Unterhaltung Games

Monsters are Coming!

Die Stadt fährt weiter, die Monster leider auch.

Was macht man, wenn eine ganze Monsterhorde auf die letzte Stadt der Menschheit zurennt? Man baut Räder darunter und fährt los. Monsters are Coming! nimmt diese herrlich absurde Idee und macht daraus einen schnellen Mix aus Survivors-Spiel, Tower Defense und Roguelite.

Das funktioniert erstaunlich gut. Eine Runde dauert meist zwischen 20 und 35 Minuten, ist schnell gestartet und endet häufig mit dem Gedanken: „Okay, einmal probiere ich es noch mit einer besseren Turmkombination.“

Ein Held und eine Stadt auf Rädern

Eure Aufgabe klingt simpel: Ihr müsst das Rathaus eurer mobilen Stadt sicher zur Arche bringen. Dazwischen liegt allerdings eine lange Straße, viel dunkler Nebel und eine unfreundliche Menge an Kreaturen.

Ihr steuert einen kleinen Helden, der automatisch angreift. Das erinnert klar an Vampire Survivors. Ihr lauft durch die Gegnermassen, sammelt Erfahrungskristalle ein und sucht Holz, Stein sowie Gold. Gleichzeitig müsst ihr immer im Blick behalten, ob eure Stadt noch standhält. Denn sobald das Rathaus fällt, ist der Run vorbei.

Holz beschleunigt eure Verteidigungstürme. Stein repariert die beschädigte Stadt. Gold kauft zwischen den Abschnitten neue Gebäude und Verstärkungen. Dieses Dreieck aus Kämpfen, Sammeln und Bauen sorgt dafür, dass ihr nie völlig gedankenlos durch die Gegner laufen könnt.

Turmbau unter Zeitdruck

Beim Aufleveln eurer Stadt dürft ihr aus drei Gebäuden wählen. Das können direkte Verteidigungsanlagen sein, etwa Kanonen, Flammenwerfer, Ballisten oder beschwörende Türme, die Skelette auf die Gegner loslassen. Daneben gibt es Unterstützungsgebäude, die Schaden, Reichweite oder Feuerrate erhöhen. Auch Ressourcenbauten helfen euch, die nächste Phase zu überstehen.

Der wichtige Punkt: Die Platzierung zählt. Die Stadt wächst auf einem quadratischen Raster, und Gebäude müssen nicht zwingend direkt nebeneinanderliegen, sondern nur in einer Reihe verbunden sein. Dadurch könnt ihr gezielt Lücken schließen, Nahkampfzonen bauen oder starke Türme mit passenden Boni versorgen.

Das klingt nach viel Denkarbeit. In einer guten Runde fühlt es sich aber wunderbar intuitiv an. Ihr entdeckt eine Kombination, stapelt die richtigen Gebäude übereinander und plötzlich verdampft die Monsterhorde, bevor sie euer Rathaus überhaupt erreicht. In einer schlechten Runde merkt ihr dagegen sehr schnell, dass ein falscher Turm oder ein ungeschickter Bauplatz den ganzen Plan kaputtmachen kann.

Kurz, hektisch, überraschend clever

Das Spiel bleibt aktiv, aber es überfordert euch nicht dauerhaft. Bei Level-ups wird die Action pausiert, sodass ihr eure Auswahl und Platzierung ohne Stress planen könnt. Zusätzlich gibt es sichere Oasen, in denen ihr einkaufen, heilen und Ressourcen einsammeln dürft.

Diese Pausen tun dem Spielfluss gut. Sie verhindern, dass Monsters are Coming! in reines Dauerchaos kippt. Stattdessen entsteht eine gute Mischung aus schnellen Laufwegen, kurzen Entscheidungen und kleinen Verschnaufpausen.

Außerdem bieten verschiedene Rathäuser und Helden eigene Eigenschaften. Einige Stadtkerne spiegeln etwa Gebäude, andere verstärken angrenzende Effekte oder verändern den Grundaufbau. Dadurch fühlt sich ein neuer Run nicht einfach wie die Wiederholung des letzten an.

Wo sich die Monster festbeißen

Ganz perfekt ist die Sache nicht. Nach einigen Stunden kann sich die Schleife etwas wiederholen, weil sich Karten und Figuren zu ähnlich anfühlen. Auch die Balance im späteren Spiel kann frustrieren, wenn Gegnerwellen plötzlich deutlich stärker werden als die eigene Verteidigung.

Der Fortschritt außerhalb der Runs bleibt ebenfalls recht klassisch. Ihr verdient Kompasse und kauft damit kleine, zunehmend teure Statusverbesserungen. Das ist motivierend, aber nicht besonders originell. Ich hätte mir hier mehr ungewöhnliche Freischaltungen oder bessere Belohnungen für Herausforderungen gewünscht.

Fazit

Monsters are Coming! ist ein wunderbar kurzweiliger Genre-Mix. Das Spiel nimmt das automatische Kämpfen aus Survivors-Titeln, verbindet es mit echter Tower-Defense-Planung und packt beides auf eine rollende Stadt.

Die besten Momente entstehen, wenn eure Verteidigung endlich funktioniert. Ein gut platzierter Feueratem, ein paar verstärkte Geschütze und die Monster lösen sich in einem sehr befriedigenden Effektgewitter auf. Der Run kann danach trotzdem noch scheitern. Genau das macht den nächsten Versuch aber so verlockend.

Wenn ihr Roguelites mögt, gern mit Builds experimentiert und euch eine Runde nicht gleich einen ganzen Abend kosten soll, solltet ihr Monsters are Coming! unbedingt ansehen. Es ist nicht endlos tief und kann sich auf Dauer etwas wiederholen. Für schnelle, clever-chaotische Runden ist es aber genau die richtige kleine Monsterhorde.

Erhältlich für: Xbox, PC 
Webseite: rawfury.com/games/monsters-are-coming-rock-road