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Oceanhorn 2

Eine Indie-Alternative zu Zelda? Fans von Action-Abenteuern sollten hier aufpassen!

2020 erschien Oceanhorn 2 bereits für die Nintendo Switch und flog bei vielen einfach unter dem Radar hindurch - wozu ich mich ebenfalls zähle. Erst mit dem Release 2023 auf der Xbox und Playstation wurde ich auf den Nachfolger von Oceanhorn 1 aufmerksam und war entzückt. Ob sich meine Vorfreude gelohnt hat, verrate ich euch jetzt.

Auf den Spuren einer Legende

Lang, lang ist's her: 2013 erschien Oceanhorn 1 als eine Art Zelda-Klon – wobei ich hier von Zelda: A Link to the Past spreche. Auf mobilen Endgeräten wurde Oceanhorn zum heimlichen Hit. Später eroberte das Spiel auch die Konsolen. Dem Spielgefühl war zwar deutlich anzumerken, woher es kam, aber dem Spielspaß tat dies keinen Abbruch. Ich jedenfalls habe Oceanhorn sehr gerne gespielt und war bis zum Ende bestens unterhalten.

Mit Oceanhorn 2 ging das Entwicklerstudio von Cornfox & Brothers nun einen Schritt weiter: Weg von der isometrischen Perspektive hin zu einer dreidimensionalen Welt. Auch hier wird die Inspiration zu den Zelda-Spielen deutlich. Optisch erinnert Oceanhorn 2 ziemlich stark an Zelda: Breath of the Wild. Inhaltlich beschreiten die Macher:innen eher den Weg eines klassichen Zelda-Abenteuers wie Ocarina of Time oder Skyward Sword - was ich persönlich sehr willkommen heiße. Allerdings ist Oceanhorn nicht eine reine Kopie, sondern mischt dem actionlastigen Abenteuer eigene Spiel-Elemente hinzu.

Magische Knarre

Der auffälligste Unterschied liegt wohl im Gebrauch einer Pistole als Waffe. Ihr seid zwar auch mit dem Schwert unterwegs, doch oft müsst ihr auf den Fernkampf wechseln. Doch der Fernkampf transformiert das Spiel nicht bloß in einen Third-Person-Shooter, sondern hat einen besonderen Kniff: Die Waffe dient quasi als magischer Zauberstab. Denn unser Held namens Hero - ja, nicht sonderlich innovativ–- kann die Waffe mit allerlei Elementen beladen. So verschießt diese Blitze, Feuer, Eis oder sogar Gift. Besonders im Kampf gegen dicke Endbosse müsst ihr da oft abwägen, welches Element hier am effektivsten ist.

Apropos Endbosse: Diese verstecken sich in Oceanhorn 2 in ausufernden Dungeons und warten jeweils am Ende auf euch. Nur mit bestimmten Taktiken lassen sich die dicken Brocken besiegen. Und danach bekommt ihr nicht nur wertvolle Schätze, sondern auch viele Erfahrungspunkte. Diese dürft ihr in bessere Charakter-Attribute verteilen. Auch an dieser Stelle unterscheidet sich Oceanhorn 2 von Zelda.

Kleine Häppchen

Übrigens ist Oceanhorn 2 kein Open World Abenteuer. Ihr bereist die Welt von Gaia, indem ihr unterschiedlich große Areale besucht – ähnlich wie bei Xenoblade Chronicles. Dabei lernt ihr unterschiedliche Kulturen kennen, für die ihr Aufgaben lösen sollt. Denn eine fremde Macht bedroht Gaia. Die Welten sind meist sehr farbenfroh dargestellt und überzeugen mit vielen, kleinen Details. Dabei verströmen diese Welten immer einen Feel-Good-Charme, der für gute Laune sorgt. Ich fühlte mich in jeder Minute der rund 20 Stunden pudelwohl - auch weil es leicht nostalgische Gefühle in mir weckt.

Die unterschiedlichen Areale beinhalten übrigens hier und da immer mal wieder lohnenswerte Schätze, die eine Erkundung rechtfertigen. Es lohnt sich auch mal abseits der gewohnten Pfade zu suchen. Das haben die Entwickler:innen sehr gut hinbekommen. Einzig den Nahkämpfen merkt man etwas an, dass hinter Oceanhorn 2 nur ein kleines Team steckt. Die Kollisionsabfrage, sowie das Timing könnten einen Tick besser sein. Und wenn wir schon am Meckern sind, dann darf ich mich manchmal über die Kameraführung ärgern. Aber das scheint für die meisten Spiele des Genres Standard zu sein.

Sehr mobil unterwegs

Richtig toll wiederum finde ich die Fortbewegung in Oceanhorn 2. Zu Fuß, per Greifhaken, im Flieger oder im Boot lassen auch mal Vibes von Windwaker aufkommen. Einen ebenfalls guten Ansatz finde ich die Idee, dass ihr stets mit einer oder zwei Begleiter:innen unterwegs seid. Diese Charaktere helfen euch nicht nur im Kampf, sondern werden auch zum Lösen von Rätseln gebraucht. Ihr dürft kleine Befehle an eure Mitstreiter:innen verteilen, was sich auch hervorragend für einen Koop-Modus geeignet hätte. Aber vielleicht kommt das ja bei Oceanhorn 3. Man darf ja träumen.

Fazit

Oceanhorn 2 ist eine richtig gute Fortsetzung zum grandiosen ersten Teil. Das actionreiche Abenteuer ließ sich von Zelda inspirieren, überzeugt aber mit genügend eigenen Ideen. Daher kann ich Oceanhorn jedem als Geheimtipp empfehlen, der auf Zelda-likes steht. Zum kleinen Preis bekommt ihr hier rund 20 Stunden Unterhaltung in einem leicht nostalgischen Gewand. Ich wünsche der Reihe noch etwas mehr Erfolg, den sie sicher verdient hat. Denn ich bin bereits jetzt schon gespannt, wie ein Oceanhorn 3 aussehen könnte.

Erhältlich für: Switch, PC, Xbox, PS
Website: oceanhorn.com