Origami mal anders
Ihr übernehmt in Paper Cut Mansion die Rolle von Toby, seines Zeichens Polizeikommissar. Das entscheidende Detail ist hier allerdings die Grafik. Wie der Name schon andeutet, ist hier alles aus Papier gestaltet – so sieht es jedenfalls aus. Es eine Art Horror-Version von Paper Mario, falls ihr das kennt. Sehr charmant muss ich sagen. Ob das aber wirklich gruselig sein kann, liegt an euch. Jedenfalls ist schon das Intro und die Eingangssequenz so liebevoll gestaltet, dass ich direkt Lust hierauf bekomme.
Als Toby landet ihr in einem verfluchten Herrenhaus. Warum ihr hier seid, wisst ihr schon nicht mehr. Nun wollt ihr diesem Alptraum nur noch entkommen. Aus der isometrischen Perspektive begleitet ihr Toby durch die zufallsgenerierten Räume. Zu Beginn seid ihr nur damit beschäftigt einige Dinge zu untersuchen. Dabei wäre ich fast nicht aus dem ersten Raum gekommen, weil ich das Rätsel nicht verstand. Das lag aber eher an mir als am Rätsel, denn im Grunde war es sehr einfach. Aber immerhin schon ein fordernder Start, der meine Aufmerksamkeit verdiente.
Tür, sprich mit mir!
Euer Ziel ist es in jeder Etage die sprechende Tür zu finden. Diese gibt euch den Weg auf die nächste Etage frei – wenn ihr die entsprechende Aufgabe für die Tür löst. Mal müsst ihr einen Gegenstand suchen, mal ein Rätsel lösen oder mit jemanden sprechen. Jedenfalls liegen zwi-schen dem Start einer Etage und der sprechenden Tür einige Räume. Ihr wandert nun von Raum zu Raum. Dabei wird euch immer nur der Raum angezeigt, in dem ihr euch gerade befindet. Rundherum ist sonst nur schwarz zu sehen. Auch das hat seinen Charme.
Jeder dieser Räume wartet mit einer neuen Herausforderung auf euch. Und nun wird es spannend: Es gibt in jeder Etage merkwürdige Portale zu finden. Diese versetzen euch in eine Parallelwelt, in der bestimmte Dinge möglich sind, die in den anderen Welten nicht möglich sind. So rät-selt und untersucht ihr in der Neo-Cortex-Ebene, das limbische System lässt euch langsam erfrieren, dafür aber verlorene Gegenstände finden. Im Reptilien-Hirn heißt es hingegen aus vollen Papierkanonen ballern. Aber hier habt ihr dafür die Möglichkeit Wege freizuschießen. Ein interessantes Konzept, das anfangs etwas merkwürdig wirkte. Je länger ihr hier aber verweilt, desto mehr gewöhnt ihr euch daran.
Nebenjobs empfohlen
Außerdem wartet neben der Hauptaufgabe auch ein paar Nebenaufgaben in jeder Etage. Damit verdient ihr euch Attributpunkte, die euch später weiterhelfen können. Mit mehr Grips könnt ihr plötzlich sonst verschlossene Truhen öffnen. Das lohnt sich meist, weil da ordentlich Münzen drin warten. Mit diesen kauft ihr bei zufällig positionierten Händlern neue Ausrüstung oder passive Fähigkeiten. Mehr Stärke lässt euch mehr Schaden verursachen, mehr Verteidigung ist auch klar. Überlegt also gut, in was ihr investieren wollt.
Solltet ihr nämlich sterben, geht der ganze Spaß von vorne los – und zwar bei Null, was die Attri-butwerte angeht. Aber ihr verliert nicht alles, was ihr gesammelt habt, es gibt nämlich noch Kar-ten, die ihr finden könnt. Diese geben euch permanente Buffs. Beispielsweise könnt ihr dann plötzlich eine Ausweichrolle machen, schneller laufen oder per Machete Schaden austeilen. Dadurch werdet ihr nach jedem Anlauf immer stärker und könnt Toby nach euren Wünschen Stück für Stück ausrüsten. Womit wir schon am Ende wären.
Fazit
Paper Cut Mansion ist schon ein eigenwilliges, aber sehr unterhaltsames Werk. Als Gruselabenteuer funktioniert es nur bedingt, weil ich den Stil einfach nicht gruselig finde – aber das soll nicht heißen, dass es schlecht wäre. Denn ich mag diesen sehr gerne. Und hier und da habe ich mich tatsächlich mal erschrocken. Jeder Anlauf bot aufs Neue Spannung und Spaß. Wenn ihr auf sol-che Roguelite-Spielchen steht, habt ihr hier einen guten Vertreter dieses Genres vor euch.
Erhältlich für: PC, Xbox, PS, Switch