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Obey Me

Ein Mädchen und ihr Hund gegen die Mächte der Hölle – doch keine Sorge: Ganz so heißt wird dieser Trip leider nicht.

Die Hölle im Konflikt: Publisher Blowfish Studios und Entwickler Error 404 Game Studios eröffnen ein intrigenreiches Actionfeuerwerk. Mit „Obey Me“ schicken die Entwickler euch in einen stylishen Top-Down-Brawler, der durch Rollenspielelemente aufgelockert wird. Eine interessante Idee.

Langsam geht die Welt zugrunde

Bevor es richtig losgeht, führt euch eine recht uninspirierte Zwischensequenz ins Geschehen ein – eigentlich handelt es sich dabei lediglich um stilstehende Artworks, über die eine Tonspur läuft. Persönlich klicke ich mich da immer lieber durch. Dafür kann sich jedoch die Optik im Spiel sehen lassen. Durch die Neon-Farben fühle ich mich immer etwas in der Zeit zurückversetzt.

Dreh- und Angelpunkt des Spielchens sind Vanessa, ihres Zeichens eine Dämonin, die ausgeschickt wurde, um einen Rebellen zur Strecke zu bringen. An ihrer Seite kämpft Dobermann-Rüde Monty, ein sprechender und recht kampfeslustiger Hund. Mit diesem Tag-Team prügelt ihr euch fortan durch die monströsen Gestalten der Hölle.

Lasst uns tanzen!

Nachdem ihr die Grundlagen der Steuerung erlernt habt, geht die Action richtig los: In typischer Brawler-Manier verfügt ihr über einen normalen und einen harten Schlag, könnt Kombos raushauen und natürlich dämonische Spezialfähigkeiten nutzen. Beispielsweise kann Vanessa kurze Strecken teleportieren, mit Messern um sich werfen oder wie eine aggressive Bodenturnerin durch die gegnerischen Horden pflügen.

Als Unterstützung kommt Monty ins Spiel, den ihr nur passiv steuern könnt. Im Koop-Modus darf ein Freund die Steuerung übernehmen, was „Obey Me“ wieder deutlich aufwertet. Im Solo-Modus könnt ihr Monty Befehle geben oder bei genügend Aufladung sogar mit ihm für kurze Zeit verschmelzen: Dadurch erhaltet ihr ein paar Sekunden lang immense Kräfte und teilt ordentlich aus.

Gelernt ist gelernt

Damit Abwechslung ins Geschehen kommt, sammelt ihr Seelen eurer Feinde ein, um neue Fertigkeiten zu erlernen. Im Laufe der etwa sieben bis acht Stunden langen Story schaltet ihr dadurch neue Skills und Waffen frei, die unterschiedliche Spielstile erlauben. Auf dem Papier hört sich das richtig klasse an, ist es anfangs auch.

Doch schon im zweiten, spätestens aber dritten Kapitel geht „Obey Me“ etwas die Luft aus. Grund für diesen Druckabfall ist die recht eigenwillige, manchmal sogar umständliche Steuerung, gepaart mit einer merkwürdigen Kollisionsabfrage. Bei mir hat es angefangen als die Bodenminen ins Spiel kamen. Bis zu diesem Punkt fühlte ich mich bestens unterhalten: Die Kombos machten Spaß und auch optisch hatte ich nichts zu beanstanden. Doch diese Minen …

Flipper in den Tod

Lasst es mich kurz erklären: Diese Bodenminen sehen aus wie Gewächse, die aus dem Boden kommen. Nährt man sich ihnen, deutet ein roter Kreis um sie herum an, dass sie bald in die Luft gehen – soweit ganz normal. Treffen euch die Explosionen, zwickt das natürlich auch ein paar Lebenspunkte ab und schleudert euch durch die Gegend.

Letzteres Feature ist besonders nervig, wenn ihr in einem Minenfeld gegen Monster kämpfen sollt. Bei mir war es ein paar Mal der Fall, dass eine Explosion einer Mine auch unweigerlich meinen Tod zur Folge hatte. Denn dadurch wurde ich zur nächsten Mine geschleudert, die explodierte und mich zu nächsten Mine schleuderte, die explodierte und mich zur nächsten Mine schleuderte, die … ich denke, ihr wisst, was ich meine. Ganz schön frustrierend.

Auch der Einbruch der Frames bei solchen Aktionen war deutlich bemerkbar. Manchmal ruckelte ich mich in den sicheren Tod, wenn zu viele Schergen aus der Hölle auf dem Bildschirm vertreten waren. All das könnte man sicherlich mit einem oder zwei Patches beheben. Doch so, wie es gerade ist, nervt es schon arg. Von der leicht umständlichen Menüführung zum Wechseln der Waffen habe ich da noch gar nicht gesprochen.

Diese Punkte sind auch der Grund, dass „Obey Me“ spätestens ab der Hälfte der Story deutlich an Spielspaß einbüßt. Gegen Ende hin wird das Spiel durch diese Mechaniken eher anstrengend als unterhaltsam, was echt schade ist. Denn Potenzial steckt hier eine Menge drin. Zumindest lässt sich „Obey Me“ prima zu zweit spielen und ist in diesem Modus auch vergebender als im Singleplayer-Modus.

Fazit

Mit „Obey Me“ haben Publisher Blowfish Studios und Entwickler Error 404 Game Studios ein gutes, aber nicht sehr konstantes Spielchen abgeliefert. Die Ideen dahinter sind prima, nur hakt es derweil noch etwas an der Umsetzung.

Für zwischendurch macht „Obey Me“ durchaus Laune. Nur werden manche Spielelemente in den höheren Schwierigkeitsgraden zur Geduldsprobe, die so nicht angedacht war. Solltet ihr die Möglichkeit haben, dann spielt „Obey Me“ lieber mit einem Freund zusammen und macht gemeinsam einigen Dämonen Feuer unter ihrem höllischen Arsch.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC
Website: e404.gs/obey-me