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Mortal Kombat 1

Neuer Anfang, neue Story, aber auch neue Impulse? Ein Prügelspiel für Hartgesottene.

Raiden als einfacher Bauer? Bi-Han mit bürgerlichem Namen? Und Mileena als durch und durch hübsche Frau? Fans der Reihe wissen wohl, was mich daran irritiert. Allen Neueinsteigern kann es egal sein. Denn Mortal Kombat 1 wagt einen Neuanfang – und der zeigt sich von seiner interessanten Seite.

Alles auf Anfang

Warner Bros. und Netherrealms erfinden die beliebte Kampfreihe immer wieder neu. Nach vier Jahren Pause kommt nun ein neues Mortal Kombat, das mit seiner 1 im Namen auf einen Neuanfang hindeutet. Die Geschichte dieses Teils spielt vor allen anderen Teilen und bietet euch einen tieferen Einblick in die bekannten Charaktere. Weil man sich bei Mortal Kombat nie sicher sein kann, in welchem Universum es spielt, bekamen einige der altbekannten Charaktere einen neuen Anstrich verpasst – das meine ich optisch wie auch charakterlich. Aber keine Sorge: Ganz so viel hat sich dann letztlich doch nicht verändert, wenn man genau hinschaut.

Beginnen wir aber gleich mal mit der Story. Sie stellt aus meiner Sicht die vielleicht spannendste Änderung dar. Zu Beginn erschafft Sonnengott Liu Kang ein neues Universum, in dem jedes Wesen in Frieden leben kann. Ob sich jeder daran hält, ist eine andere Sache. Schon bald steht auch die Erde im Visier von finsteren Mächten. So beginnt es damit, dass Raiden und Kung Lao als normale Bauern von anderen bekannten Charakteren rekrutiert werden, um das Kämpfen zu meistern.

Ungewohnte Aspekte

Im Verlauf der Geschichte erfahren wir dann auch, wie Raiden zu seinen Kräften kommt, wer mit wem enger verbunden ist oder wie Mileena zu ihrem breiten Lächeln kam. Für Neulinge spielt das wohl weniger eine Rolle, ist aber dennoch spannend inszeniert. Kenner der Reihe widerum freuen sich über neue Facetten ihrer liebsten Charaktere. Also in Sachen Story seid ihr bei Mortal Kombat 1 schon mal bestens unterhalten. Doch wie sieht es mit dem Rest aus?

Gestartet wird traditionell mit dem Tutorial – jedenfalls mache ich das immer. Hier zeigt sich, dass sich eigentlich wenig geändert hat. Wer Kampfspiele kennt, wird sich hier schnell zurecht finden. Schnelle Schläge, einige Tritte und Würfe samt Verteidigungshaltung lassen mich hoffnungsvoll in meine ersten Kämpfe eintauchen. Und siehe da: Schnell habe ich die ersten Siege auf dem Konto. Ja, Mortal Kombat 1 gibt sich sehr einsteigerfreundlich. Das Spiel kann auch anders: Das hab ich schmerzvoll erfahren als ich naiv in einen Online-Kampf gestolpert bin. Aber das ist eine andere Geschichte. Bleiben wir noch kurz beim Kämpfen.

Blutige Schlachtplatte

Immerhin ist Mortal Kombat für seine berühmt-berüchtigten Fatalities bekannt. Bei diesen Finish Moves zerlegt ihr eure Gegner auf recht spektakuläre und äußerst blutige Weise: Blut, Knochen und Gedärme fliegen dabei gerne mal durch die Gegend. Natürlich fehlt dies auch nicht bei Mortal Kombat 1. Über 40 Stück habt ihr in der bisherigen Fassung zur Verfügung – zwei pro Charakter. Allerdings braucht ihr dafür die richtige Tastenkombi und Abstand vom taumelnden Opfer. Keine leichte Sache.

Daneben hat Mortal Kombat auch wieder die Fatal Blows, die ihr einmalig pro Kampf einsetzten könnt, wenn eure Lebenspunkte unter einen bestimmten Wert fallen. Trifft diese Attacke, dann kann das einen entscheidenden Unterschied machen. Zudem seht ihr in Close-Up-Röntgenaufnahmen, welche Knochen ihr dem Gegner dabei brecht. Aber Mortal Kombat 1 bietet auch ein frisches Feature: Jeden Kampf bestreitet ihr zu zweit. Dabei wechselt ihr aber nicht zwischen den Kämpfer, sondern ruft einen Kämpfer per Knopfdruck für Unterstützungsaktionen herbei. Gut getimt machen solche Attacken viel daher und sorgen für Abwechslung.

Magerer Umfang

Bis zu diesem Punkt bin ich sehr zufrieden mit Mortal Kombat 1. Nur eine Sache stört mich etwas. Als reine Kämpfer habt ihr zu Beginn gerade einmal 21 Charaktere zur Auswahl. Hinzu kommen zwar nochmal ein Dutzend Unterstützer, aber diese steuert ihr ja nicht aktiv. Es werden natürlich weitere Charaktere hinzukommen, aber ein wenig mehr zu Beginn, hätte ich ganz cool gefunden.

Neben der Story hat Mortal Kombat 1 noch weitere Modi zu bieten. Da wäre zum Beispiel der Modus Invasion. Hier bewegt ihr euch auf einer Karte oder Spielbrett umher und tretet gegen computergesteuerte Gegner an. Gewinnt ihr, könnt ihr neue Finisher oder kosmetische Gegenstände sammeln. Und dann wäre da noch der Modus Herausforderung, in dem ihr euch in einem Turm Ebene um Ebene nach oben schlagt. Die beiden Modi sind zwar nett gemacht, halten mich auf Dauer aber nicht sonderlich bei der Stange.

Mikrotransaktionen ohne Biss

Wo ich es schon von kosmetischen Zusätzen hatte: Mit drei Währungen, zwei Ingame und eine Echtgeld, kauft ihr euch ebenfalls neue Zusätze, die euren liebsten Streiter oder Streiterin hübscher machen. Vorteile habt ihr davon keine – also gebt nicht unnötig Kohle aus.

Grafisch macht Mortal Kombat 1 übrigens auch einen sehr schicken Eindruck. Die einzelnen Charaktere sind allesamt schön designt. Dabei wagt sich Warner etwas näher an einen realistisch aussehenden Look heran. Die einzelnen Figuren sehen jedenfalls anders aus als ihr sie vielleicht kennt. Mein persönliches Highlight sind aber die einzelnen Stages, in denen ihr herumwuselt. Ein friedliches Kloster, eine prunkvolle Villa (von Johnny Cage natürlich) oder dichte Dschungel habt ihr zum Beispiel um euch herum. Müsste ich mich nicht so sehr auf die Kämpfe konzentrieren, könnte ich diese hübschen Panoramen deutlich besser genießen.

Fazit

Mortal Kombat 1 hat mal wieder schlagkräftige Argumente zu bieten, um euch eine Weile zu unterhalten. Für mich als Singleplayer steht dabei der Story-Modus im Fokus. Die Geschichte samt den Cutscenes ist mal wieder wunderschön und brutal erzählt. Zudem bringt die neue Ausrichtung mehr Tiefe in einzelne Charaktere hinein. Spielerisch glänzt Mortal Kombat 1 ebenfalls - zumindest auf dem Schlachtfeld. Nur bei den unterschiedlichen Modi und Charakteren hätte ich mir etwas mehr Abwechslung gewünscht. Ich weiß, dass Netherrealm und Warner hier bald nachliefern wird, aber warum denn nicht gleich zum Start? Trotz kleiner Makel ist Mortal Kombat 1 mal wieder ein spaßiges Prügelspiel für Neulinge und Profis gleichermaßen.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch
Website: mortalkombat.com/de-de