Ich kann es immer wieder sagen: Ich mag meine Rogue-Like-Games. Umso mehr freute ich mich, dass „Mothergunship“ von Grip Digital als solches angekündigt wurde. Ein Ego-Shooter mit Sci-Fi-Setting und ständig neuen Layouts bei den Levels. Klingt für mich genau nach meinem Ding.
Warte mal, das kenn ich doch?!
Beim ersten Einstieg kam mir die Szenerie und das Spielgefühl auch gleich vertraut vor. Und nach einer kurzen Recherche wusste ich auch warum. Denn hinter dem Werk steckt auch der kreative Kopf, der mir vor rund fünf Jahren „Tower of Guns“ bescherte. Die Optik und das Spielgefühl fließen nun auch in „Mothergunship“ mit ein.
Von dieser Seite aus schon mal ein „Daumen hoch“ von mir. Allerdings ruht sich „Mothergunship“ jetzt nicht auf den Lorbeeren von „Tower of Guns“ aus, sondern glänzt mit ganz eigenen Spielmechaniken. Im Zentrum des Ballerspaßes steht das Herumbasteln an der eigenen Knarre. Und an dieser Stelle dürft ihr eurer Fantasie freien Lauf lassen. Mehr dazu später.
Immer den Finger am Abzug
Grundsätzlich gestalten sich die Missionen eigentlich immer gleich: Ihr kommt auf ein feindliches Raumschiff und müsst dort Raum für Raum aufräumen. Immer mächtigere mechanische Gegner machen euch darin das Leben schwer. Gefeuert wird hier wortwörtlich aus allen Rohren. Die Übersicht kann da schon mal flöten gehen.
Abhilfe verschafft da euer moderner Raumanzug, mit dem ihr hoch hinaus könnt: Denn das schicke Teil verleiht euch zu Beginn einen Doppelsprung, lässt sich aber später auf etliche Sprünge hintereinander ausbauen. Damit aber nicht genug: Pro Levelanstieg dürft ihr Fähigkeitspunkte in euren Anzug investieren. So werdet ihr stärker, robuster, schneller oder schlagkräftiger.
Das Schöne an der Sache: Gefällt euch eine Auswahl nicht mehr, könnt ihr sämtliche Punkte neu umverteilen – sehr schick gelöst. Weniger schick hingegen gelöst ist das Bearbeiten der Waffe – auch wenn das eigentliche Feature eine richtig coole Sache ist. Denn in jeder Mission trefft ihr hier und da auf eine Werkbank. Dort geht es dann ans Basteln: Verbindungsstücke, Läufe und Modifikatoren dürfen zu mächtigen Waffen zusammengebaut werden.
Grenzen setzt euch lediglich die Physik: Waffenteile dürfen sich nicht überlagern oder Läufe sollte nach vorne zielen. Sofern ihr genügend Teile habt – diese müsst ihr im Shop kaufen – sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.
Ihr wollt einen Raketenwerfer, der Flammen und Blitze nebenher verschießt – kein Problem. Oder darf es doch lieber ein zwölfläufiges Sturmgewehr sein? Was haltet ihr von dem Minen, Schrot und Bomben verteilendem Vieh in euerer Hand? Hübsch sind diese Dinger wahrlich nicht, aber dafür hoch explosiv.
Etwas mehr Komfort gewünscht
Auch wenn es anfangs befremdlich wirken mag, dass ihr immer wieder Pausen einlegt, um eure beiden Waffen zu optimieren, kommt dabei doch Laune auf – besonders in den späteren Levels, in denen die Modifikationen bitter notwendig sind. Aber wirklich schick ist der Editor nicht gerade: Etliche Komfortfunktionen wie ein abspeicherbares Layout, eine simple Vergleichsfunktion oder der Wechsel des Schussarmes fehlen – sind aber über Umwege möglich.
An dieser Stelle fehlt noch etwas Feinschliff. Die Gefechte selbst machen aber richtig Laune, wenn man sich in Bewegung hält. Eine persönliche Anmerkung, die andere vielleicht bestreiten werden: Mir fehlt ein bisschen das satte Trefferfeedback. Oft stand ich am Rande des Exitus, ohne dies so recht zu realisieren.
Klar: Der Bildschirmrand flimmert rot und eine Sirene erschallt, aber das geht im Kugelhagel völlig unter. Ich bemerke zu selten, dass ich getroffen wurde. Das lösen andere Spiele deutlich besser. Ist aber letztlich Geschmacksache, wie ich meine.
Fazit
„Mothergunship“ von Grip Digital ist ein unterhaltsames Werk geworden, an deren Optik man sich erst ein wenig gewöhnen muss. Vom Gameplay her kann das Spiel aber mit den ganz großen im Genre mithalten. Einen hohen Wiederspielwert bekommt „Mothergunship“ durch das einzigartige Feature des Waffen-Bauens.
Wer sich hier kreativ austobt, bekommt auch was für sein Geld – zumal sich die Veränderungen deutlich auf die Spielweise auswirken. Auf diese Art kann jeder das basteln, was seinen eigenen Stil unterstreicht. Das Einzige, was jetzt noch fehlt, ist ein ordentlicher Multiplayer-Modus. Als Singleplayer-Erfahrung ist „Mothergunship“ trotz kleiner Schwächen bereits jetzt schon eine Wucht.
Erhältlich für: Xbox One, PS 4, PC
Website: mothergunship.com