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Platypus Reclayed

Knetspaß mit Kugelhagel.

Platypus Reclayed ist eine kunterbunte Hommage an das klassische Shoot-’em-up, das ursprünglich 2002 durch seine einzigartige Claymation-Optik für Furore sorgte. Mit der Neuauflage erleben Spielende nicht nur handgekneteten Kugelhagel, sondern können das Bastelerlebnis direkt zu Hause nachbauen – denn passend zum Spiel gab es sogar echte Knete, mit der sich das ikonische Platypus-Raumschiff formen lässt. Die Mischung aus Bastelhands-on und analogem Shooter-Action macht den Einstieg besonders nostalgisch und kultig.

Claymation trifft Arcade

Platypus Reclayed ist nicht einfach nur ein weiteres Shoot-’em-up – es ist vielmehr ein liebevoll durchgekneteter Farbrausch aus Action und Nostalgie, der alte und neue Fans gleichermaßen abholt. Wie das Original meisterhaft vorgemacht hat, bringt diese Neuauflage die vermutlich knautschigste Ästhetik zurück auf den Bildschirm: Alle Sprites, Hintergründe, Gegner, Explosionen und natürlich das ikonische Raumschiff – wurden per Hand aus Knete modelliert, abfotografiert und ins Spiel übertragen.

Wenn man zum Start den Batzen Knete daheim hat und tatsächlich sein eigenes Raumschiff nachbauen kann, wird der Sprung zwischen realer Bastelaction und digitalem Kugelhagel zum perfekten Retro-Erlebnis. Schnell ertappt man sich dabei, wie man die knallbunten Formen des Spiels im Wohnzimmer mit Händen nachknetet und sich fragt, wie lange man wohl für diesen Gegner gebraucht hat.

Claymation-Kunst

Das Auge isst hier eindeutig mit: Jeder Level ist ein plastisches Stop-Motion-Spektakel, von buttergelben Feldern über Wolkentürme bis hin zu toupierten Smog-Cities, die zwischen Vorder- und Hintergrund so viel Tiefenwirkung bieten, dass man gern selbst die Hand ausstrecken möchte, um die Kulisse zu berühren. Das Ganze wird von einem Remaster-Soundtrack auf C64-Basis und jeder Menge glibberiger Soundeffekte begleitet.

Was Spielspaß und Flow angeht, liefert Platypus Reclayed all das, was ein klassischer Shmup-Veteran sich von einem horizontalen Bullet-Hell wünschen kann – aber ohne auszuufern: Die Steuerung ist butterweich, die Power-ups überraschend kreativ, von Donut-Schüssen bis Laser. Wer das eigene Schiff und die ersten Level meistert, merkt schnell, dass die Lernkurve ordentlich zieht: Selbst auf leichten Stufen will das Spiel gelernt, die Angriffsmuster durchschaubar und Timing perfektioniert werden. Besonders kitzlig wird’s bei den Bossen: Auch wenn ihre Designs knuddelig daherkommen, bestrafen sie selbst kleine Fehler gnadenlos.

Für noch mehr Nostalgie ist dem Spiel das Original beigelegt. Hier seht ihr, wie sehr bei der Neuauflage nachpoliert wurde. Ein schöner Vergleich und eine nette kleine Zeitreise.

Gemeinsam mehr Spaß

Platypus Reclayed überzeugt aber nicht nur durch seinen künstlerisch-handwerklichen Wahnsinn, sondern auch durch sein „Pick-up-and-play“-Konzept. Egal ob im Solo-Abenteuer oder im Zweispieler-Koop kommt Stimmung auf – Highscore-Jagd und Arcade-Feeling sind ebenso an Bord wie schweißnasse Finger nach einem besonders schwierigen Abschnitt.

Das power-up System mischt verschiedene Traditionsmechaniken: Mal lässt man Tokens für später liegen, mal entscheidet der Spielfluss, welche Extras man bekommt. Ein besonderer Gag ist das visuelle Schadensfeedback: Gegner bekommen nach Treffern kleine „Schweizer Käse-Löcher“, als hätte jemand mit dem Locher in die Knete gestochen – eine der wohl charmantesten Anzeigen für Schadenszustand im gesamten Gattungskosmos der Shoot-’em-ups. N

icht alles Knete, was glänzt

Trotz des liebevollen Retroflairs gibt es kleinere Macken: Die Spielmechanik ist insgesamt bewusst klassisch gehalten und steuert sich gewohnt, ohne das Rad neu zu erfinden. Manche Levelabschnitte oder Power-ups verteilt das Spiel zu sparsam, was im späteren Verlauf für kurze Frustmomente sorgt, wenn man dringend auf die „verrückteren“ Schiffswaffen lauert, aber nur Standardkost serviert bekommt.

Auch ist der Schwierigkeitsgrad teils durchaus knackig, manchmal muss man nach dem Game-Over mehrfach durchatmen – die Motivation wird dennoch stets durch die großartigen Knetbilder und die coole Highscorebekanntgabe aufrechterhalten.

Fazit

Platypus Reclayed glänzt mit einer wunderbaren Hommage an Bastelkultur, Retro-Arcade und Level-Design – und lässt niemanden kalt, der einen Sinn für das Persönliche im Gaming hat. Mit der passenden Knete in der Hand fühlt es sich fast an, als wäre man Teil des Entwicklerteams und könnte jederzeit selbst ein Bossmonster formen. Für alle Freunde klassischer Shmups, kreative Köpfe und Arcade-Nostalgiker ist dieser Knet-Trip ein wilder, lohnenswerter Sprung zurück in die Welt, in der Pixel und Plastilin aufeinanderprallen. Und seien wir ehrlich: Wer danach kein eigenes Raumschiff auf dem Schreibtisch stehen hat, hat eindeutig zu wenig aus der Knete geholt.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch 
Webseite: store.steampowered.com/app/2912430/Platypus_Reclayed/