Payday 3, der lang erwartete Nachfolger des nun schon zehn Jahre alten Payday 2, ist nun endlich veröffentlicht worden. Entspricht das fertige Produkt den Erwartungen, die sich die Fanbase gesetzt hat oder bleibt es hinter diesen zurück? Der Test wird es zeigen.
Was ist Payday?
Die grundlegende Idee hinter den Payday-Spielen ist immer praktisch die gleiche: Der Spieler absolviert verschiedene Raubzüge mit drei anderen Spielern und wird, sobald sie entdeckt sind, von der Polizei und Spezialeinheiten daran gehindert. Diese scheinbar simple Formel ist jedoch sehr ausgereift, da dem Spieler die Wahl zwischen einer heimlichen Durchführung oder einer rabiaten Art gelassen wird, frei nach dem Motto: Was bei drei nicht auf dem Boden ist, wird weggeballert.
Diese verschiedenen Herangehensweisen werden durch verschiedene Charaktere, mit Eigenschaften und Fähigkeiten, mehr oder weniger gut gefördert. Hinzu kommen noch verschiedene Mechaniken, wie das Nehmen von Geiseln, das Austauschen dieser für gefallene Komplizen und Weiteres. All dies sorgt dafür, dass kein Raubzug wie der andere ist. Dadurch kann man jede Mission immer wieder spielen, ohne das Gefühl von Langeweile zu spüren.
Keine zu großen Unterschiede
Bei dem Gameplay von Payday 3 wird schnell auffallen, dass das Spiel sich in den meisten Aspekten noch sehr wie sein Vorgänger anfühlt – dies ist jedoch nichts Negatives, da der Übergang zwischen den Spielen so sehr angenehm ist. Jedoch wünschten sich viele Spieler mehr Neues und sind dementsprechend ein wenig kritisch. Nachvollziehbar. Hoffen wir mal auf ein paar kommende Updates.
Die größten Unterschiede sind die verbesserten Kernmechaniken, das nun sehr einfache und effektive Stealth-Gameplay und die verbesserten Grafiken. Da das Spiel nun auf Unreal Engine 5 statt auf 4 wie sein Vorgänger läuft, ist es visuell sehr viel ansprechender. Zudem gibt es sehr viel weniger Grafikbugs, welche in Payday 2 gerne auftraten. Daumen hoch dafür. Außerdem gibt es neue Phasen neben den bereits existenten vier: Mit „Suchen“ und „Verhandeln“ werden nun Gegenangriffe der Polizei ein wenig herausgezögert.
Wo Licht, da auch Schatten
Jedoch sind nicht alle Änderungen gut. So braucht man nun auch für Solo-Missionen eine Internetverbindung, was der Vorgänger nicht erforderte. Eine weitere negative Änderung hat erneut mit den verbesserten Stealth-Mechaniken zu tun, da das Spiel sehr stark dazu drängt, diese zu benutzen und sie in einer Mission sogar verpflichtend macht, was sich für ein Payday-Spiel ein wenig seltsam anfühlte.
Monetarisierung
Das Thema der Monetarisierung ist kritisch in der Geschichte der Payday-Reihe, da schon in Payday 2 versucht wurde, ein System für Mikrotransaktionen einzubauen. Auf dies folgte eine stark negative Reaktion der Commmunity, was final zu der Entfernung dieser führte. Daraus haben die Entwickler aber nicht gelernt: Für Payday 3 ist geplant, Mikrotranksaktionen im Spiel zu haben.
Diese sind laut den Publishern in einem zukünftigen Update zu erwarten, was die Community mit einem unguten Gefühl hinterließ. Was in den Store von Payday 3 kommen wird, ob es nur Skins sind oder sehr starke Waffen oder sogar Charaktere, ist bis dato noch nicht bekannt.
Ein albtraumhafter Start
Leider leidet Payday 3 seit dem Start unter Server-, Matchmaking- und Inventarproblemen sowie weiteren kleineren Fehlern. Diese Probleme haben in den ersten Tagen des Spieles die Stimmung um Payday sehr verschlechtert und ein stark negatives Licht auf die Neuerscheinung geworfen, was teils verdient ist, da viele das Spiel nur auf Basis der diversen Problemen einschätzen. Man sollte diese Störungen in die Meinungsbildung einfließen lassen, sie jedoch nicht über die positiven Aspekte des Spiels stellen. Daher erwähne ich sie nur nebenher.
Acht Level – ist das alles?
Klassisch für Payday ist die Vielfalt seiner Level, die vor allem in Payday 2 so kreativ waren, dass man glauben könnte, sie wären nicht zu übertreffen. Daher war es für viele ein Schock, als herauskam, dass Payday 3 mit acht Missionen auf den Markt gehen wird. Zum Vergleich: Payday 2 hat Stand jetzt 66 Missionen. Was viele jedoch zu vergessen scheinen, ist, dass Payday 2 nicht mit all diesen Leveln auf den Markt kam. Diese wurden nach und nach zu dem Spiel hinzugefügt und genauso wird es auch bei Payday 3 sein. Weitere Missionen, Charaktere und Waffen werden in den nächsten Monaten erscheinen, um das Spiel vollendeter zu machen. Trotzdem ist zu sagen, dass acht Level nicht gerade viel sind, vor allem wenn man die lange Zeit bedenkt, die die Developer hatten.
Fazit
Man muss sagen, es ist schwer, einen Nachfolger für ein Spiel zu schaffen, das so ikonisch wie Payday 2 ist. Dabei alle Anforderungen zu erfüllen, ist schwierig. Aber Starbreeze Studios hat uns ein Spiel gegeben, welches dies schaffen kann. Payday 3 hat den gleichen Charme wie sein Vorgänger, besseres Gameplay und verbesserte Grafiken. Des Weiteren ist es einsteigerfreundlich und kann so nicht nur von Payday-2-Veteranen geschätzt werden. Trotzdem hat es auch negative Seiten, wie die permanent benötigte Internetverbindung, Mikrotransaktionen und einen sehr schlechten Launch. Alles in allem ist Payday 3 in seinem jetzigen Zustand kein würdiger Nachfolger für Payday 2. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Das Fundament, auf dem die Developer weiterbauen können, steht solide und wartet nur darauf, mit Updates in den Himmel zu schießen. Warten wir also mal eine Weile ab.
Erhältlich für: PC, Xbox, PS
Website: paydaythegame.com/payday3