Im vergangenen Jahr spaltete Publisher 2K mit „NBA 2K19“ bereits die Gemüter der Spieler: Auf der einen Seite sprechen wir von der vielleicht besten Sportsimulation überhaupt, auf der anderen Seiten verderben Mikrotransaktionen den Spaß – insbesondere in Online-Partien.
Denn wer hier kein zusätzliches Geld ausgeben möchte, hat schnell das Nachsehen. Das nur mal vorweg zu den Schattenseiten. Aber dennoch kommen Solisten nicht um dieses wahnsinnig stimmig inszenierte Werk herum.
Basketball von seiner schönsten Seite
Sofern ihr „NBA 2K“ schon ein paar Jahre nicht mehr gespielt habt, dann macht euch auf was gefasst. Denn die Inhalte und das Gameplay könnten euch glatt überfordern. Allein das Tutorial beansprucht schon einen Haufen Zeit, führt euch aber auch ordentlich ins Spielgeschehen ein – selbst wenn ihr danach gefühlt 90 Prozent der Befehle bereits vergessen habt.
Aber keine Sorge: Übung macht den Meister. Herzstück von „NBA 2K20“ – wenn man überhaupt von einem Herzstück reden kann, weil es dutzende Spielmodi gibt – ist meines Erachtens die Story. Diesmal konnte sich Entwickler 2K einige namhafte Schauspieler mit an Bord nehmen, wie Idris Elba oder Rosario Dawson, die man sonst nur aus Hollywood-Produktionen kennt.
Diese performen richtig toll und es macht Laune, ihnen zuzusehen. Das hat aber auch gute Gründe: Die Dialoge fühlen sich authentisch an, weil sie erstklassisch vertont wurden. Das Gameplay ist sowieso schon immer ein Hit gewesen.
Und die Atmosphäre auf und neben dem Court reißt euch direkt mitten rein ins Geschehen. Selbst Kleinigkeiten wie bewegende Ansprachen zum Match garantieren euch Gänsehaut. Das ist ganz großes Kino und einfach sehr stimmungsvoll.
Die Arbeit lohnt sich
Um euren Charakter letztlich in die Elite des Basketballhimmels zu befördern, braucht es verdammt viel Zeit. Mit der virtuellen Währung VC levelt ihr euren Recken Stück für Stück auf. Anfangs fühlte es sich an, als ob ich selbst auf dem Court stünde, da kaum ein Wurf traf. Erst über die Zeit bekam mein Spieler immer mehr Fähigkeiten spendiert, dass er sich irgendwann wie ein echter Profi anfühlt.
Ihr solltet aber ein paar Stunden und Wochen einplanen, um einen sehenswerten Athleten zu bekommen. Neu ist dabei das sogenannte Badges-System, mit dem ihr euch spezielle Fähigkeiten auf den Leib schneidert. Damit könnt ihr eure Spieler ziemlich gut individualisieren.
Sollte der Story-Modus mal langweilig werden, dann hat „NBA 2K20“ noch einige Asse im Ärmel: Für jede Art Spieler sollte hier der passende Modus dabei sein. Von 3-gegen-3-Partien über irrwitzige Mini-Spielchen bis hin zur eigenen Liga bietet 2K jede Menge Abwechslung an. Wie gesagt: Die „NBA 2K“-Reihe zählt meiner Meinung nach zu den besten Sportspielen, die es gibt.
Etwas nervig beziehungsweise ungewohnt ist jedoch die Auswahl dieser Modi: Anstatt sich durch ein Menü zu klicken, stapft ihr durch eine virtuelle Straße und besucht dort die entsprechenden Spielstätten. Das ist zwar cool inszeniert, könnte aber auch einen alternativen Weg zur Auswahl anbieten. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau.
Die Schattenseiten des Courts
Apropos Meckern: Kommen wir zu den Schattenseiten des Sports: Sobald ihr online spielen wollt, braucht ihr eine gute Truppe, um gegen eure Kontrahenten bestehen zu können. Um wirklich gute Spieler zu erhalten, müsst ihr verdammt viel Zeit investieren oder echtes Geld. Denn durch Mikrotransaktionen habt ihr ratz-fatz ein Elite-Team erstellt.
Wie diese Mikrotransaktionen in den Vordergrund treten und euch damit ständig suggerieren, dass ihr es hier nicht mit einem Vollpreisprodukt zu tun habt, ist schon eine arge Belästigung. Aber das ist ja leider nichts Neues.
Darum bitte ich jeden, der diesen Aspekt hasst, dass er auch keinen Cent dort reinbuttert – denn ansonsten wird 2K rein gar nichts daran ändern. Warum sollten sie auch, wenn sie damit Geld verdienen?! Daher geht der Ball an euch – macht was draus!
Fazit
„NBA 2K20“ ist insgesamt ein großartiges Spiel, das im Singleplayer-Modus jegliche Konkurrenz hinter sich lässt: Atmosphärisch, spielerisch und inhaltlich kann niemand 2K das Wasser reichen. Angreifbar macht sich der Publisher aber durch die aufdringliche Mikrotransfer-Einbindung, die den Spielspaß des Online-Modus‘ stark verwässern.
Doch diese Kritik hat sich 2K selbst eingebrockt – könnte sie aber auch spielend leicht wieder aus der Welt schaffen. Denn wirklich nötig hat das meisterliche Werk diese Mikrotransfer-Mechaniken eigentlich nicht.
Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC
Website: nba.2k.com/2k20