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Oninaki

Leben, Tod und irgendwo dazwischen.

Was sieht aus wie ein weiteres vielleicht etwas düsteres klassisches Japan-RPG, spielt sich irgendwie wie eine Mischung aus „Diablo“ und „Secret of Mana“, bearbeitet aber konsequent ein Tabuthema? Richtig, ein „Oninaki“!

Der Tod ist allgegenwärtig

Was passiert, wenn Menschen sterben? Nicht mit den sterblichen Überresten, sondern mit der Seele, mit der Persönlichkeit, mit dem Wesen der Person? „Oninaki“ beantwortet diese Frage klassisch: sie gelangen ins Jenseits, in die Welt der Toten. Problematisch ist nur, dass sie das nicht immer alleine schaffen.

Und in einem solchen Fall kommen die Wächter ins Spiel, die die in der Zwischenwelt gefangenen Seelen an ihr Ziel bringen. Und das ist auch bitter notwendig, verwandeln sich die umherirrenden Seelen doch häufiger mal in Dämonen, die die Welt der Lebenden heimsuchen. In „Oninaki“ spielt ihr einen solchen jungen Wächter.

Das Leben spielt auch mit

Natürlich gibt es in „Oninaki“ eine JRPG geprägte Rahmenhandlung mit Kindheitsgefährten, strengen Familienoberhäuptern und mysteriösen Charakteren auf dem Weg durch die liebevoll und farbenfroh gestaltete Spielwelt. Wobei die Zwischenwelt, in der ihr die verlorenen Seelen sucht, natürlich deutlich düsterer gehalten ist. Ihr streift umher, erfüllt eure Missionen und bekämpft dabei allerhand Gegner.

Unterstützt werdet ihr dabei von euren eigenen Dämonen, die euch im Kampf verschiedene Fertigkeiten verleihen. Im Laufe der Zeit entwickelt ihr nicht nur euren Charakter selbst, sondern auch eure Dämonen weiter. Das Spielgeschehen findet in klassischer Diablo-Draufsicht statt, spielerisch und grafisch wird solide, aber durchaus liebevoll gestaltete Hausmannskost geboten.

Und dazwischen?

Was „Oninaki“ besonders macht, das ist der offene und schonungslose Umgang mit dem Thema Tod. In eurer Funktion als Wächter der Schwelle von der Welt der Lebenden in die Welt der Toten heiligt der Zweck die Mittel. Gleich zu Beginn erlebt ihr, wie sich die um ihren Sohn trauernden Eltern (der wegen der zu starken Trauer nicht allein das Jenseits erreicht) dazu entscheiden, ihrem Sohn zu folgen.

Mit eurer Hilfe begehen sie schließlich aus freien Stücken Selbstmord. In einer weiteren Mission kümmert ihr euch um eine Sekte, deren Mitglieder sich dazu entschieden haben, per Freitod als streunende Seelen ihr Unwesen zu treiben. Thematisch sicher harte Kost, jedoch schafft es „Oninaki“, diese jederzeit wertschätzend zu transportieren.

Fazit

„Oninaki“ ist schon etwas Besonderes. Es fesselt nicht über tolle, neue, besonders ausgefeilte und innovative Spielmechaniken. Es begeistert nicht durch eine pompöse Inszenierung in 8K. Es bedient nicht schonungslos den Jäger- und Sammlerinstinkt. Nein, es fasziniert durch etwas, was in letzter Zeit selten geworden ist, durch ein klares, konsequent bearbeitetes Thema.

Technisch und spielerisch ist es so aufgestellt, dass es genau das emotionale Erlebnis ermöglicht, das es erzeugen will. Daher gibt es eine klare Kaufempfehlung für alle, die der offene Umgang mit dem Tabuthema Tod nicht abschreckt. Alle anderen sollten „Oninaki“ zumindest mal anspielen.

Erhältlich für: Switch, PS4, PC
Website: http://oninaki.square-enix.comoninaki.square-enix.com