Unterhaltung Games

NeverAwake

Aufwachen, bitte! Willkommen in einer alptraumhaften Bullet-Hell – auf die positive Art.

Wenn man NeverAwake mit einem Begriff beschreiben müsste, würde ich sagen: Ein 2D-Shoot'm-Up. Doch wird das dem Werk aus dem Hause Neotro Inc. nicht so ganz gerecht. Denn hier steckt mehr drin als bloßes Ballern.

Kugel aus der Hölle

In den ersten paar Minuten werdet ihr bereits feststellen, ob euch das Spiel liegt oder nicht. Als eine Art schwarz gekleidete Anime-Hexe fliegt ihr durch surreale Welten und ballert dort alles ab, was euch entgegenkommt. Mit dem linken Stick steuert ihr die Figur, während der rechte Stick die Richtung eurer Kugeln bestimmt. Also alles recht klassisch bis dahin.

Die kleine Hexe kann aber noch mehr: Per Knopfdruck entfesselt sie einen Kugelhagel um sich herum oder weicht blitzschnell aus. Diese beiden Mechaniken solltet ihr verinnerlichen, da sie euch das Leben um einiges erleichtern werden. Das mal zum groben Gameplay, das euch anfangs erwartet.

Im Schlaf gefangen

Machen wir schnell einen Schlenker zur Story: Ihr befindet euch in einer Traum- bzw Alptraumwelt. Warum? Weil ihr die dunkle Seite eines sich im Schlaf oder Koma befindlichen Mädchens übernehmt. Schwarz gekleidet sollt ihr es schaffen, dass die schlummernde Schönheit wieder erwacht. Daher entsteht auch der Titel NeverAwake, wie ihr euch nun denken könnt. Um die Hauptfigur von ihren Schlaf-Ketten zu befreien, müsst ihr diese Glied für Glied aufsprengen. Und dabei bildet jedes Glied eine Mission.

Insgesamt warten vier Welten mit je zehn Levels auf euch, plus ein Finale, von dem ich euch natürlich nichts verrate. Die einzelnen Level spielen sich angenehm kurz und sind anders als ich sie aus Genre-Vertretern kenne. Denn euer Ziel ist es nicht von A nach B zu kommen, sondern möglichst schnell genügend Seelen einzusammeln. Diese erhaltet ihr von erlegten Gegnern. Wenn ihr eine bestimmte Anzahl gesammelt habt, endet die Mission erfolgreich.

Action fürs Ende

Ein Level wird daher nie zu Ende sein, wenn ihr euren Feinden nur geschickt ausweicht. Nach einer Weile wiederholt er sich sogar und wirft euch immer stärkere Gegner vor. Daher beeilt euch etwas, um mehr Ruhe zu haben. Das gilt übrigens auch für die vielen End- und Zwischenbosse: Diese erledigt ihr im Grunde nicht, sondern sammelt Seelen bei ihnen ein, die sie nach Beschuss verlieren. Interessante Mechanik.

Damit mehr Abwechslung ins Geschehen kommt, bietet euch NeverAwake einen Shop an, der nach und nach neue Items bereithält. Dort rüstet ihr euch immer stärkere Schüsse oder Boosts aus. Denn bereits ab der Hälfte der ersten Welt zieht der Schwierigkeitsgrad ordentlich an. Nach drei Treffern endet die Reise, wenn ihr nicht aufpasst. Das Spiel wird euch also fordern, wenn ihr Lust drauf habt.

(Alp-)Traumhafte Optik

Grafisch wandelt NeverAwake ebenfalls auf eigenen Wegen: In düsterem Comic- bzw. Anime-Look wird hier ein hübsch anzuschauender Bullet-Hell-Sidescroller präsentiert. Der Detailgrad hält sich dabei etwas in Grenzen, macht das aber durch das interessante Gegner-Design wieder wett. Oder habt ihr schon mal gegen einen diabolischen Rettich mit dutzenden Augen gekämpft?

Fazit

NeverAwake ist ein eigenwilliger und daher recht erfrischendes Shoot'm-Up. Die angenehm kurzen Levels samt einer steil steigenden Herausforderung spielen sich sehr unterhaltsam. Wer auf das Genre steht, sollte hier unbedingt einen Blick riskieren.

Erhältlich für: PS, Xbox, PC, Switch
Website: neotro.jp/presskit/sheet.php?p=NeverAwake