Den Einleitungssatz meine ich nicht als Kritik, sondern als dickes Kompliment. „Morbid: The Seven Acolytes“ schnappt sich die besten Zutaten aus dem Souls-like-Universum und schnürt sie zu einem wunderbaren Retro-Pixel-Paket zusammen. Entwickler Still Running und Herausgeber Merge Games richten sich an Rollenspieler, die Herausforderzungen lieben.
Ein echter Sündenpfuhl
Im Mittelpunkt von „Morbid: The Seven Acolytes“ stehen die namensgebenden „Acolytes“ – sieben an der Zahl. Diese müsst ihr als namenloser Held besiegen. Dass diese sieben Typen nicht mal locker von der Bildfläche gewischt werden können, muss ich wohl nicht erwähnen. Jeder dieser dicken Bosse bietet euch sehr fordernde Kämpfe, wie ihr sie aus Souls-Like-Spielen kennt und vielleicht auch liebt.
Eure Reise startet an einem Strand, der schon perfekt die Atmosphäre der kommenden Stunden transportiert. Dort liegt neben Treibgut auch jede Menge ekliges Zeug: Leichen-Reste, aufgequollene Fischkadaver und mutierte Riesenkrähen, die alles genüsslich anpicken. H.P. Lovecraft wäre stolz auf diese Darstellung. „Morbid: The Seven Acolytes“ zieht diesen Grafikstil bis zum Ende durch. Ihr werdet in einen Alptraum aus blutigen Pixeln geworfen.
Erste Schritte
Spielerisch geht es anfangs noch recht sachte los. Die Steuerung wird euch über Pergamentreste, die ihr am Strand findet, erklärt. Danach dürft ihr direkt gegen ein paar Monster antreten und euch langsam ins Konzept einfühlen. Als Dark-Souls-Spieler solltet ihr damit aber wenig Probleme haben. Rastet ihr dann am Lagerfeuer, pardon … am Altar, erhaltet ihr wieder volle Lebenspunkte – aber auch wieder alle Monster, die ihr bis dahin besiegt habt.
Der Stufenaufstieg spielt sich ähnlich ab, wie in den Vorbildern: Verprügelte Monster geben euch Erfahrung, die euch aufsteigen lassen. Am Altar könnt ihr zudem Verbesserungen freischalten und sogar zwischen den Speicherplätzen hin und her reisen. Ihr habt beim Aufleveln übrigens die Wahl, in welche Richtung ihr euch spezialisiert.
Bei mir waren die Waffen, die ich gerne benutzt habe, ausschlaggebend. Apropos Waffen: „Morbid: The Seven Acolytes“ hält über 25 verschiedene Waffen für euch bereit. Nah- sowie Fernkämpfer sollten hier genügend Auswahl haben, um ihrem Stil gerecht zu werden.
Himmlischer Klang
Ein Merkmal von „Morbid: The Seven Acolytes“, was mir positiv auffiel, war der orchestrale Soundtrack. Insbesondere bei den Boss-Kämpfen ertönt im Hintergrund ein mächtiges Orchester, das die Kämpfe zu epischer Größe aufsteigen lässt. Dabei ging auch ganz schön mein Puls in die Höhe. Aber dieses Gefühl, wenn einer der Boss endlich ins virtuelle Jenseits geschickt wurde, ist unbeschreiblich.
Neben der 8- oder 16-Bit-Pixel-Optik hebt sich „Morbid: The Seven Acolytes“ aber noch durch ein anderes Feature hervor. Ihr solltet nämlich nicht nur auf eure Lebenspunkte und Ausdauer achten, sondern auch auf euren Verstand. Viele Monster jagen euch Angst ein, wenn sie euch treffen oder ihr sie trefft. Steigt die Anzeige zu hoch, kann das ungeahnte Auswirkungen haben – wie Warnvorstellungen oder eingeschränkte Sicht. Also blickt immer wieder auf euren Verstand, um hier nicht durchzudrehen.
Fazit
„Morbid: The Seven Acolytes“ ist ein sehr schickes Souls-Like geworden, das sich besonders an Spieler richtet, die Herausforderungen mögen. Der charmante Look mit allerlei ekligem Gevieh wurde konsequent umgesetzt und vermittelt prima die düstere Atmosphäre. Außerdem greifen die Spielmechaniken sehr gut ineinander und lassen euch Freiraum, um den Charakter in die gewünschte Richtung zu entwickeln. Für mich ist „Morbid: The Seven Acolytes“ aus dem Hause Still Running und Merge Games ein kleiner Geheimtipp für die kalte Jahreszeit.
Erhältlich für: PS4/PS5, Xbox One, Xbox Series X/S, PC, Switch
Website: mergegames.com/morbid-the-seven-acolytes