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Moonlighter 2: The Endless Vault

Tagsüber Händler, nachts Monsterjäger.

Es gibt Spiele, die euch EINEN klaren Karriereweg anbieten. Moonlighter 2: The Endless Vault hält dagegen zwei völlig unterschiedliche Jobs bereit: Tagsüber verkauft ihr Relikte in eurem Laden, nachts zieht ihr mit Schwert und Rucksack durch gefährliche Dungeons.

Diese ungewöhnliche Mischung funktioniert auch im zweiten Teil hervorragend. Digital Sun macht den charmanten Vorgänger schneller, hübscher und deutlich umfangreicher, ohne den eigentlichen Reiz aus den Augen zu verlieren.

Ein Laden voller Abenteuer

Ihr schlüpft erneut in die Rolle von Will, der nach den Ereignissen des ersten Teils mit seinen Mitbewohnern in der interdimensionalen Stadt Tresna landet. Dort wartet der Endless Vault – ein geheimnisvoller Würfel, der euch immer größere Goldsummen abverlangt und dafür neue Wege, Upgrades und Teile der Geschichte freischaltet.

Der Ablauf ist schnell erklärt: Ihr betretet einen Dungeon, besiegt Monster, sammelt wertvolle Relikte und kehrt zurück, bevor euch die Gegner oder der Platz im Rucksack ausbremsen. Danach stellt ihr eure Beute im Laden aus, legt Preise fest und investiert die Einnahmen in bessere Waffen, Rüstungen und Shop-Upgrades.

Das klingt simpel, entwickelt aber einen geradezu gefährlichen Sog. Ein erfolgreicher Run finanziert den nächsten – und ein misslungener Ausflug liefert immerhin Materialien, Erfahrung oder neue Erkenntnisse.

Mehr Kontrolle im Dungeon

Die Dungeons sind nicht mehr bloß eine Folge zufällig generierter Räume. Stattdessen wählt ihr euren Weg auf einer Karte mit verschiedenen Knotenpunkten. Ein Pfad bietet vielleicht wertvolle Relikte, ein anderer einen Kampf, ein dritter eine besondere Belohnung oder einen temporären Bonus.

Dadurch fühlt sich jeder Lauf bewusster an. Ihr reagiert nicht nur auf das, was euch vor die Füße fällt, sondern verfolgt ein Ziel: möglichst viel Gold, eine bestimmte Fähigkeit oder den richtigen Bonus für den nächsten Boss.

Auch die Kämpfe haben zugelegt. Will bewegt sich flüssiger, Angriffe lassen sich abbrechen und durch Nahkampftreffer lädt sich seine Fernkampfwaffe wieder auf. Dazu kommen unterschiedliche Waffenarten, Elementeffekte, Ausweichrollen und Umweltgefahren.

Das Kampfsystem bleibt zugänglich, besitzt aber genug Tiefe, um euch auch später noch zum Ausprobieren zu animieren. Besonders schön ist das Zusammenspiel aus Nah- und Fernkampf: Ihr geht mit dem Schwert auf einen Gegner los, ladet dadurch eure Waffe auf und zieht euch anschließend für den entscheidenden Schuss zurück.

Der Rucksack als Puzzle

Mein persönliches Highlight ist erneut das Inventar. Die Relikte liegen in einem begrenzten Raster, und schon bald müsst ihr entscheiden, ob ihr ein besonders wertvolles Stück mitnehmt, vorhandene Gegenstände neu sortiert oder etwas zurücklasst.

Viele Relikte besitzen zusätzliche Eigenschaften oder Flüche, die von ihrer Position abhängen. Manche verbrennen benachbarte Gegenstände, andere werden durch bestimmte Anordnungen wertvoller oder schützen ihre Umgebung.

So wird aus dem Rucksack ein kleines taktisches Puzzle. Ihr sammelt nicht einfach alles ein, sondern überlegt: Lässt sich dieses Relikt neben jenem platzieren? Kann ich damit den Wert meiner Beute erhöhen? Oder zerstöre ich am Ende versehentlich das teuerste Stück?

Crafting-Materialien nehmen dabei nicht mehr den kompletten Platz weg. Das entschärft eine der größten Frustquellen des Vorgängers und lässt euch stärker auf die tatsächlich verkäuflichen Relikte konzentrieren.

Handeln mit Gefühl

Zurück im Laden, beginnt der gemütlichere Teil des Spiels. Ihr platziert eure Fundstücke auf Podesten, öffnet die Türen und beobachtet die Kunden. Reagieren sie begeistert, ist der Preis vermutlich zu niedrig. Schauen sie enttäuscht, habt ihr vielleicht etwas zu hoch gepokert.

Das Preissystem ist bewusst einfach gehalten, aber genau darin liegt der Charme. Ihr entwickelt nach und nach ein Gefühl für die Nachfrage und freut euch über jeden besonders erfolgreichen Verkauf.

Eure Einnahmen fließen nicht nur in Waffen und Rüstungen. Ihr erweitert den Laden, verändert seine Einrichtung und schaltet neue Vorteile frei. Dadurch ist das Geschäft keine bloße Unterbrechung zwischen den Dungeons, sondern ein eigener Teil der Progression.

Nicht ganz ohne Macken

So rund Moonlighter 2 insgesamt wirkt, ein paar Schwächen bleiben. Der Fortschritt kann sich zu Beginn etwas langsam anfühlen, und besonders die Bossgegner verlangen mehrere Anläufe sowie gezielte Verbesserungen. Hier müsst ihr etwas Motivation mitbringen – das war auch schon in Teil 1 so.

Die neue 3D-Optik passt dagegen hervorragend zum Spiel. Will bewegt sich nun durch farbenfrohe, detailreiche Umgebungen, ohne dass der charmante Stil des Originals verloren geht.

Fazit

Moonlighter 2: The Endless Vault ist eine starke Fortsetzung, die ihre ungewöhnliche Grundidee konsequent ausbaut. Der Wechsel zwischen gefährlicher Schatzsuche und gemütlichem Ladenbetrieb funktioniert weiterhin ausgezeichnet – und fühlt sich durch die besseren Kämpfe, das cleverere Inventar und die neue Routenplanung noch motivierender an.

Besonders der Rucksack sorgt für viele kleine Erfolgsmomente. Wer seine Relikte geschickt anordnet, kommt mit deutlich wertvollerer Beute nach Hause. Gleichzeitig bietet der Laden genug Möglichkeiten, um die Einnahmen sinnvoll in die nächste Expedition zu investieren.

Am Ende bleibt vor allem dieses angenehme Gefühl: Ihr habt immer einen guten Grund, noch einen weiteren Lauf zu starten. Vielleicht findet ihr das fehlende Relikt, besiegt endlich den Boss oder verdient gerade genug Gold für die nächste Ladenverbesserung. Und genau deshalb wird aus „nur noch eine Runde“ auch hier schnell ein kompletter Abend.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC 
Webseite: 11bitstudios.com/games/moonlighter-2-the-endless-vault