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Metro Awakening

Bereit für einen düsteren VR-Ausflug unter die Erde?

Mit Metro Awakening wagt sich die beliebte Endzeit-Reihe zum ersten Mal in die virtuelle Realität. Entwickelt von Vertigo Games, bekannt für Titel wie Arizona Sunshine, entführt das Spiel in eine postapokalyptische Welt voller Gefahren und Geheimnisse. Ich habe das Spiel auf der Meta Quest 3 getestet, um herauszufinden, ob es das immersive Erlebnis liefert, das Fans des Metro-Universums erwarten.

Ohne Vorwissen in den Horror

Die Handlung von Metro Awakening ist ein Prequel zur ursprünglichen Metro-Trilogie und erzählt die Geschichte von Serdar, einem Arzt, der in den klaustrophobischen Tunneln der Moskauer Metro nach seiner Frau und lebenswichtigen Medikamenten sucht. Die düstere Atmosphäre ist dabei allgegenwärtig: Verlassene Stationen, bedrückende Stille und die ständige Bedrohung durch Mutanten und Kultisten sorgen für ein intensives Spielerlebnis.

Besonders beeindruckend ist die Art und Weise, wie die Story erzählt wird. Die Kapitelstruktur (12 insgesamt) hält die Spannung aufrecht, während kleine Details wie Notizen oder Gespräche mit NPCs die Welt lebendig machen.

Allein bei meinen ersten Schritten durch die düstere Welt konnte ich nicht anders und blieb ab und an stehen, um Gesprächen zu lauschen. Einem frierenden Mann vor seiner brennenden Tonne klopfte ich sogar auf die Schulter. Es ist faszinierend, wie schnell sich euer Gehirn an diese Welt gewöhnt.

Teleport statt laufen

Eine Sache hätte ich fast vergessen: Bevor ihr ins Abenteuer startet, will das Spiel von euch wissen, wie ihr steuern wollt. Ich habe mich für die Komfort-Funktion entschieden, da diese doch eher meinem VR-Geschmack entspricht. Dabei teleportiert ihr euch von Ort zu Ort anstatt frei umher zu laufen. Sobald ich nämlich die freie Steuerung nutze, wird mir relativ schnell mulmig dabei. Aber das ist Gewöhnungssache, schätze ich.

Das Gameplay kombiniert klassische Shooter-Elemente mit Rätseln und Stealth-Mechaniken. Ihr werdet oft vor die Wahl gestellt: Schleiche ich mich an Gegnern vorbei oder gehe ich in den offenen Kampf? Eine kleine Lampe an eurer Armbanduhr zeigt an, ob ihr verborgen seid – ein simples, aber effektives System.

Fühlt sich richtig gut an

Das Waffen-Handling ist hervorragend umgesetzt: Jede Waffe fühlt sich anders an, und das Nachladen erfordert präzise Bewegungen, was die Immersion verstärkt. Besonders gelungen sind auch die Interaktionen mit der Umgebung. Ob ihr Holzbretter mit beiden Händen abreißt oder schwere Türen langsam aufschiebt – diese physikalischen Elemente tragen dazu bei, dass ihr euch wirklich wie ein Teil der Metro fühlt. Für mich war es zudem hilfreich, dass die Uhr im Spiel die tatsächliche Uhrzeit in der realen Welt anzeigt. So wusste ich immer, wie lange ich gerade gespielt habe.

Schön dreckig

Grafisch zeigt sich Metro Awakening auf der Meta Quest 3 von seiner besten Seite – zumindest im Rahmen dessen, was ein autarkes VR-Headset leisten kann. Die Linsen und LC-Displays der Quest 3 liefern ein scharfes Bild mit lebendigen Farben, auch wenn einige Texturen weniger detailliert wirken als auf leistungsstärkeren Plattformen wie der PSVR 2.

Der Einsatz von Application Spacewarp (eine Technik zur künstlichen Verdopplung der Bildrate) sorgt für flüssige Bewegungen bei 72 fps, bringt jedoch gelegentlich Artefakte mit sich. Mit dem Quest Games Optimizer lässt sich die Auflösung verbessern, was den Treppcheneffekt reduziert und das Gesamtbild klarer macht.

Die Steuerung auf der Quest 3 funktioniert präzise und intuitiv. Die Controller liegen gut in der Hand und bieten dank haptischem Feedback ein realistisches Gefühl bei Interaktionen. Allerdings zeigt sich hier auch eine Schwäche: Die Checkpoints sind teilweise zu weit auseinander platziert, was bei VR-Einsteigern Frust auslösen könnte – insbesondere in schwierigen Kämpfen oder bei wiederholtem Erkunden bereits besuchter Abschnitte. Ja, das hat mich oft genervt.

Himmlische Klänge

Die Soundkulisse ist ein weiteres Highlight von Metro Awakening. Der Soundtrack unterstreicht perfekt die beklemmende Atmosphäre, während Geräusche wie das Knarzen von Metall oder das entfernte Heulen eines Mutanten für Gänsehaut sorgen. Kopfhörer sind hier ein Muss, um vollständig in die Welt einzutauchen.

Schon bereits sehr beeindruckend empfand ich den Start in Kapitel 1, wenn ihr euch auf eurer Lore die Schienen entlang bewegt. Ein herrlicher Einstieg, bei dem die schöne Musik zur Geltung kommt.

Zu viel Strahlung abbekommen?

Trotz seiner Stärken hat das Spiel auch Schwächen. Das Leveldesign wird in späteren Kapiteln repetitiv, und einige Abschnitte wirken unnötig gestreckt. Auch die künstliche Intelligenz der Gegner lässt zu wünschen übrig: Menschliche Feinde verhalten sich oft vorhersehbar, während Mutanten meist aus berechenbaren Richtungen angreifen. Hier wäre noch etwas Potenzial nach oben möglich. Auf der anderen Seite muss ich sagen, dass ich mir dadurch etwas sicherer in den Tunneln unter Moskau vorkam.

Fazit

Metro Awakening ist ein beeindruckendes VR-Debüt für die Metro-Reihe und bietet eine immersive Erfahrung, die Fans des Genres begeistern wird. Die dichte Atmosphäre, das ausgefeilte Waffen-Handling und die gelungene Story machen das Spiel zu einem lohnenswerten Abenteuer – trotz kleinerer technischer Einschränkungen auf der Meta Quest 3. Wer bereit ist, über gelegentliche grafische Schwächen hinwegzusehen und sich auf das intensive Gameplay einzulassen, wird mit einer packenden Reise durch die Moskauer Metro belohnt. Für Fans von Survival-Horror und VR-Spielen eine klare Empfehlung!

Erhältlich für: Meta Quest, PSVR 2, Steam VR
Webseite: metroawakening.com