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Moons Of Madness

Willkommen in einem weiteren Lovecraft-Alptraum – diesmal auf dem Mars. Allerdings ist das hier mehr Film als Spiel.

Starker Auftakt: Bevor ich überhaupt weiß, was bei „Moons of Madness“ Sache ist, geht es schon los. In einem düsteren Sci-Fi-Apartment wache ich auf, sehe überall merkwürdige Kritzeleien, Blut und Tentakel um mich herum. Auch eine düstere Präsenz schleicht mir dauernd nach. Kurz darauf wache ich aus dem Alptraum auf. Die ersten Minuten eichen euch schon mal, was in den kommenden sechs Stunden auf euch zukommen wird.

Inszenierter Schrecken

„Moons of Madness“ lebt von seiner Story: Ihr seid ein Wissenschaftler, der auf dem Mars die Menschheit voranbringen soll – um es mal diplomatisch auszudrücken, ohne zu viel zu verraten. Wie genau der Traum mit seinem Tun auf der Station verbunden ist, werdet ihr im Laufe der Geschichte erfahren.

Dabei lauft ihr im Grunde einer sehr linearen Story hinterher, die erzählerisch spannend geraten ist. Im Nachhinein hatte ich manchmal das Gefühl, dass ich hier einen Film spiele, der immer wieder von Gameplay unterbrochen wurde. Und an dieser Stelle hat „Moons of Madness“ sein vielleicht größtes Problem: Die spielerischen Abschnitte wirken wie „Unterbrechungen“, also wie kleine Störer, die euch am Voranschreiten hindern.

Denn alles, was ihr machen müsst, ist die Umgebung zu scannen, Maschinen zu manipulieren und kleinere Rätsel zu lösen. Diese Rätsel fallen allerdings so simpel aus, dass sie nie sonderlich euren Hirnschmalz aktivieren.

Lieferbote

Mal muss ich einen Gegenstand von A nach B bringen. Mal einen Tank befüllen, an einer Kurbel drehen oder etwas richtig positionieren. Anschließend geht es dann weiter in der Story – oder eben nur teilweise. Denn einen großen Anteil der Geschichte müsst ihr euch selbst erarbeiten, indem ihr euch durch Computer-Terminals lest – nicht gerade prickelnd.

Dafür wurden die Zwischensequenzen aber sehr atmosphärisch gestaltet und lassen euch öfters einen Schauer über den Rücken laufen – womit wir bei den Monstern wären. Wo wir gerade über die Atmosphäre reden: Gleich zu Beginn habe ich mir in der Raumstation einen Kaffee gemacht. Dazu habe ich die gefundene Tasse unter den Automaten gehalten, den Knopf gedrückt und mir das heiße Getränk gegönnt – ein paar Mal hintereinander.

Der Sinn des Ganzen? Keine Ahnung, es ist einfach möglich und ich habe es gemacht. Öfters sind mir solche Elemente bei „Moons of Madness“ aufgefallen. Irgendwie fand ich diese jedoch leicht irritierend, da ich immer dachte, dass sich dahinter ein Rätsel verbirgt – was ich vielleicht einfach nicht entschlüsseln konnte, wer weiß.

Lauf, Junge, lauf!

Was bei einem Lovecraft-inspirierten Spiel nicht fehlen darf, sind natürlich die Monster – und auch die gibt es in „Moons of Madness“. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mir bei den ersten Begegnungen auch etwas ins Höschen gemacht habe. Nachdem ich aber festgestellt habe, dass bei jedem Monster nur die Flucht hilft, weil ihr keine Waffen habt, war der Zauber etwas verflogen.

Denn die meisten Begegnungen enden damit, dass ihr euch umdreht, ganz schnell zu dem von den Entwicklern gewünschten Ausgang rennt und die Lucke hinter euch schließt. Erst gegen Ende gibt es eine Szene, die ich spannend fand – zu viel spoilern möchte ich hier aber nicht. Daher beschreibe ich die Situation nur grob: Ein Monster sucht euch und tapst durch die Korridore.

Mit eurem Tool könnt ihr euch in die Kameras reinhacken und so die Gegend nach dem Viech ausspähen. Ist die Luft rein, geht’s weiter für euch. Das war schon ziemlich cool. Nur leider ist diese Sequenz viel zu schnell vorüber. Grafisch haben die Entwickler von Rock Pocket Games und Dreamloop Games ein sehr atmosphärisches Grusel-Abenteuer geschaffen, das mit glitschigen Tentakeln, nett designten Monstern und detailverliebten Objekten glänzt.

Auch bei den Zwischensequenzen beweisen die Programmieren ihren Blick für dramaturgische Inszenierungen. Sehr gerne habe ich mich dabei zurückgelehnt und bin den Kamerafahrten gefolgt.

Fazit

Am Ende bin ich etwas zwiegespalten: „Moons of Madness“ ist ein atmosphärisches Spiel, dessen Story ist sehr zu schätzen weiß. Spielerisch ist jedoch recht wenig geboten, was mich vom Hocker hauen würde. Die Rätsel sind zu einfach, die Aufgaben zu stupide und die Monster-Begegnungen zu harmlos. Wer allerdings ein Faible für H.P. Lovecraft und seine Werke hat, der kann bei „Moons of Madness“ ruhig einen Blick riskieren. 

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC
Website: moonsofmadness.com