Schnell, chaotisch und echt brutal: „Nidhogg 2“ von Entwickler Messhof Games ist definitiv nichts für jedermann. Dem Wahnsinn, dem ihr hier ausgesetzt seid, passt eigentlich nicht in diese Zeilen. Viel besser schaut ihr es euch live an. Aber dennoch versuche ich euch mal dieses Werk schmackhaft zu machen, weil es recht einzigartig ist.
Nicht jedermanns Sache
Das mag auf der einen Seite an der gewöhnungsbedürftigen Comic-Grafik liegen, auf der anderen Seite an dem stellenweise recht hektisch wirkenden Spielablauf. Wen das nicht abschreckt, der erlebt hier ein irres Spiel, das über Wochen unterhalten kann. In dem 2D-Pixel-Titel geht es im Grunde immer nur darum, sich mit anderen zu duellieren: Ein Treffer und das war’s auch schon.
Die Gefechte sind immer recht schnell vorüber, machen aber umso mehr Spaß. Denn nach einem virtuellen Ableben geht es ruckzuck wieder in den Kampf – diesmal mit neuer Waffe. Zur Auswahl steht ein breites Langschwert (langsam, aber heftig!), ein Degen (Der Allrounder), ein Dolch (gut zum Werfen) und ein Bogen (greift euch lieber eine andere Waffe).
Mit Geschick und etwas Glück könnt ihr gegnerische Attacken abwehren, um selbst zu punkten. Das mag sich jetzt zwar recht unspektakulär anhören, ist aber in der Praxis ein riesiger Spaß, der besonders gegen Kumpels ganz Abende füllen kann. Versucht es einfach mal selbst!
Übungsplatz für Solisten
Auch wenn „Nidhogg 2“ seine wahre Spielfreude im Multiplay entfaltet, so richtet sich der Titel auch an Singleplayer samt einer kleinen, aber heftigen Kampagne. Die Levels des Einzelspieler-Modus werfen euch immer schlauer agierende Kontrahenten vor die pixeligen Füße, gegen die ihr euch dann wehren dürft. Das Ziel eines jeden Levels: Erreicht den letzten Bildschirm auf der rechten Seite, um euch einem gigantischen Lindwurm zu opfern.
Ja, richtig gelesen: Nach Abschluss einer Mission werdet ihr gefressen. Wie gesagt: Normal ist hier nichts. Schafft es allerdings euer Kontrahent sich nach links auf den letzten Bildschirm durchzukämpfen, dann gilt der Einsatz als verloren.
Solltet ihr die Kampagne erfolgreich gemeistert haben, werdet ihr recht schnell in der simplen Steuerung fit sein: Eigentlich gibt es nur springen, laufen und zustechen. Wobei: Beim Zustechen könnt ihr drei Positionen wählen – hoch, mittel und niedrig.
Je nachdem, was euer Gegenüber gewählt hat, seid ihr damit erfolgreich oder werdet geblockt. Es kommt als etwas auf Glück, Geschick und Schnelligkeit an. Die unterschiedlichen Figuren spielen dabei keine Rolle, sondern tragen durch ihre merkwürdige Optik zu dem Wahnsinn bei – auf die gute Art aber.
Fazit
Auf „Nidhogg 2“ haben wohl einige gewartet, obwohl sie nicht wussten, dass es dieses Spiel überhaupt gibt. Es ist verrückt, durchgedreht, richtig bunt, simpel, aber auch verdammt spaßig. Solltet ihr auf ein kurzweiliges Spielchen stehen, bei dem ihr euch mit Freunden messen könnt (und euch „Street Fighter“ zu normal ist), dann greift zu „Nidhogg 2“ – ein irrer Spaß wartet auf euch. Nun endlich auch für die Xbox One verfügbar.
Erhältlich für: Xbox One, PS 4, PC
Website: nidhogggame.com