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Phantom Doctrine

So kalt war es in den 80ern – zumindest was die kriegerische Stimmung angeht: CreativeForge Games liefert einen spannenden Agententhriller im Taktik-Gewand.

Bereits mein erster Kontakt mit „Phantom Doctrine“ war richtig spannend: Auf der Gamescom erklärte mir ein Entwickler vom polnischen Studio CreativeForge Games genau, was es mit dem Spielchen auf sich hat. In der Rolle eines KGB-Agenten im Jahre 1983 musste er sich in ein Büro einschleichen, um geheime Dokumente zu entwenden – Willkommen in der Blütezeit von Spionen. Leider musste ich nach der kurzen Einführung noch ein sattes Jahr warten – also bis letzten Monat – bevor ich selbst die Agentenrolle übernehmen durfte.

Großen Fußstapfen folgend

„Phantom Doctrine“, das von Publisher Good Shepherd Games unterstützt wird, schaut sich viele Spielmechaniken von „X-COM“ ab. Sprich: Rundenbasierte, taktische Vorgehensweise gepaart mit einem Mix aus Strategie und etwas Glück.

Das Konzept kennt das Team von CreativeForge Games bereits bestens aus ihrem letzten Werk: Auch „Hard West“ überzeugte mit einer ähnlichen Spielmechanik. Was „Phantom Doctrine“ nun aber hervorhebt aus dem Genre ist die spannende Geschichte: Denn die Story erlebt ihr entweder aus Sicht des KGB oder der CIA. Habt ihr das Spiel einmal durch, wird sogar noch der israelische Geheimdienst Mossad freigeschaltet, was den Wiederspielwert immens steigert.

Aber egal, auf welche Seite ihr euch schlagt – der Feind sitzt euch stets im Nacken. Denn die zuvor erwähnten taktischen Missionen, in denen ihr reihum eure Agenten befehligt, sind nur ein Teil des gesamten Konzeptes. Nach jeder Mission geht es zurück ins Hauptquartier, um die erbeuteten Daten auszuwerten und eure Agenten zu stärken.

Überleben lohnt sich

Über die Zeit schaltet ihr auf diese Weise immer bessere Fähigkeiten frei, die euch die Spionage erleichtern – wenn ihr denn die Mission überlebt. Denn wenn einer eurer Mannen (oder Frauen) fällt, muss ein Ersatz daher, der meist wieder auf der Anfängerstufe angesiedelt ist.

Daher lohnt sich vorsichtiges Vorgehen – zumal die Gegner in den Einsatzgebieten meist immer in der Überzahl und zudem noch besser bewaffnet sind. Verkleidungen und leises Schleichen helfen dabei ungemein. Allerdings hätte ich mir an dieser Stelle gewünscht, dass ich mit der Kamera etwas weiter herauszoomen könnte, da mir manchmal die Übersicht fehlte – das mal als kleiner Kritikpunkt am Rande.

Mit den gesammelten Infos kommt ihr im Laufe der Zeit einer mächtigen Verschwörung auf die Schliche, was die Geschichte immer spannender werden lässt. Auf einem Einsatzbord entschlüsselt ihr teils geschwärzte Dokumente und zieht daraus eure eigenen Schlüsse, indem ihr Fakten miteinander verbindet – das lässt eine coole Stimmung aufkommen, auch wenn mein Einsatzbord meist immer sehr chaotisch daherkam.

Willkommen im Nomadendasein

Richtig brenzlig wird es allerdings, wenn euer Hauptquartier davorsteht, enttarnt zu werden. Bei einem hohen Bedrohunglevel solltet ihr daher schleunigst schauen, dass ihr euren Standort auf eine andere Location auf dem Globus verlagert. An diesem Punkt gefiel mir das Agentenfeeling besonders gut.

Etwas schade fand ich persönlich, dass alle Einsätze ausschließlich nachts stattfinden: Auf bunte Szenarien werdet ihr daher verzichten müssen – gewöhnt euch lieber an Grau- und Brauntöne in der Optik. Und wo wir gerade dabei sind: In der nahen Ansicht wirken die Figuren etwas detailarm und manchmal recht hölzern, was aber während der Missionen zu vernachlässigen ist.

Fazit

Kommen wir zum Gesamteindruck: Ja, „Phantom Doctrine“ hat seine Ecken und Kanten. Aber gerade das macht es für mich auch auf besondere Weise so sympathisch. Hier ist nicht alles glattgebügelt und auf Hochglanz poliert – vielleicht war es ja so ähnlich in den 80er-Jahren?!

So genau erinnere ich mich nicht mehr daran. Jedenfalls hat „Phantom Doctrine“ sein Taktikherz am rechten Fleck und bietet spannende Unterhaltung in einem noch sehr unverbrauchten Setting. Die Story habe ich genossen und teilweise mitgefiebert. Allen Hobby-Agenten kann ich diesen Strategie-Thriller nur wärmstens empfehlen.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC
Website: creativeforge.pl/pdgame