Schöner neuer Job: Cassandra Clarke darf sich als Polizistin im Morddezernat beweisen – und landet bei einem alten Stinkstiefel im Kellergeschoss. Doch ein heikler Fall wird die beiden unterschiedlichen Gesetzeshüter bald aneinanderschweißen. Das ist die spannende Ausgangslage, die Entwickler Blazing Griffin und Microids in Murder Mystery Machine präsentieren.
Noch grün hinter den Ohren
Frisch von der Ausbildung kommt Cassandra ins Department für Mordfälle, der District Crime Agency. Ihr neuer Partner, Nate Hudson, scheint nicht gerade der netteste Kollege zu sein und fristet viel lieber ein Leben als Einsiedler im Keller des Dezernats. Doch schon bald klingelt die Murder Mystery Machine: Ein bekannter Politiker ist ums Leben gekommen.
Auf zum Tatort: Dort dürfen die Spieler in die Haut von Jungpolizistin Cassandra schlüpfen und lernen die Grundlagen des Spiels. Ursprünglich war Murder Mystery Machine für mobile Endgeräte entwickelt worden – das merkt man der Steuerung etwas an. Doch die Portierung auf die „großen“ Konsolen steht dem Spielchen ganz gut und funktioniert auch dort prima. Allerdings sollte man das ab und an im Hinterkopf behalten.
Simple Steuerung, harte Fälle
Grundsätzlich läuft es hier ähnlich ab, wie bei einem Point&Click-Adventure: Ihr steuert die Polizistin durch den Raum und betrachtet interessante Objekte und Szenen aus der isometrischen Draufsicht. Sobald ihr etwas entdeckt hat, wird dies im Tagebuch festgehalten. Habt ihr genügend Hinweise und Indizien gesammelt, geht es ans Kombinieren – und das ist der vielleicht spannendste Abschnitt von Murder Mystery Machine.
Es gilt, immer eine oder mehrere W-Fragen zu lösen: Wann, wer, womit, warum und wie? Erst wenn ihr darauf passende Antworten geben könnt, werdet ihr Erfolge feiern – oder einen völlig falsch Verdächtigten ins Gefängnis bringen. Anfangs sind die Kombinationen noch sehr einfach zu durchschauen: Ein Einschussloch in der Brust, ein Loch in der Scheibe, Glasscherben auf dem Boden. Der Mann wurde durchs Fenster erschossen.
In späteren Missionen ist die Sache nicht mehr ganz so einfach – besonders wenn es um mögliche Motive geht: Wer könnte am meisten davon profitieren und stimmen die Alibis auch wirklich? Das Spiel gibt euch genügend Freiraum für Interpretationen. Ich empfehle euch die Tatorte und Personen, denen ihr begegnet genau unter die Lupe zu nehmen.
Fäden zusammenlaufen lassen
Spielerisch verbindet ihr die Hinweise auf einer Tafel mit roten Fäden und erstellt euch so langsam ein Gesamtbild von dem, was hier passiert ist. Da ich keine Spoiler verraten will, halte ich mich hier etwas wage. Einige der vielen Dinge, die ihr findet, haben manchmal gar keinen Bezug zum eigentlichen Mord und wollen nur ablenken. Das ist sehr gut ins Spiel integriert.
Einen kleinen Hinweis möchte ich euch aber dennoch geben: Der anfängliche Mord, der nach einem verunglückten Einbruch aussah, ist nur der Anfang einer umfassenden Reihe von Verbrechen, denen ihr langsam auf die Spur kommt. Man merkt dem Titel an, dass hier Krimi-Autoren am Werk waren, die ihren Job verstehen. Denn kaum etwas ist so, wie es erscheint.
Grafisch müsst ihr natürlich ein paar Abstriche machen, wenn man den Ursprung von Murder Mystery Machine bedenkt. Was auf dem Smartphone noch ganz gut aussah, ist auf dem großen Monitor eher als nett zu bewerten: Wenig Polygone, aber dennoch einige Details, die Atmosphäre in jeden Fall bringen. Aus meiner Sicht passt das gut zusammen.
Fazit
Anfangs hätte ich nicht damit gerechnet, dass mich Murder Mystery Machine so packen wird. Die Story um einen ermordeten Politiker entpuppt sich zum wahren Thriller, bei dem ihr federführend ermitteln dürft. Das Kombinieren von Beweisen und Befragen von Verdächtigen entpuppt sich als spannende Hauptaufgabe der jungen Polizistin Cassandra, die nicht nur mit dem Fall, sondern auch mit ihrem mürrischen Partner zu kämpfen hat. Wer sich gerne einmal fühlen möchte, wie Sherlock Holmes, der sollte diesem Titel hier unbedingt eine Chance geben.
Erhältlich für: PC, Switch, Xbox, PS
Website: murdermysterymachine.com