Damit ihr gleich Bescheid wisst: Wenn ich Monster Trucks sehe, gehen in mir die kindlichen Instinkte durch. Dann will ich unbedingt sehen, wie diese riesigen Reifen über etwas drüber rauschen und Dinge unter sich zerquetschen. Ihr könnt euch also vorstellen, wie sehr ich mich über Monster Jam Steel Titans 2 gefreut habe. THQ Nordic hat mir da schon eine Freude gemacht – obwohl ich den ersten Teil etwas schwach auf der Brust fand.
Schöne, neue Welt
Teil 2 macht schon gleich zu Beginn eine Sache besser: Anstatt nur stupide Turniere abzugrasen – was ihr immer noch könnt – bietet euch Steel Titans 2 gleich mal eine Art halboffene Welt, in der ihr euch austoben könnt. Ohne große Vorworte bin ich mit meinem ersten Monster Truck durchs erste Areal geheizt und habe meine Stunts abgezogen.
Auf der Karte findet ihr dann hier und da einige Items zum Einsammeln. Mit diesen schaltet ihr neue Wagen frei. Durch die Tricks oder die Zerstörung, die ihr verursacht, sammelt ihr Punkte, die euer Gefährt verbessern. Insgesamt warten fünf große Areale auf euch, die ihr freischalten könnt. Um ein neues Gebiet zu öffnen, müsst ihr allerdings ein paar Aufgaben erledigen. Was genau das ist, war mir nicht immer klar.
Erst nach und nach ging mir ein Licht auf. Ihr solltet bestimmte Rennen gewinnen. Dann geht es weiter. Aber an vielen Stellen entdeckte ich Fragezeichen auf der Mini-Karte und wusste nicht, was ich zu tun habe. Auch hier kam die Erleuchtung zufällig: Nur bestimmte Monster Trucks haben hier einen Effekt und lösen ein Event aus. Welche Monster Trucks das nun genau sind, müsst ihr durch Ausprobieren herausfinden – was ich als sehr lästig empfand.
Abwechslung mit Schwächen
Davon ab sind die Gebiete, die ihr entdeckt, aber allesamt sehr schön designt: Vom grünen Wald- und Wiesenparadies geht es über die Schotterpiste bis ins dunkle Halloween-Areal – was mir persönlich etwas zu dunkel war. Aber das ist Geschmackssache. Insgesamt finde ich diesen Karriereansatz mit der halboffenen Welt einen sehr guten Schritt nach vorne.
Nur der Feinschliff in Sachen Abwechslung und Erklärungen sollte im nächsten Teil berücksichtig werden. Wie wäre es beispielsweise mit einem Hauch RPG? Optional aufzurüstende Bestandteile für einen Traum Monster Truck wären doch ein cooles Feature. Nur als Idee. Davon ab gibt es auch noch den recht nüchternen Karriere-Modus, den ihr in Arenen absolviert. Hier fahrt ihr euch von einem Rennen zum nächsten.
Auch wenn die einzelnen Disziplinen ganz okay sind, werden sie arg schnell zur Routine ohne sonderliche Abwechslung. Keine Frage: Spaß macht es, aber nicht nach dem x-ten Mal. Hier liegt wohl die größte Schwäche von Steel Titans 2. Grafisch spielt Monster Jam in der guten Mittelklasse. Gerade bei den Außenarealen wurde viel Feinschliff im Gegensatz zum Vorgänger betrieben. Persönlich empfand ich es als einen schönen Fortschritt und eine gute Marschroute, in die nachfolgende Teile ruhig weiterschreiten können.
Fazit
Insgesamt hatte ich mit Monster Jam Steel Titans 2 meinen Spaß, keine Frage. Doch je länger man hier spielt, desto mehr werden die Schwächen deutlich: An den dicken Monster Trucks ist doch weniger Fleisch als man denken könnte. Mir fehlt hier etwas die Langzeitmotivation. Dennoch empfand ich den Ansatz mit der geöffneten Welt einen riesigen Schritt in die richtige Richtung. Wenn man diese Welt jetzt nun noch besser füllen könnte mit abwechslungsreichen Inhalten, dann hat hier THQ Nordic ein heißes Eisen im Feuer. Stand jetzt ist Steel Titans noch ein etwas zahmes Kätzchen, das sich aber bald zum Tiger entwickeln könnte.
Erhältlich für: PS, Xbox, PC, Switch
Website: monsterjamgame.com/de