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Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection

Monster zähmen statt zerlegen.

Wer beim Namen Monster Hunter reflexartig an Ausweichrollen, Großschwerter und hektische Bosskämpfe denkt, wird hier bewusst auf einen anderen Pfad geschickt: Stories 3 ist der dritte Teil der RPG-Spin-off-Reihe, erzählt eine neue Geschichte und lässt euch als Rider eine Bindung zu Monstern aufbauen, Eier sammeln und mit einem Team aus Monsties kämpfen.

Genau deshalb fühlt sich das Spiel für mich weniger wie ein kleiner Seitenarm der Hauptserie an, sondern eher wie Capcoms sehr eigene Antwort auf das Monster-Sammel-RPG – nur mit Rathalos statt Pikachu und mit deutlich mehr Monster-Hunter-DNA im Ausrüstungs- und Beutesystem.

Dass die Geschichte um verschiedene Königreiche und die Ausbreitung einer Finsternis zudem etwas reifer ausfällt als in den Vorgängern, hilft dem Spiel spürbar dabei, nicht bloß wie ein niedlicher Ableger zu wirken. Bereit für ein ganz besonderes Abenteuer?

Eine starke Geschichte

Gehen wir gleich mitten rein ins Geschehen. In der Rolle eines Riders sollt ihr in eurem Königreich dafür sorgen, dass es den Monsties gutgeht. Allerdings breitet sich eine Seuche aus, die Monater kristallisiert oder sie extrem aggressiv macht. Diesem Phänomen geht ihr im weiteren Verlauf des Spiels auf den Grund.

Allerdings seid ihr nicht irgendein Rider. Ihr seid der oder die Anführer:in der Truppe. Ja, ihr könnt bei Stories 3 euer Geschlecht aussuchen. Zudem seid ihr auch die Tochter oder der Sohn des Königs. Damit lastet einige Verantwortung auf euren Schultern.

Ohne von der Story zu viel vorwegzunehmen: Es geht nicht nur um diese kristalline Bedrohung, sondern auch um zersplitterte Familienbanden, Intrigen und einem getrennten Monster-Duo. Kurz gesagt: Ich fand das alles sehr spannend und hübsch präsentiert. Aber schauen wir uns mal an, wie sich Twisted Reflections überhaupt spielt.

Kämpfe und Monsties

Die größte Stärke von Stories 3 ist meiner Meinung nach das Kampfsystem: rundenbasiert, taktisch und deutlich tiefgründiger, als die bunte Optik zunächst vermuten lässt. Anfangs ist das Ganze noch etwas überwältigend, aber man kommt schnell rein.

Verschiedene Waffentypen, Angriffsmuster der Monster, Elementschwächen, Ausdauerverwaltung und die anpassbaren Fähigkeiten eurer Monsties sorgen dafür, dass Kämpfe nicht nur nach stumpfem Zahlenabtausch wirken, sondern nach echter Planung und Teamfeinarbeit.

Damit ihr es richtig einschätzen könnt: Wer von diesem Spiel schnelle Action erwartet, ist im falschen Stall gelandet, aber wer Freude an cleveren, systemreichen Rundenkämpfen hat, bekommt hier den bislang ausgereiftesten Stories-Teil.

Welt und Spielfluss

Abseits der Kämpfe lebt das Spiel stark von seiner Schleife aus Erkunden, Monsterhöhlen plündern, Eier finden, Ausrüstung bauen und die eigene Sammlung immer weiter verbessern. Auch nach einigen Stunden kommen weitere Mechaniken hinzu: Zum Beispiel gibt es neue Systeme wie Habitat Restoration, um die Welt und die Monsterzucht zusätzlich miteinander verzahnen.

Eins sag ich euch: Das klingt nicht nur auf dem Papier motivierend, sondern ist auch spielerisch diese gefährliche „nur noch eine Höhle“-Suchtspirale, die einen leicht viele Stunden kostet. Es macht einfach Spaß hier herumzulaufen und neue Monster zu entdecken und fürs Team zu sammeln.

Ganz ohne Haken ist das aber nicht. Wie gesagt ist der Einstieg teilweise überwältigend. Viele Puzzle-Teile fügen sich erst nach ein paar Kämpfen im Kopf zusammen. Fast ebenso typisch für ein Spiel dieses Genres: Gegen Ende taucht etwas Grinding auf und der Verzicht auf Multiplayer beziehungsweise Koop dürfte für manche Fans ein echter Minuspunkt sein dürfte. Aber das sind nur Kleinigkeiten, die das sonst großartige Spiel kaum trüben.

Fazit

Für mich ist Monster Hunter Stories 3 genau das richtige Spiel für alle, die schon immer mochten, wie die Monster in Capcoms Universum aussehen, sich aber statt Echtzeitstress lieber auf Sammeln, Aufziehen und taktisches Austricksen konzentrieren möchten.

Besonders stark finde ich dabei, dass das Spiel nicht bloß das bekannte „Monster fangen und kämpfen“-Prinzip kopiert, sondern es mit Ausrüstungsjagd, Monstie-Builds und stärkerer Weltverzahnung in eine eigenständigere Richtung schiebt.

Um es nochmal deutlich zu machen: Unterm Strich wäre das für mich deshalb kein Ersatz für die Hauptreihe, sondern ein sehr gelungenes Gegenstück zu ihr. Hier gibt es weniger Adrenalin, mehr Planung, mehr Bindung zu euren Begleitmonstern – und gerade deshalb eines der spannendsten Monster Hunter-Spin-offs überhaupt. Ich bin begeistert!

Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch 
Webseite: monsterhunter.com/stories3/de