Unterhaltung Games

Nullstar: Solus

Leicht ist für Anfänger!

Nullstar: Solus ist genau das richtige Spiel für alle, die beim Begriff „leicht zugänglich“ eher nervös lachen. Hier geht es um ein Präzisionsspiel mit hohem Tempo, starkem Fokus auf Bewegung und einer Lernkurve, die sehr schnell sagt: „So, jetzt mal ernsthaft.“

Eine Drone, viel Druck

Ihr steuert keinen klassischen Helden, sondern einen Scavenger-Drohnenpilot im Dienst einer Konzernmission, der durch die Ruinen einer sterbenden Welt rast, um Fragmente einer gigantischen Energiequelle zu bergen. Das Szenario ist angenehm düster und passt gut zu dem Gefühl, dass hier jede Sekunde zählt.

Ich mag den Aufbau sehr, weil er das Spiel sofort in eine klare Richtung drückt: Geschwindigkeit, Präzision und Nerven aus Stahl. Nullstar: Solus will nicht gemütlich sein, sondern euch in möglichst kurzer Zeit in möglichst enge, gefährliche Situationen schicken. Darauf muss man aber auch Bock haben.

Steuerung auf Kante

Das Herzstück ist die Bewegung. Ihr lenkt eure Drohne über Thruster an allen Seiten und könnt einzelne Richtungen deaktivieren, um gezielt mehr Kontrolle oder Geschwindigkeit herauszuholen. Das klingt simpel, wird aber sehr schnell ziemlich knifflig, weil jede kleine Eingabe spürbar ist.

Genau hier liegt die große Stärke des Spiels. Wenn ihr eine Passage sauber durchzieht, fühlt sich das richtig gut an. Wenn ihr dagegen einen Moment zu spät reagiert, wisst ihr sofort, dass ihr selbst schuld wart. Dann grinst euch das Spiel hämisch an.

Schnell schwer

Wenn es nicht klar war, muss ich erneut betonen, dass Nullstar: Solus schnell zur Herausforderung wird. Die Level sind kurz, eng gebaut und oft so entworfen, dass ihr viele Anläufe brauchen werdet. Das macht das Spiel sehr reizvoll für Speedrun-Fans, kann aber für andere auch ziemlich frustig werden.

Ich würde sagen: Das Spiel versteht exakt, was es sein will, aber es verlangt diese Art von Spiel auch konsequent von euch ein. Wer Freude daran hat, Routen zu perfektionieren und Fehler als Teil des Lernens zu sehen, bekommt hier viel zurück. Wer eher lockere Plattformkost erwartet, könnte an der Härte schnell die Lust verlieren.

Stil und Stimmung

Optisch setzt Nullstar: Solus auf klar lesbare Pixelgrafik mit einer Sci-Fi-Ruinenästhetik. Die Umgebungen sind nicht immer spektakulär bunt, aber sie transportieren dieses Gefühl einer verlassenen, ausgehöhlten Megastruktur sehr gut. Das ist atmosphärisch stark, auch wenn die Farbpalette stellenweise sehr fade ist.

Dazu passt der Soundtrack, der treibend und passend ist. Das Spiel lebt stark von diesem ständigen Vorwärtsdrang. Die Musik sowie Optik helfen dabei, die Spannung oben zu halten. Gerade bei so einem Präzisionsspiel ist das enorm wichtig, weil jedes akustische und visuelle Signal die Reaktionszeit mitbestimmt.

Fazit

Nullstar: Solus ist ein fokussierter, fordernder Präzisionsplattformer mit cleverer Steuerung, starkem Bewegungsgefühl und klarer Identität. Ich finde vor allem die Drohnensteuerung und das daraus entstehende Geschwindigkeitsgefühl sehr gelungen.

Die Kehrseite ist die ziemlich aggressive Schwierigkeit. Das Spiel wird schnell hart, bleibt dabei aber mechanisch recht konstant und bietet nicht jedem genug Abwechslung. Trotzdem bleibt unterm Strich ein starker Indie-Titel für alle, die gern an ihren Runs feilen, Fehler vertragen und sich über jeden perfekt genommenen Abschnitt wie über einen kleinen Sieg gegen die Physik freuen.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch 
Webseite: store.steampowered.com/app/3094210/Nullstar_Solus