Meine ersten Kontakte zur Persona-Reihe hatte ich auf der PS Vita: Damals bin ich unwissend an Persona 4 Golden herangeführt worden – ich sollte darüber einen Test schreiben. Ohne Vorwissen kniete ich mich also ins Abenteuer und war schnell gefangen. Seither liebe ich die Reihe und kann es kaum erwarten, wenn es neues Futter dazu gibt. Mit dem Doppelpack, das nun Teil 3 und Teil 4 für meine Xbox beinhaltet, kann ich mich also in nostalgischen Gefühlen schwelgen – und nebenher noch ein Spiel nachholen, was schon länger auf meiner Liste stand.
Der Beginn einer Legende
Zu tief ins Detail werde ich aber nicht gehen, weil das zu weit führen würde. Dafür stelle ich euch beide Titel kurz vor und verrate, was sich im Gegensatz zum Original verändert hat. Also schauen wir, was Das Studio Atlus gemeinsam mit Sega auf die Beine gestellt hat.
Bevor ich mit Persona 3 Portable beginne, muss ich kurz ausholen. Für alle, die die Persona-Reihe nicht kennen, gibt es hier nun einen ganz kleinen Rahmen, damit ihr das Spiel besser einordnen könnt: Ursprünglich war die Reihe in Japan mal als eine Art Spin-off einer Anime-Serie namens Shin Megami Tensei gedacht. Diese Reihe gibt es immer noch und erfreut sich großer Beliebtheit.
Die Einflüsse auf Persona sind dabei ziemlich markant und beide Reihen teilen sich einige Ideen. Aus Persona wurde zudem eine eigenständige Serie, die sich ebenfalls großer Beliebtheit im fernen Osten erfreut. Spätestens nach dem großen Erfolg von Persona 5 ist die Reihe aber auch in Europa angekommen und hat seinen festen Platz eingenommen. So viel zum Vorgeplänkel.
Mobile first?
Wenn ich mir Persona 3 Portable anschaue, fällt mir natürlich direkt das im Namen steckende „Portable“ auf. Eigentlich erschien Persona 3 damals im Jahr 2006 für die Playstation 2. Erst ein paar Jahre später kam die Version für die PSP auf den Markt. In dieser Version gibt es einige technische Anpassungen an die mobile Konsole und ein paar kleine Neuerungen. Technisch bes-ser hätte sich aus meiner Sicht durchaus die Original-Version der Playstation 2 als Vorlage geeignet. Nun ja, sei's drum.
Jedenfalls hat Persona 3 Portable noch nicht so viel damit zu tun, was ihr vielleicht aus den neueren Ablegern kennt. Diesmal spielt sich das Ganze eher wie eine Visual Novel, bei der ihr hin und wieder eingreifen müsst. Als Schüler kommt ihr in eure Heimatstadt zurück und entdeckt dort ein düsteres Geheimnis. Apropos düster: Im Gegensatz zu den beiden Nachfolgern, fehlt mir bei P3P etwas der Humor und die Leichtigkeit. Hier geht es durchaus ernster zur Sache.
Der Erfolg zeichnet sich ab
Im Kern ist jedoch bereits die Erfolgsformel zu erkennen. In Dialogen pflegt ihr eure Freundschaft zu Klassenkamerad:innen. Nachts treibt ihr euch jedoch in dunklen Verliesen herum, um ein Geheimnis zu lüften. Als Unterstützung habt ihr eure Persona mit dabei, mit der ihr kämpft. Es ist der klassische Aufbau, der jedoch sehr storygetrieben daherkommt.
Sobald ihr euch auf die teils schrägen Charaktere einlasst, wird euch auch dieser Teil fesseln können – jedenfalls inhaltlich. Technisch ist hier noch Luft nach oben. Beziehungsweise merkt man dem Spiel schnell seine Vergangenheit an, auf dem das technische Grundgerüst platziert wurde.
Neuer Kurs mit Spaßpotenzial
Teil 4 macht da schon einen deutlich runderen Eindruck. Wahrscheinlich verbinde ich hier auch ein paar nostalgische Gefühle mit der Story. Denn diesmal reist ihr erneut als Schüler in eine ländliche Region. Anstatt Langeweile, macht sich hier das Grauen breit: Denn nachts kommt es immer wieder zu ungelösten Mordfällen. Schnell findet ihr heraus, was dahinter steckt und versucht dem Treiben ein Ende zu bereiten.
So düster das sich hier auch anhören mag, ihr braucht keine Angst zu haben. Denn Persona 4 Golden wandelt auf dem schmalen Grad zwischen düster und amüsant. Immer wieder kommt es zu urkomischen Situationen, bei denen ich öfters grinsen musste. Persönlich liebe ich diesen Humor, den Persona 4 Golden hier verbreitet. Auch das Kampfsystem ist derart tiefgründig, dass ihr selbst nach 20 Stunden noch neue Features freischalten könnt.
Das Kämpfen und Sammeln von unterschiedlichen Personas wird schnell zur Sucht. Technisch kann sich der Titel in der neu aufgelegten Fassung ebenfalls sehen lassen. Insbesondere die Ladezeiten sind so gut wie nicht vorhanden. Das hatte mich am Original am meisten gestört damals. Ein Hoch auf die aktuellen Konsolen.
Fazit
Dieses Persona Bundle entführt euch zu den Anfängen der erfolgreichen Rollenspielreihe – also zumindest zu den Anfängen, die die Form der heutigen Hits angenommen haben. Ihr solltet euch schon im Klaren sein, dass ihr hier grafisch immer wieder ein Auge zudrücken solltet. Doch der Einstieg in diese einzigartige Welt lohnt sich. Die Geschichten sind auch heutzutage noch packend und sogar in Teil 3 kann mich das Kampfsystem immer noch überzeugen. Mein Highlight ist allerdings das Wiedersehen meiner geliebten Personas aus Teil 4. Wer für japanische Rollenspiele ein Faible hat, sollte hier unbedingt zugreifen.
Erhältlich für: Xbox, PS, Switch
Website: persona.atlus.com/p4g