Auf den ersten Blick sieht Seacrest County, der Ort, an dem die Reihe spielt, immer noch so aus, wie ich sie in Erinnerung habe. Ein genauer Blick auf die alte Konsolenversion zeigt aber doch, dass EA samt der beiden Entwickler Criterion und Stellar Entertainment hier nachgebessert haben. Die Kanten sind schärfer, die Bilder höher aufgelöst und die Ladezeiten schneller. Alles sieht immer noch sehr schick aus, auch wenn man merkt, dass es sich um ein Remaster und keine Neuauflage handelt.
Recht gegen Unrecht
Inhaltlich setzt ihr euch bei „Need for Speed: Hot Pursuit Remastered“ entweder hinter das Steuer eines Rasers oder eines Polizisten. Das hatte damals schon viel Abwechslung ins Geschehen gebracht. Will ich einfach mal ein paar Rowdies von der Straße rammen, dann mache ich die Sirene an und starte den Polizeiwagen. Will ich rasen, was das Zeug hält, rüste ich den Wagen auf und lasse die Blaulichter hinter mir. Also das eigentliche Spielprinzip macht immer noch Laune. Kleine Randbemerkung: Damals war „Hot Pursuit“ eines der Rennspiele, bei dem ich auch außerhalb der Rennen durch die Gegend kurven konnte. Heutzutage ist man mit „Forza Horizon“ aber schon arg verwöhnt, dass dieses Feature etwas altbacken wirkt. Dennoch nett, um die Strecken und Autos besser kennenzulernen.
Apropos Autos: Hier merkt man auch den Zahn der Zeit. Denn alle aktuellen Karren, die ihr hier bekommt, sind eben nicht mehr aktuell, weil das Spiel schon zehn Jahre auf dem Buckel hat. Mich hat das nicht gestört, einem Kumpel von mir kam das aber sauer hoch – er hätte sich für ein Remaster gewünscht, dass man wenigstens die Autos an die heutige Zeit anpasst. Geschmackssache.
Geschmeidig um die Kurven
Nach einigen Rennen ist mir aber auch aufgefallen, dass sich die Autos recht gut steuern lassen. Sogar ein wenig besser als noch im Original. Nach kurzer Recherche habe ich den Grund herausgefunden: Die Framerate von 60 FPS macht hier den Unterschied zum Original. Die Wagen steuern sich nun etwas besser, was das Arcade-Feeling angenehm unterstreicht.
Wie gesagt: Wirklich Neues solltet ihr hier nicht erwarten. Dennoch war ich über ein Feature sehr überrascht: der sogenannte Autolog lässt euch – auch plattformübergreifend – gegen Kumpels antreten. Ihr spielt hier aber nicht im direkten One-to-One-Rennen, sondern asynchron. Habt ihr beispielsweise ein Rennen absolviert, geht eure Zeit online. Fährt ein Freund aus eurer Freundesliste schneller als ihr, bekommt ihr dies gemeldet und könnt beim nächsten Starten direkt wieder angreifen. Ein sehr nettes Feature, was den Wettbewerbsgeist in mir geweckt hat.
Fazit
Ich mache es kurz: „Need for Speed: Hot Pursuit Remastered“ ist immer noch ein richtig klasse Rennspiel mit ordentlich Arcade- und Action-Feeling. Das Remaster hält sich mit Innovationen aber sehr stark zurück: Reicht euch eine leicht verbesserte Grafik samt höherer Framerate? Dann greift gerne zu. Oder auch, wenn ihr noch nie das Vergnügen mit diesem Ableger hattet. Seid ihr jedoch Fans der ersten Stunde und besitzt noch das Original, würde ich mir den Kauf überlegen. Aber das müsst ihr selbst entscheiden. Grundsätzlich habt ihr hier ein starkes Spiel vor euch.
Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC
Website: https://www.ea.com/games/need-for-speed/need-for-speed-hot-pursuit-remastered