Der erste Dank geht an Jacqueline von MSM, die mir diesen Controller als Test zur Verfügung gestellt hat. Und ich war sehr froh, dass ich das schwarze Modell des Nacon Pro Compact Controllers bekommen habe, da ich dem Design des weißen Controllers eher skeptisch gegenüberstehe. Doch egal für welche Farbe man sich entscheidet, wichtig ist doch, was das Gerät kann. Und genau das gilt es nun herauszufinden.
Lieferumfang und Installation
Sprechen wir direkt den Elefanten im Raum an: Der Nacon Pro Compact Controller hat ein Kabel. Richtig gelesen: In der heutigen Konsolengeneration von PS5 und Xbox Series X wirkt ein Kabel am Controller wie ein merkwürdiger Anachronismus. Drei Meter ist die Kordel lang, die den maximalen Abstand von Controller und Xbox-Konsole definiert. Denn der Nacon Pro Compact Controller ist ausschließlich für Xbox-Konsolen und den PC gedacht.
Für eine Zockerrunde von der Couch aus kann das schon etwas abenteuerlich werden, je nachdem wie weit der TV und die Konsole entfernt sind – Stolperfalle inklusive. Für ein gemütliches Spielchen am PC oder Laptop stellt das Kabel hingegen absolut keine Einschränkung dar. Aber es gibt auch Vorteile: Ständiges Batterien Wechseln ist passé. Außerdem funktioniert der Controller direkt nach Anschluss und muss nicht synchronisiert werden.
Hinzu kommt, dass das Gerät durch die fehlenden Batterien auch deutlich leichter ist als seine Konkurrenten. Doch Nacon hat das Kabel überdacht: Denn kurz vor dem Ende befindet sich eine Art Sollbruchstelle, falls doch mal jemand drüber stolpert. So kommt es nicht zum Bruch oder Abriss des Kabels im Falle eines Falles. Das ist doch schon mal was. Bei der Ergonomie des Nacon Pro Compact Controllers scheiden sich die Geister: Rein optisch erinnert das Gerät weniger an einen Xbox-Controller als viel mehr an eine Variante für die Playstation.
Auffällig dabei: Die Schultertasten liegen anders als am Original-Xbox-Controller. Diese sind so angeordnet, dass man am besten seine Zeige- und Mittelfinger jeweils auf einer Schultertaste platziert. Die anderen drei Finger jeder Hand halten den restlichen Controller fest. Für mich fühlte sich das immer merkwürdig an und meine Hand verkrampfte leicht bei dieser Haltung. In meiner gewohnten Haltung, also nur den Zeigefinger auf den Schultertasten, ging es da eindeutig besser.
Reine Knopfsache
Etwas unglücklich empfand ich die Anordnung der zentralen drei Buttons: Besonders die Menü-Taste und die „Select“-Taste sind nach oben und außen gewandert. Die Menü-Taste liegt nun unmittelbar links über den A-,B-,X-,Y-Knöpfen. Immer wenn ich schnell mal eine Pause einlegen wollte, habe ich den Knopf beim ersten Mal instinktiv verfehlt. An die „Select“-Taste komme ich kaum ran aus meiner gewohnten Haltung. Das fiel mir negativ auf.
Der „Share“-Button hingegen ist nur leicht nach unten gewandert und stört dort nicht, wo er sich befindet. Im normalen Spielbetrieb gibt sich der Nacon Pro Compact Controller allerdings als guter Allrounder. Wie gesagt: Die Handstellung ist dabei Gewöhnungs- oder Geschmackssache. Die Reaktion der Steuerungssticks war angenehm direkt und auch das Feedback der anderen Knöpfe kam sehr direkt und griffig rüber.
Ein besonderes Schmankerl liefert der Nacon Pro Compact Controller in Form einer kostenlosen App, die sich entweder auf dem PC als auch auf der Xbox installieren lässt. Mithilfe der App könnt ihr zum Beispiel die Belegung der Knöpfe frei wählen, was sonst nur bei teureren Varianten möglich ist. Außerdem stellt euch Nacon fünf verschiedene Voreinstellungen zur Wahl, um die Analogsticks entsprechend anzusprechen.
Von Fighting- oder Shooter-Games bis hin zu Rennspielen kann jeder seine passende Einstellung auswählen. Und siehe da: In der Praxis macht sich das tatsächlich bemerkbar. Besonders im Gerne der Shooter hat das Kabel positive Auswirkungen: Denn dort ist die theoretische Latenzzeit etwas geringer als bei Funk-Controllern. Samt der vorgenommenen Einstellungen könnten daraus tatsächlich kleine Vorteile entstehen.
Mehr Sound bei Anschluss
Eine weitere Besonderheit hebt Nacon durch den Punkt „Dolby Atmos for Headphones“ hervor. Anfangs konnte ich mir keinen Reim darauf machen, was das zu bedeuten hat. Doch nach etwas Recherche stellte sich heraus, dass man hier eine spezielle Lizenz erhält, mit der man am angeschlossenen Kopfhörer Dolby Atmos erleben darf. Diese Lizenz kostet sonst rund 20 Euro extra. Nette Sache, die aber nicht sonderlich ins Gewicht fällt. Denn das räumliche Klangerlebnis bei Kopfhörern kommt meiner Meinung nach nie an eine ordentlich eingerichtete Soundanlage heran. Nett ist es dennoch, dass dieses Feature dabei ist.
Fazit
Insgesamt befindet sich der Nacon Pro Compact Controller im guten Mittelmaß, was Controller angeht: Als Pro-Argument spricht eindeutig der relativ günstige Preis von 50 Euro, die kostenlose App mit etlichen Einstellungsmöglichkeiten sowie die schnelle Reaktionszeit. Auf der Gegenseite befinden sich Punkte wie das Kabel oder die neue Ergonomie samt der unglücklich verrutschten Tasten. Damit kommt der Nacon Pro Compact Controller nicht an die Original-Peripherie der Xbox heran, bietet aber eine nette Alternative für experimentierfreudige Zocker.
Erhältlich für: Xbox
Website: nacongaming.com/de-DE/pro-compact-controller