Mit einem knappen Jahr Verspätung können sich alle Zockerfreunde endlich auch den Olympischen Spielen widmen. Nach Nintendo schicken nun auch Koch Media und Sega eine olympische Spielesammlung aufs Spielfeld und das garniert mit der offiziellen Lizenz. Wenn das nicht wieder für ein erhöhtes Suchtpotential für gesellige Zockerabende sorgt.
Arcade oder Simulation – oder gar beides?
Videospiele zu olympischen Anlässen genießen mittlerweile auch schon eine jahrzehntelange Tradition. Auf der einen Seite der kunterbunte, auf Arcade ausgelegte Ableger von Mario & Sonic, den wir bereits vor einigen Monaten getestet hatten, und auf der anderen Seite die etwas simulationslastigere Umsetzung. Aber heuer ist alles ein bisschen anders, denn auch das „Official Video Game“ geht im Jahr 2021 eher in Richtung Arcade. Dies wird bereits auf dem Cover und im Intro impliziert, auf dem bunte Cartoonfiguren das Geschehen bestimmen. Passend dazu wurde auch das Gameplay angepasst, dass nicht übermäßig komplex und auch für Einsteiger recht schnell zu erlernen ist.
Doch zunächst mal zum Inhalt: Ihr könnt in insgesamt 18 verschiedenen Disziplinen um Ruhm und Ehre antreten, in der Mitte des Treppchens stehen und stolz eure Goldmedaille vorzeigen. Ob Hammerwerfen, Tennis, Boxen oder die klassischen 100m – hier sollte für jeden etwas dabei sein. Auch einige Teamsportarten wie Basketball, Fußball oder Beach-Volleyball sind mit von der Partie. Es gibt eine Trainingsmöglichkeit, um sich mit der jeweiligen Sportart vertraut zu machen, darüber hinaus könnt ihr euch im Wettkampf über zwei Runden bis zum Finale vorkämpfen und dort dann um das begehrte Edelmetall antreten.
Vielfältige Steuerung erwünscht
Die Herausforderung bei so vielen unterschiedlichen Sportarten liegt wohl in der Umsetzung der Steuerung. Ich erinnere mich nur zu gut an die alten Track&Field-Titel der 80er-Jahre, als man wie wild auf seinem Controller rumgedrückte, um seinem Läufer oder Schwimmer zu Höchstleistungen zu bringen. Bei Tokyo 2020 ist wiederum auch gutes Timing und Weitsicht mitentscheidend, denn gebt ihr von Anfang volle Power, wird euer Athlet im Laufe des Rennens an Ausdauer verlieren und im Ranking durchgereicht. Bei Staffelrennen müsst ihr den richtigen Moment finden, um den Staffelstab sicher weiterzugeben. Auch beim Tennis gilt es nicht bloß wahllos draufzuhauen, da hier das Schlagtiming sowie die Körperstellung zum Ball über Winner oder Fehler entscheidet. Natürlich geht die Steuerung nicht derart in die Tiefe wie bei einem Top Spin oder Virtua Tennis – für eine Spielesammlung ist sie aber erstaunlich gut umgesetzt.
Ergänzt wird der Offline-Singleplayer mit einem Online-Multiplayermodus, wo ihr euch mit Spielern aus aller Welt messen könnt. Dies hat im Test recht gut funktioniert und viele Spieler werden dieses Feature auch nutzen, da man die 18 Disziplinen dann doch ziemlich schnell durchgespielt hat und der Schwierigkeitsgrad durch die halb auf Arcade getrimmte Steuerung niedrig bis mittel gehalten wurde. Die Goldmedaille sollte für die etwas erfahreneren Zocker in den meisten Sportarten relativ schnell errungen sein.
Fazit
Unterm Strich ist Tokyo 2020 eine solide Sport-Spielesammlung mit 18 Disziplinen aller Art, die für einige Stunden kurzweiligen Zockerspaß zu sorgen weiß. Die Steuerung ist irgendwo in der Mitte zwischen Arcade und Simulation angesiedelt und bietet auf der einen Seite einen einfachen Einstieg, während auf der anderen Site Profis sehr schnell unterfordert werden. Für eine kleine Sportparty zwischendurch aber ein sehr gutes Programm.
Plattform: Xbox, PlayStation, Switch, PC