Was für ein Timing: Gerade noch habe ich mich mal wieder nach einem klassischen Jump&Run im 2D-Stil (und gerne auch in Retro-Optik) gesehnt, da erscheint „Omega Strike“ wie aus dem Nichts. Das Werk von Entwickler Woblyware und Publisher Digerati ist ein in Pixel gegossener Traum für Metroidvania-Fans – allerdings mit kleinen Macken.
Alle drei auf einmal …
Als Spieler darf ich gleich drei Charaktere steuern: Dabei ist immer nur einer auf dem Bildschirm zu sehen, mit einem Knopfdruck wechsele ich aber übergangslos zum nächsten Helden. Der Clou an der Sache: Jeder dieser Helden hat ganz spezielle Fähigkeiten, die sich auf das Gameplay auswirken. Ihr bekommt in den ersten paar Minuten einen Geschmack davon, wie sich das ständige Wechselspiel anfühlt, bis euch ein fieser Obermotz namens Dr. Omega voneinander trennt.
Übrig bleibt nur noch der Kriegsveteran Sarge, der nun seine Kumpels wieder einsammeln muss. Soviel zur Geschichte. Streng genommen handelt es sich bei „Omega Strike“ wirklich „nur“ um einen weiteren Metriodvania-Klon, der jedoch mit einem netten Twist aufwartet: Der Wechsel zwischen den drei Soldaten ist wunderbar ins Spiel eingebaut und geht sehr flüssig von der Hand.
Im Grunde hätte man den eingangs erwähnten Sarge nach und nach mit neuen Fähigkeiten ausstatten können, um sich an anderen Gerne-Vertretern zu orientieren. Aber „Omega Strike“ teilt die Fähigkeiten viel lieber auf drei Charaktere auf. So kann Sarge anfangs erst mal nur ballern – und nicht sonderlich weit.
Immer besser und besser
In den Levelabschnitten, die auf insgesamt sieben Karten aufgeteilt sind, muss Sarge zunächst einmal seine Truppe komplett versammeln, indem er sich durch die Gebiete kämpft und Bosse zerlegt. Die Boss-Kämpfe fühlen sich übrigens wie in alten „Mega Man“-Zeiten an – herrlich! Nach jedem dieser Fights gibt es ordnungsgemäß eine neue Fähigkeit: Mal in Form eines befreiten Mitglieds oder einer wirklichen Verbesserung einer der Charaktere.
Das reicht von einer Flugrolle für Sarge, mit der er nun durch enge Passagen gleiten kann, über Wände zerstörende Bomben für Bear, bis hin zur Sprint-Fähigkeit für den agilen Dex. Habt ihr alle drei Teammitglieder versammelt, geht die Action erst richtig los: Auf der Jagd nach Dr. Omega warten noch jede Menge Bosse darauf zerlegt zu werden und etliche Geheimnisse auf ihre Entdeckung.
Mit eingesammeltem Geld, das Gegner hinterlassen, verbessert ihr zudem nach und nach eure Ausrüstung: Auf diese Weise ballert ihr nicht nur weiter, sondern teilt auch mehr Schaden aus. Gefundene Lebenssteine lassen sich im Vierer-Pack gegen eine zusätzliche Lebensleiste eintauschen – das Erkunden der einzelnen Abschnitte macht also Sinn. Nur eine Kleinigkeit stört …
Lauf, Sarge, lauf!
Sobald ihr eine neue Fertigkeit erhalten habt, öffnet sich damit also ein neuer Weg auf der Karte – irgendwo, wo ihr wahrscheinlich schon mal wart. Allerdings sagt euch das Spiel nicht genau, wo das ist. Dementsprechend bezahlt ihr einiges an Fersengeld, bis ihr die richtige Stelle zum Weiterkommen gefunden habt – sofern ihr nicht ein Elefantengedächtnis habt und euch merken könnt, wo es zuvor nicht weiterging. Das kann auf Dauer schon nerven.
Der einzige Vorteil daran: Manchmal landet ihr auf der Suche nach dem nächsten Boss auch in Gebieten, in denen sich noch das ein oder andere Secret versteckt hat. Optisch könnte der Pixel-Spaß übrigens aus der Zeit des SNES stammen, auch wenn hier alles ein wenig flüssiger läuft. Sogar die Steuerung könnte aus dieser Zeit stammen. Fühlt sich charmant retro an. Apropos Steuerung: Am besten lässt sich „Omega Strike“ über das D-Pad des Xbox One Controllers navigieren, da es deutlich präziser ist als der Analog-Stick.
Nur bei einem Boss, nämlich auf dem Schrottplatz, hätte ich fluchen können. Mein Daumen schmerzte nämlich nach dem Kampf mit der Müllverarbeitungsanlage, weil ich nach oben ballern musste, während ich aber gleichzeitig nach links und rechts laufen sollte, um nicht getroffen zu werden. Probiert es einfach mal selbst aus, dann wisst ihr, was ich meine.
Fazit
Aber das war es schon mit dem Gemecker. Insgesamt ist „Omega Strike“ ein wunderbares Retro-Metroidvania geworden, das mit einem netten Twist aufwartet, indem es euch die Kontrolle über drei Charaktere gleichzeitig gibt. Das Fähigkeiten-Prinzip und die Steuerung überzeugen ebenso wie die teils knackigen Boss-Kämpfe. Nur die Sache mit den Laufwegen hätte man eleganter lösen können. Aber das Problem kann ja noch in Teil 2 aufgegriffen werden – denn ich bin sicher, dass sich Dr. Omega so schnell nicht geschlagen gibt.
Erhältlich für: Xbox One, PS4, PC
Website: omegastrike.com