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Nintendo Switch 2

Von der NES-Revolution bis zur modernen Hybrid-Konsole.

Endlich ist sie da - acht Jahre nach der erfolgreichen Einführung der Switch 2 steht nun der Nachfolger bereit. Das erste Positive an der Sache: Mit dem Namen steht auch gleich fest, dass es ein Nachfolger ist. Ich weiß noch genau, wie sehr mich damals der Nachfolger der Wii mit dem Namen Wii U verwirrt hat - und ich kenne mich wirklich gut mit der Materie aus. Wie muss es da anderen ergangen sein?! Daher hat Nintendo zum Start der Switch 2 schon mal die erste Hürde erfolgreich genommen. Doch bevor wir auf die Konsole selbst schauen, nehme ich euch mit auf eine kleine Zeitreise. Blickt mit mir auf die Anfänge von Nintendos Konsolen-Vergangenheit. So fällt es leichter die Switch 2 am Ende einzuordnen.

Rückblick: 1985 – Der Beginn einer Ära

Als Nintendo 1985 das Nintendo Entertainment System (NES) auf den Markt brachte, war das nicht nur ein Befreiungsschlag für die damals kriselnde Videospielbranche, sondern auch der Startschuss für eine der größten Erfolgsgeschichten der Unterhaltungselektronik. Das aus dem ehemaligen Kartenhersteller einer der einflussreichsten Konsolenhersteller werden würde, ahnten nur die Wenigsten.

Das NES setzte mit seinen 8-Bit-Grafiken, kultigen Controllern und Spielen wie Super Mario Bros., Metroid und The Legend of Zelda neue Maßstäbe. Es war die erste Konsole, die gezielt auf Drittentwickler setzte und damit ein riesiges Spiele-Ökosystem schuf. Der Grundstein für Nintendos Innovationsdrang war gelegt.

Nintendos Konsolen-Werdegang: Innovation in Serie

Seitdem hat Nintendo die Welt der Konsolen regelmäßig aufgemischt. Nach dem NES folgten das Super Nintendo (SNES), das Nintendo 64, der GameCube, die revolutionäre Wii und die vorhin erwähnt Wii U, die leider floppte. Parallel dazu prägte Nintendo mit Handhelds wie dem Game Boy, DS und 3DS ganze Generationen von Gamern.

2017 kam mit der ersten Switch die nächste große Revolution: Ein Hybrid aus Handheld und stationärer Konsole, der sich weltweit millionenfach verkaufte und Nintendo wieder mit an die Spitze der Branche katapultierte - direkt neben Sony, die mit ihrer PlayStation den Markt dominieren. Mit der Switch 2 geht Nintendo diesen Weg nun konsequent weiter – und setzt erneut auf Innovation und Flexibilität.

Die Switch 2: Technische Besonderheiten im Fokus

Das auffälligste Upgrade ist das neue 7,9-Zoll-LCD-Display mit einer Full-HD-Auflösung von 1920x1080 Pixeln. Dass sie nun keine OLED-Auflösung hat, ist ein Punkt für eine andere Diskussion. Dafür ist die Hardware endlich mal halbwegs auf der Höhe der Zeit: Dank HDR10-Unterstützung und einer variablen Bildwiederholrate von bis zu 120 Hz wirkt das Bild gestochen scharf, farbenfroh und flüssig – egal ob im Handheld- oder TV-Modus.

Übrigens: Die Entscheidung für ein LCD statt OLED begründet Nintendo mit den enormen Fortschritten bei der LCD-Technik, die jetzt HDR und hohe Helligkeitswerte ermöglicht. Im Dock-Betrieb sind sogar bis zu 4K bei 60 Hz möglich, was vor allem auf großen Fernsehern beeindruckt. Aber natürlich werden bei dieser Entscheidung auch wirtschaftliche Faktoren eine sehr große Rolle gespielt haben.

Innenleben: Mehr Power, mehr Möglichkeiten

Aber was steckt drin? Im Inneren arbeitet ein speziell entwickelter Nvidia Tegra T239-Prozessor mit einem Octa-Core ARM Cortex-A78C CPU und einer modernen Ampere-GPU mit 1.536 CUDA-Kernen. Unterstützt wird das System von 12 GB LPDDR5X-RAM und 256 GB schnellem UFS-3.1-Speicher, der sich per microSD Express um bis zu 2 TB erweitern lässt. Heißt also auch, dass ihr eure alten microSD-Karten von der Switch 1 nicht mehr gebrauchen könnt.

Dank DLSS-Upscaling und Raytracing-Unterstützung liefert die Switch 2 auch bei aufwendigen Spielen eine beeindruckende Grafik – sowohl unterwegs als auch am Fernseher. Die Ladezeiten sind spürbar kürzer, und mit Wi-Fi 6, zwei USB-C-Ports und einem Ethernet-Anschluss im Dock ist die Konnektivität auf dem neuesten Stand. Weniger hätte ich auch nicht erwartet.

Joy Cons: Magnetisch, vielseitig, als Maus nutzbar

Die neuen Joy Cons sind ein echtes Highlight. Sie docken jetzt magnetisch an die Konsole an, was für ein deutlich stabileres und wertigeres Gefühl sorgt. Nintendo verzichtet dabei auf die problematischen Hall-Sensoren, da starke Magnete deren Funktion beeinträchtigen würden. Dennoch sind die Joy Cons robuster und zeigen im Alltag keine Drift-Probleme wie die Vorgänger.

Ein echtes Novum: Ihr könnt die Joy Cons auch als Maus verwenden – und zwar einzeln oder im Doppelpack, für Links- und Rechtshänder gleichermaßen. Das funktioniert überraschend präzise und macht nicht nur in Menüs, sondern auch in Spielen und beim Browsen richtig Spaß. Die Joy Cons sind etwas schwerer und liegen besser in der Hand, was längere Sessions angenehmer macht. Ich bin schon gespannt, welche Spiele das später unterstützen oder sogar als Feature einsetzen werden.

Weitere Features und Zubehör

Zum Start-Set der Switch 2 gehören neben der Konsole und den Joy Cons auch eine Halterung für den Controller-Modus (quasi ein Joy-Con-Grip), ein HDMI-Kabel, ein Netzadapter zum Aufladen, eine neue Docking-Station für den TV-Betrieb (jetzt mit eigenem Lüfter, Ethernet-Port und zwei USB-Anschlüssen) sowie Sicherheitsschlaufen für die Joy Cons – natürlich alles farblich aufeinander abgestimmt. Die Docking-Station ist kompakt, bietet aber alle nötigen Anschlüsse und lädt die Konsole zuverlässig auf.

Speicher, Akku und Alltagstauglichkeit

Mit 256 GB internem Speicher ist die Switch 2 für digitale Spiele und DLCs gut gerüstet. Die Akkulaufzeit liegt je nach Nutzung zwischen 3 und 6,5 Stunden, das Aufladen dauert etwa drei Stunden. Aber hier muss ich noch öfters spielen, um euch bessere Zahlen zu liefern. Das Gewicht bleibt trotz größerem Display angenehm niedrig, und die Konsole wirkt insgesamt deutlich wertiger und stabiler als das Vorgängermodell.

Starttitel der Switch 2: Mario Kart World als Highlight

Zum Start der Switch 2 präsentiert Nintendo eine solide Auswahl an Titeln, die sowohl neue Spieler als auch Fans begeistern dürften. Besonders hervorzuheben ist Mario Kart World, das als eines der besten Rennspiele für die Konsole gilt. Mit gewohnt spaßigem Gameplay, neuen Strecken und verbesserter Grafik nutzt es die technischen Möglichkeiten der Switch 2 hervorragend aus und bietet sowohl im Einzelspieler- als auch im Mehrspielermodus jede Menge Rennspaß. Mehr Details verrät der separate Testbericht. So viel sei gesagt: Für viele ist Mario Kart World schon jetzt der Kaufgrund schlechthin für die neue Konsole.

Neben Mario Kart World gibt es eine Reihe weiterer Titel, die den Start der Konsole begleiten und für Abwechslung sorgen. Die Auswahl ist zwar nicht riesig, aber qualitativ hochwertig und zeigt, dass Nintendo auf bewährte Marken und neue Ideen setzt, um die Spieler bei Laune zu halten. Und das Beste: Die Switch 2 ist abwärtskompatibel. Ihr könnt also euren Switch-Spiele auch auf der Switch 2 zocken – teilweise in besserer Optik.

Portierungen auf der Switch 2: Beste Qualität für bekannte Titel

Neben den exklusiven Starttiteln bietet die Switch 2 auch eine Reihe von Portierungen bekannter Spiele, die bereits auf anderen Plattformen erschienen sind. Dazu zählen unter anderem Cyberpunk 2077, Street Fighter 6 oder Split Fiction. Diese Titel sind zwar keine Neuerscheinungen, aber auf der Switch 2 in beeindruckender Qualität spielbar.

Dank der leistungsstarken Hardware und der optimierten Software laufen diese Spiele flüssig und sehen auf dem hochauflösenden Display der Switch 2 hervorragend aus. So könnt ihr auch unterwegs oder im TV-Modus in die Welten von Cyberpunk, Street Fighter oder Split Fiction eintauchen, ohne Abstriche bei Grafik oder Performance machen zu müssen. Diese Portierungen erweitern das Spieleangebot der Switch 2 und bieten Fans die Möglichkeit, beliebte Titel flexibel und mobil zu genießen.

Ein fragwürdiges Zusatzangebot

Ein wenig unverständlich ist die Entscheidung von Nintendo, für die sogenannte Switch Einführungstour eine Gebühr von rund 10,- Euro zu verlangen. Dabei handelt es sich um ein eher simples „Spiel“, das als Einführung in die Konsole gedacht ist, um neue Nutzer mit den Funktionen vertraut zu machen.

Viele Spieler und Fans hätten erwartet, dass eine solche Einführung als Basisangebot kostenlos zur Verfügung steht – schließlich ist sie ein wichtiger Bestandteil des Nutzererlebnisses und sollte nicht extra zur Kasse bitten. Die zusätzliche Kostenpflicht wirkt eher wie ein unnötiges Hindernis, das den Einstieg erschwert und den guten Eindruck der ansonsten gelungenen Hardware etwas trübt.

Nintendo sollte hier dringend überdenken, ob man nicht besser auf ein kostenloses Tutorial oder eine integrierte Einführung setzt, um den Kundenservice und die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern.

Fazit: Ein gelungener Sprung in die Zukunft

Mit der Switch 2 beweist Nintendo einmal mehr, dass sie Innovation und Tradition perfekt verbinden können – auch wenn die Preispolitik des Einkaufsführers grenzwertig ist. Die neue Konsole setzt auf ein brillantes Display, starke Hardware und clevere Features wie die magnetischen Joy Cons mit Maus-Funktion. Das Startpaket ist umfangreich und durchdacht, die Technik auf Höhe der Zeit. Wer schon mit der ersten Switch glücklich war, bekommt hier ein echtes Upgrade – und auch Neueinsteiger finden einen flexiblen, leistungsstarken Begleiter für jede Lebenslage. Die Switch 2 ist damit nicht nur eine würdige Nachfolgerin, sondern setzt erneut Maßstäbe für mobiles und hybrides Gaming.

Webseite: nintendo.com/de-de/Hardware/Nintendo-Switch-2/Nintendo-Switch-2-2785301.html