Wer Moby auf seinen letzten Alben „These Systems Are Failing“ (2016) und „More Songs About The Apocalypse“ (2017) hörte, der wurde von den Titeln gleich auf die richtige Fährte geführt. Da keifte der Electroclash, die Wut über die politischen Verhältnisse in den USA tropfte aus jeder Note. Jetzt hat es sich wieder ausgewütet und der New Yorker greift zu Stilmitteln zurück, die ihn einst einem großen Pop-Publikum bekannt machten. Es geht zurück zum Sound seines Albums „Play“ aus dem Jahr 1999. Auch damals folgte die Zartheit einem brachialen Werk wie „Animal Rights“ – History Repeating?
Für „Everything Was Beautiful, And Nothing Hurt“ setzt Moby auf das bewährte Erfolgsrezept, die Mischung aus getragenen Kompositionen und einnehmenden Gaststimmen. So sind auf „Everything Was Beautiful ...“ Raquel Rodriguez, Julie Mintz, Mindy Jones, Apollo Jane und Brie O’Bannon zu hören, die den Tracks des 52-Jährigen die nötige Crispyness verleihen. Er selbst singt, spielt Schlagzeug, Gitarre und Synthies und packt das Ganze unter seinen ästhetischen Leitplanken frisch zusammen. Fundament seiner Songs war und bleibt die Verzweiflung, diese nie abzulegende Sehnsucht und Melancholie. In den guten Momenten seiner Karriere führte das zu sehr schönen Pop-Songs. „Everything Was Beautiful, And Nothing Hurt“ fügt diesen guten Momenten einige hinzu.
ANSPIELTIPPS „The Sorrow Tree“, „A Dark Cloud Is Coming“ und „Mere Anarchy“ FAZIT Zurück zu den schönen Wurzeln.