Mit NanoApostle liefert das Indie-Studio 18Light ein düsteres, hyperaktives Boss-Rush-Actionspiel ab, das sich mutig zwischen Genregrößen wie Furi, Titan Souls und Cuphead einreiht. Doch statt klassischer Level oder Dungeons setzt das Spiel ganz auf das Herzstück vieler Actiongames: packende, fordernde Bosskämpfe – und das in einem kompromisslos schnellen, reaktionsbasierten Gameplay. Ob es für euch taugt, verraten wir im Test.
Dark-Science-Setting und Story mit Tiefgang
Ihr schlüpft in die Rolle von Anita, einem amnesischen Mädchen, das in einer albtraumhaften, digitalisierten Forschungsanlage ums Überleben kämpft. An ihrer Seite: Kuro, ein autonomer Nanomaschinen-Begleiter, der ihr nicht nur im Kampf zur Seite steht, sondern auch die titelgebenden „Apostel“-Fähigkeiten verleiht. Die düstere Pixel-Art-Optik und die dichte Atmosphäre erinnern an moderne Sci-Fi-Indies, während Cutscenes und Datenlogs nach und nach eine überraschend emotionale Geschichte rund um Experimente, Krieg und Identität entfalten. Die Story bleibt dabei angenehm präsent, ohne euch mit Textwänden zu erschlagen. Allein das hatte mich schon sehr überrascht - positiv, versteht sich.
Boss-Rush-Gameplay: Timing, Taktik, Triumph
Im Kern ist NanoApostle ein Boss-Rush-Spiel: Statt klassischer Level erwarten euch sechs große, mehrphasige Bosskämpfe, unterbrochen von Trainings- und Hindernisparcours, die euch auf die nächste Herausforderung vorbereiten. Jeder Boss ist ein eigenes, mechanisches Ungetüm mit einzigartigen Angriffsmustern, die ihr lernen, lesen und kontern müsst. Die Kämpfe sind fordernd, aber immer fair – wer aufmerksam bleibt, Timing und Taktik kombiniert und die Pariermechanik meistert, wird mit dem süßen Gefühl des Triumphs belohnt.
Dein Moveset ist klassisch, aber effektiv: Nahkampfangriffe, aufgeladene Fernschüsse, Ausweichrolle und Parieren stehen zur Verfügung. Besonders clever: Das „Destruction Point“-System erlaubt es euch, Schwachstellen der Bosse gezielt zu treffen und so besonders viel Schaden anzurichten. Ganz entfernt musste ich hier an Fallout denken. Die Pariermechanik ist anspruchsvoll, aber nie unfair – viele Attacken lassen sich allerdings nicht parieren, was euch zwingt, stets aufmerksam zu bleiben und eure Bewegungen zu planen. Um es kurz zu machen: NanoApostle ist ziemlich fordernd, aber auch sehr belohnend.
Progression und Wiederspielwert
Trotz seines Fokus auf Bosskämpfe bietet NanoApostle eine gewisse Tiefe: Durch das sogenannte „Module“-System kannst du deinen Spielstil anpassen, etwa durch verschiedene Upgrades oder Heiloptionen, die du durch das Erfüllen von Kampfzielen freischaltest. Wer besonders ehrgeizig ist, kann sich an Zusatz-Herausforderungen wie Speedruns oder Parier-Challenges versuchen, die für ordentlich Langzeitmotivation sorgen.
Mit rund 4 bis 6 Stunden Spielzeit (je nach Ehrgeiz und Können) ist das Spiel eher kompakt, aber gerade das macht es so intensiv. Die Lernkurve ist steil, aber motivierend – und wer einmal im Flow ist, will die Bosse immer wieder perfektionieren.
Düstere Pixelkunst und packender Sound
Optisch setzt NanoApostle auf einen gritty, dunklen Pixel-Art-Stil, der perfekt zur Sci-Fi-Thematik passt. Die Arenen sind übersichtlich, die Animationen flüssig und die Effekte stilsicher gesetzt. Der Soundtrack schlägt mit treibenden Beats und düsteren Melodien genau die richtige Brücke zwischen Spannung und Action. Die Präsentation ist insgesamt hochwertig und sorgt für eine dichte, fast schon klaustrophobische Atmosphäre.
Aber …
Im Vergleich zu Genregrößen wie Furi oder Cuphead fällt auf: NanoApostle ist etwas kompakter und weniger auf große „Wow“-Momente oder spektakuläre Bossdesigns ausgelegt. Die Zahl der Bosse ist überschaubar, und einige Herausforderungen wirken etwas künstlich gestreckt. Dafür bleibt das Spiel angenehm fokussiert und verliert sich nicht in unnötigen Gimmicks. Wer die Lernkurve und das Boss-Rush-Prinzip liebt, wird hier bestens bedient – Einsteiger könnten sich anfangs jedoch von der Härte abgeschreckt fühlen.
Fazit: Für Actionfans und Bossjäger ein Geheimtipp
NanoApostle ist ein hyperaktiver, stylischer Boss-Rush-Trip, der mit seinem schnellen, präzisen Kampfsystem und der dichten Sci-Fi-Atmosphäre punktet. Die Story überrascht mit emotionalen Momenten, das Gameplay bleibt bis zum Schluss fordernd und motivierend. Wer Spiele wie Furi oder Titan Souls mag und Lust auf knackige Bossfights mit cleveren Mechaniken hat, sollte diesem Indie-Geheimtipp unbedingt eine Chance geben. Für zwischendurch – oder für den nächsten Adrenalinkick – ist NanoApostle genau das Richtige.
Erhältlich für: Switch, Xbox, PC
Webseite: store.steampowered.com/app/2400640/NanoApostle