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Paper Mario: Die Legende vom Äonentor

Die Dreifaltigkeit der Mario-Rollenspiele.

Nintendo hat schon ein paar sehr gute Leute in ihren Reihen. Das merke ich immer wieder, wenn ich ihre ultra glatt polierten Titel spiele. Hier stimmt jedes Detail und strotzt vor Liebe. Das neue, alte Paper Mario mit dem schönen Untertitel Die Legende vom Äonentor zeigt erneut, wie sehr Nintendo sein Handwerk und seine Fans versteht. Kommt mit auf eine faszinierende Reise.

Lohnenswerter Blick in die Vergangenheit

Erinnert ihr euch noch an den Einstieg ins neue Jahrtausend? Anfang der 2000er-Jahre war eine spannende Zeit für die Videospiel-Industrie. Viele Videospiele machten den Sprung von 2D zu 3D. Dabei gab es einige Hürden zu meistern und ein Umdenken war nötig. Auf dem N64 hatte Mario der Welt gezeigt, dass er auch in dreidimensionalen Umgebungen sehr gut hüpfen kann. Nun wollte Nintendo im Jahr 2001 auch ins Rollenspiel-Universum eintauchen. Paper Mario wurde veröffentlicht und wurde schnell von Kritikern und Fans gefeiert.

Paper Mario wollte das Genre nicht neu erfinden, machte dies aber dennoch auf seine Art. Denn die äußeren Umstände zapften die Kreativität von Nintendos Entwickler:innen an. Es war zwar relativ einfach das typische Kampfsystem eines JRPGs auf Nintendos Charaktere umzumünzen. Doch wie das in 3D funktionieren sollte, musste man sich erst überlegen.

Zudem hatte das N64 nur begrenzte technische Mittel für die Darstellung. Also entschloss man sich bei Nintendo, ganz bewusst mit diesem Hindernis zu spielen. Anstelle von fein ausgestalteten 3D-Modellen wurden die 2D-Papierfiguren erschaffen, die für den unverwechselbaren Look sorgten. So wurde Paper Mario zum Hit, der im Gedächtnis blieb.

Nichts vom Charme verloren

Fast ein Vierteljahrhundert später spendiert Nintendo diesem Klassiker also ein wohlverdientes Remake. Im Kern folgt das Spiel immer noch dem Gameplay und der Story des Originals, wurde aber um einiges verbessert. Das gilt in erster Linie für die Optik, aber auch in anderen Bereichen, wie ihr bald feststellen werdet.

Widmen wir uns zunächst einmal der Grafik: Paper Mario: Die Legende vom Äonentor sieht einfach zuckersüß aus. Die charmanten Modelle sind detailverliebt und messerscharf dargestellt. Der bunte Comic-Look setzt gezielt auf simple Umgebungen, verpackt dies aber so grandios, dass man diesen Stil einfach mögen muss.

Zur Grafik gesellt sich noch ein absolut hervorragender Humor, bei dem ich hier und da laut lachen musste. Paper Mario nimmt alles und jeden aufs Korn – größtenteils sogar Nintendo selbst. Immer wieder werden Klischees durch den Kakao gezogen und ihr an der Nase herumgeführt. Allein dafür lohnt sich der Blick ins Spiel. Die Story um eine entführte Prinzessin – nicht von Bowser – ist ebenfalls so hahnebüchen, dass ihr wohl öfters lachend den Kopf schütteln werdet. Einfach herrlich.

Runde für Runde Spaß

Spielerisch beschreitet Paper Mario: Die Legende vom Äonentor die Pfade von klassischen Rollenspielen wie Final Fantasy und Co. Ihr kämpft rundenbasiert gegen eure Feinde. Dabei bekommt Mario stets Unterstützung von einem Partner, den ihr später aus einem Pool von Charakteren auswählen dürft. Ihr seid also immer zu zweit im Kampf.

Sobald ihr an der Reihe seid, wählt Mario eine Aktion aus. Im Verlauf der Geschichte kommen hier immer mehr Aktionen hinzu, was dem Spiel taktische Tiefe verleiht. So bastelt ihr euch für jeden Kontrahenten eine Strategie zurecht. Viele der Angriffe verlangen zusätzlich noch das Drücken einiger Tasten zum richtigen Zeitpunkt. Macht euch auf lustige Effekte gefasst.

Sobald ihr die Attacken gut abwechselt, jubelt das Publikum. Ja, ihr kämpft stets auf einer Bühne vor tobenden Zuschauern. Je mehr die Menge jubelt, desto mehr Sterne bekommt ihr. Diese könnt ihr dann für richtig mächtige Attacken ausgeben. Eine echt clevere Mechanik, die auch nach 40 Stunden noch Laune macht. So lange braucht ihr übrigens ungefähr für das Abenteuer.

Faltet deine grauen Zellen ordentlich um

Aber Paper Mario: Die Legende vom Äonentor besteht nicht nur aus Kämpfen. Es wird auch Köpfchen und Geschick von euch verlangt. So seid ihr zwischen den Kämpfen immer mal wieder in niedlichen Umgebungen unterwegs, die an typische Jump&Runs erinnern. Natürlich glänzt Mario in solchen Passagen. Aber Paper Mario wäre nicht Paper Mario, wenn das Spiel nicht mit kreativen Ideen aufwarten würde.

So lernt ihr im Verlauf der Kampagne immer weitere Fähigkeiten. Rollt euch zusammen, faltet euch zu einem Papier-Flieger oder quetscht euch durch enge Ritzen. Auf diese Art entdeckt ihr immer mehr Geheimnisse, was enorm motiviert. Auch die kleinen Rätsel-Einlagen sind angenehm fordernd für Groß und Klein. Kurz gesagt: Paper Mario macht in Sachen Abwechslung und Balance alles richtig. Und damit kommen wir zum Abschluss.

Fazit

Paper Mario: Die Legende vom Äonentor ist ein Remake ganz nach meinem Geschmack. Ich bin immer wieder überrascht, wie toll Nintendo solche Remakes umsetzt. Dabei behalten sie den Charme des Originals bei und fügen moderne Elemente hinzu. Paper Mario: Die Legende vom Äonentor ist damit das ideale Spiel für Neulinge oder Kenner, um Marios Abstecher in die Welt der Rollenspiele neu zu erleben. Mit sehr viel Witz und einer total verrückten Story überzeugt Mario und Co von Anfang bis Ende. Ganz egal, wie alt ihr seid – bei diesem Spiel werdet ihr über 40 Stunden lang bestens unterhalten. Ein Juwel für jede Switch. Daumen hoch!

Erhältlich für: Switch
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