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Open Country

Genug vom Großstadt-Dschungel? Dann auf zur virtuellen Land- bzw. Waldflucht. Überleben müsst ihr aber schon selbst.

Als ich die ersten Screenshots zu Open Country sah, dachte ich sofort an den nächsten Jagd-Simulator – womit ich etwas falsch lag. Open Country von Funlabs und Publisher 505 Games hat nämlich viel mehr zu bieten als bloß auf die Jagd zu gehen. Vielmehr treffen sich hier einige Genres und ergeben eine Art Lebenssimulation mit Survival-Game light, würde ich mal spontan sagen.

Tausche Beton gegen Wildnis

Als gebeutelter Arbeitsmensch, der den Großteil des Tages am PC hinter dem Monitor verbringt, zieht ihr einen Schlussstrich. Nein, ihr nehmt kein Seil in die Hand und beendet alles – vielmehr zieht es euch aufs Land, in die Wildnis. Dort erhofft ihr euch inneren Frieden zu finden. So gestaltet sich die Ausgangslage von Open Country.

Zu Beginn nimmt euch das Werk der rumänischen Entwicklerschmiede noch stark an die Hand. So landet ihr erst einmal in einer heruntergekommenen Bar irgendwo im Nirgendwo. Dort macht ihr schnell Bekanntschaft mit dem Bar-Besitzer und freundet euch mit ihm an. Da ihr eure Hilfe anbietet, bekommt ihr schnell ein paar kleine Aufträge, die euch in die Wildnis entlassen. Mit eurem Wohnmobil parkt ihr anschließen am Rand der weitläufigen Karte und erkundet die Gegend. Im späteren Verlauf kommen zwei weitere Karten hinzu, die euch mit neuer Flora und Fauna überraschen werden.

Gesunde Lernkurve

Die Anfangsjobs sind noch simpel und dienen eher als Tutorial: Findet und redet mit einem Ranger, sammelt ein paar Stöcke, baut euch einen Unterschlupf. All das kennt man aus anderen Survival-Games. Doch keine Sorge: Open Country mutiert nie zu einem Hardcore-Survival-Game – zum Glück, wie ich finde. Vielmehr könnt ihr es gemütlich angehen lassen. Bevor euch die Lebenspunkte zu neige gehen, vergeht einige Zeit. Auch trinken müsst ihr nicht so oft wie in anderen Spielen. Natürlich setzt das alles voraus, dass ihr nicht auf wilde Tiere trefft, die euch ans Leder wollen. Denn wie gesagt: Jagen ist ein Teilaspekt dieses Spielchens – und das aus gutem Grund.

Funlabs kennt sich nämlich bestens aus, wenn es um Angel- oder Jagdspiele geht: Die Entwickler machen solche Spiele bereits seit über 20 Jahren – was sich an der Detailverliebtheit der Ausrüstungsgegenstände bemerkbar macht. Insgesamt könnt ihr zwölf verschiedene Fernkampfwaffen ergattern und fünf Nahkampfwaffen. Hinzu kommen noch drei verschiedene Angelruten, mit denen ihr an fast jedem Gewässer angeln gehen dürft.

Was gibt’s zu tun?

Sobald ihr die ersten Missionen hinter euch gebracht habt, lässt euch Open Country immer mal wieder eine Weile alleine. Manchmal wusste ich selbst nicht so genau, was ich jetzt zu tun hatte, bis ich zufällig über die nächste Mission gestolpert bin. Die Geschichte erstreckt sich dabei auf 30 Missionen, die ihr abschließen müsst. Zwischendurch steht es euch aber frei, ob ihr mal einfach so auf Erkundungstour geht.

Motivierend dabei ist ein umfangreicher Skill-Tree, in dem er eure Fähigkeiten aufleveln dürft. Je nach Spielstil investiert ihr dann mehr in eure körperlichen Fähigkeiten, Schieß- und Angel-Künste oder Survival-Skills. Aber all das artet nie in Stress aus. Open Country nimmt gezielt das Tempo heraus, was nach einem langen Arbeitstag wirklich entspannend wirken kann.

Potenzial nach oben

Auf der technischen Seite müsst ihr allerdings einige Abzüge machen. In Bewegung macht Open Country nicht immer eine solide Figur. Manche Texturen laden etwas zu langsam oder glitchen ineinander. Auch die KI der tierischen Waldbewohner lässt hier und da zu wünschen übrig. Beispielsweise musste ich bei meinem ersten Jagd-Job sechs Hasen jagen. Die kleinen Hoppler konnte ich gemütlich nacheinander erlegen, weil die Schüsse sie zwar kurz aufschreckten, aber nach fünf Sekunden dann nicht mehr weiter interessierten. Sobald ihr es aber mit Wölfen oder Bären zu tun bekommt, sieht die Sache schon wieder anders aus.

Übrigens könnt ihr die virtuelle Waldflucht auch mit Freunden begehen: Open Country bietet einen Koop-Modus an, in dem ihr gemeinsam die Wildnis erkunden dürft. Wer mag, darf sich auch mit anderen Spielern messen und zeigen, dass er ein Ziel am schnellsten erlegen kann. Für mich war das allerdings zu hektisch, so dass ich es beim gemütlichen Solo-Abenteuer beließ.

Fazit

Zum Herunterfahren eignet sich Open Country perfekt. Trotz der technischen Mängel entschleunigt das Open-World-Spielchen ungemein. Eigentlich sind Jagd-Spiele nicht ganz mein Fall, aber bei Open Country spielen zum Glück noch weitere Faktoren wie ein Survival-System mit rein, sodass ich mir das gefallen lassen kann. Ich bin jetzt schon gespannt, was Funlabs als nächstes Projekt an den Start bringen wird.

 

Erhältlich für: Xbox, Playstation, PC

Website: https://www.505games.com/games/open-country/