Eater versteckt sich keine Story in den Beschreibungen von Gegenständen und Waffen, sondern das Spiel führt euch gnadenlos durch seine Geschichte. Was war das so toll im Jahre 2004. Für mich eine weitere Zeitreise. Habe und nehme ich mir heute die Zeit dafür? Diese Frage müsst ihr für euch selbst beantworten.

Nach außen kaum gealtert

Visuell ist das Spiel ein absolutes Highlight. Regen, Matsch und Narben auf Snakes Outfit und Haut wirken erstaunlich realistisch. Dazu kommt die wirklich tolle, sehr detailreiche Umgebung. Auch in den Zwischensequenzen ist der Detailgrad beeindruckend.

Sprachausgabe und der Sound wurden hingegen nur behutsam modernisiert, um die Atmosphäre des Originals nicht zu verfälschen. Auch die Synchronisierung an sich wurde nicht verändert, es sprechen die selben Sprecherinnen und Sprecher wie 2004. Somit hindert euch nichts daran, euch 20 Jahre zurück zu versetzen.

Nach innen dann doch

Die optische Frischzellenkur setzt sich leider nicht nach innen fort. Die Steuerung profitiert zwar von modernen Komfortfeatures, z. B. besserem Zielen, schnellerem Waffenwechsel und optimierter Kameraführung. Die altbekannten Survival und Stealth Mechaniken bleiben erhalten. Allerdings sind es eben doch alte Mechaniken. Gerade das Navigieren durch die Menüs wirkt ungewollt anachronistisch.

Am Ende ist Metal Gear Solid Delta Snake Eater eben doch ein altes Spiel, welches „nur“ aufgehübscht wurde. Echte Innovationen à la Final Fantasy VII Remake fehlen leider. Ob das gut oder schlecht ist, das müsst ihr am Ende selbst entscheiden.

Fun Fact: auch die Kerotans und „Snake vs Monkey“ sind weiterhin am Start, schöner Fan-Service. Das gilt auch für weitere kleine Details wie die Abfrage ganz zu Beginn des Spiels, welche Teile der Metal Gear Solid-Reihe denn so mag. Und ganz nach der heutigen Belohnungskultur auch in Spielen profitiert ihr durch eure Antwort von unterschiedlichen Boni wie Uniformen und Gesichtsbemalungen.

Fazit

Metal Gear Solid Snake Eater feiert mit der Delta Version ein in vieler Hinsicht starkes Comeback, ohne Zweifel. Die Neuauflage des Kultspiels aus 2004 ist grafisch und atmosphärisch beeindruckend. Ein Fest für Nostalgiker. Aber ein eigenständiges Remake ist Metal Gear Solid Delta Snake Eater nicht. Es bleibt ein Werk, das sich der Vergangenheit verpflichtet fühlt – mit wenig Mut zur Veränderung, aber sehr viel Respekt für das Original.

Erhältlich für: PlayStation 5, XBox Series X/S, PC 
Website: konami.com/mg/mgs3r/eu/de