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Oddworld: Soulstorm

Es lebe die Revolution! Abe ist wieder da und wird euch befreien, meine Freunde!

Lang, lang ist’s her. Ich erinnere mich noch als ich Oddworld: Abe’s Oddysee im Jahr 1997 zum ersten Mal bei einem Kumpel auf der Playstation 1 bestaunen durfte. Damals wurde ich nicht nur Zeuge einer atemberaubenden Technik, sondern auch eines spannenden Jump&Runs mit frischem Ansatz. Dieser Held konnte seine Schwester und Brüder durch cleveres Vorgehen aus der Knechtschaft befreien. Damals ein sehr innovativer Ansatz. Nun hat sich die Zeit natürlich weitergedreht und mit Oddworld: Soulstorm steht ein neues Abenteuer in den Regalen. Hat Abe diesen Zeitsprung gut vertragen? Schauen wir mal rein.

Atemberaubender Anfang

Was für ein Start: Gleich zu Beginn verwöhnt uns das Studio Oddworld Inhabitants und Herausgeber Microïds mit einer spannenden Cutscene. Ein Zug steht im Mittelpunkt des Geschehens, der von den fiesen Glukkons angegriffen wird. Auch Abe, der Held aus den Vorgängern wird hier packend in Szene gesetzt. Mehr kann ich an dieser Stelle nicht verraten. Jedenfalls regt es schon mal den Appetit auf das kommende Abenteuer an.

Übrigens: Selbst wenn ihr die Vorgänger nie gespielt habt, könnt ihr hier problemlos eintauchen. Kurz zur Ausgangslage: Abe, seines Zeichens ein Mudokon, konnte seine Brüder und Schwester aus der Gefangenschaft befreien und wird nun als Held gefeiert. Allerdings scheint die Freiheit nicht lange zu währen. Denn das Lager, in dem sich Abe niedergelassen hat, wird sogleich von den Glukkons angegriffen. Da die Mudokons eigentlich ein friedvolles Völkchen sind, bleibt ihnen nur die Flucht. Und so beginnt das Abenteuer.

Ganz wie früher

In der grünen Haut von Abe müsst ihr euch in 2,5D-Levels durch insgesamt 17 Missionen hüpfen, kämpfen und rätseln. Spielerisch bleibt Oddworld: Soulstorm seiner Linie treu. Schon im Jahr 1997 war es nie clever, wenn man einfach blindlings drauf los stürmte. Ihr müsst euch Geschick vor Feinden verstecken, manche Sprungpassage meistern und kleinere Rätsel lösen.

Neu ist, dass ihr nun auch Bomben werfen könnt, die entweder Feuer oder Wasser beinhalten. Mit dem Feuer räumt ihr brennbare Gegenstände aus dem Weg, was meiner Meinung nach immer etwas zu lange dauert, bis alles abgefackelt ist. Mit dem Wasser löscht ihr Brände, um den Weg vor euch zu ebnen.

Im Verlauf der 17 Missionen legt Oddworld: Soulstorm immer wieder Wert auf Abwechslung. Mal gibt es schnelle Fluchtpassagen, in denen der Level förmlich um euch herum einkracht. Dann gesellen sich Schleichpassagen hinzu, in denen ihr unentdeckt durch die Gegend tapsen müsst. Ihr dürft sogar feindliche Drohnen übernehmen, um das Feuer auf die Gegner zu eröffnen. Über die Abwechslung kann man sich wahrlich nicht beschweren. Sogar mit der Kameraperspektive wird immer wieder gespielt, sodass ihr aus der 2D-Ansicht auch mal in eine dreidimensionale Ansicht wechselt.

Abzüge in der B-Note

Grafisch steht Oddworld: Soulstorm auf soliden Beinen. Die Action auf dem Bildschirm wird prima von der Unity Engine in Szene gesetzt. Nur in der technischen Umsetzung, waren die Entwickler manchmal zu genau. Denn einmal musste ich insgesamt fünf meiner wertvollen Wasserbomben auf ein Feuerchen werfen, um es zu löschen – all das nur, weil ich den exakten Pixel nicht getroffen habe. Auch das Sprungverhalten hat mir öfters zu schaffen gemacht, wenn ich mit einem Doppelsprung plötzlich meilenweit neben dem Ziel landete. Besonders nervig war jedoch das herunter- oder heraufklettern an Absätzen. Da können schon einige Nerven verloren gehen.

Aber das waren auch schon die meisten groben Patzer. Je nach Schwierigkeitsgrad – es gibt insgesamt drei davon – braucht ihr rund 15 bis 20 Stunden für einen kompletten Durchgang. Später dürft ihr sämtliche Kapitel einzeln anwählen und alle Ziele darin erledigen, die ihr vielleicht verpasst habt – ein netter Zusatz für Komplettisten wie mich.

Fazit

Mit Oddworld: Soulstorm ist den Oddworld Inhabitants und Herausgeber Microïds ein äußerst vielversprechender Sprung der Reihe in die Moderne gelungen. Bis auf die paar technischen Fehltritte habt ihr hier ein Jump&Run vor euch, wie zu den besten Zeiten aus den goldenen 90er-Jahren. Wenn euch das gefällt, dann greift bedenkenlos zu. Oddworld: Soulstorm zeigt damit auch, dass die Geschichte von Abe und seinem Volk vielleicht doch eine rosige Zukunft haben könnte.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Website: oddworld.com