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Play (Kosmos)

Musik raten, ohne die Party zu bremsen.

Play von Kosmos ist für mich genau die Sorte Partyspiel, die sofort Schwung in die Bude bringt (und mich auf eine Zeitreise in meine Jugend geführt hat). Das Spiel erinnert klar an Hitster, geht aber mit über 4.000 Songs, mehreren Kategorien und vier Varianten seinen eigenen Weg.

Das Schöne daran ist die Mischung aus lockerem Raten und echtem Musikgefühl. Ihr müsst nicht jedes Lied kennen, sondern dürft auch einfach einschätzen, ob ein Song eher nach den 80ern, den 2000ern oder den Charts von gestern klingt. Genau das macht das Spiel zugänglich. Es ist kein Musik-Nerd-Quiz, sondern ein Mitrate-Spiel für fast jede Runde.

Die Idee dahinter

Kosmos setzt bei Play auf eine große Songauswahl aus verschiedenen Zeitperioden und Genres. Laut Hersteller stehen mehr als 4.000 Songs in über zwölf Kategorien bereit. Die musikalische Zeitreise reicht dabei von 1954 bis 2025. Das ist eine beeindruckende Spannweite. Gerade dadurch wirkt das Spiel nicht wie eine kleine Playlist mit Karten, sondern wie ein ganzes Musikarchiv für einen (oder viele) langen Partyabend.

Besonders angenehm finde ich, dass ihr die Songs über euren Streamingdienst der Wahl abspielen könnt. Kosmos nennt dafür Spotify, Apple Music und YouTube Music. Ich empfehle euch aber, die Play-App herunterzuladen, mit der ihr die Karten scannen könnt und direkt zum Song geführt werdet. Das lief bei mir erstaunlich reibungslos.

Noch besser: Auch ohne Abo bei einem Streamingdienst konnte ich Play genießen, weil ich es mit der kostenlosen Variante von Spotify verknüpft habe. Sehr komfortabel.

Vier Spielarten

Die vier Modi sind einer der größten Pluspunkte von Play. Ihr könnt gegeneinander antreten, im Team spielen oder die Karten einfach in gemütlicher Runde scannen und erraten, aus welchem Jahr oder Land ein Song stammt.

Genau diese Flexibilität macht das Spiel so stark. Es funktioniert also nicht nur als laute Partybombe, sondern auch als entspannter Musikabend auf dem Sofa. Das ist mehr als nur ein nettes Extra, weil es die Zielgruppe deutlich erweitert. Je nach Stimmung kann das Spiel kompetitiv, kooperativ oder einfach beiläufig unterhaltend sein.

Gegenüber Hitster

Der Vergleich mit Hitster liegt natürlich nahe. Beide Spiele setzen auf Musik, Zeitgefühl und das gemeinsame Grinsen, wenn jemand einen Song völlig falsch einsortiert.

Play wirkt auf mich aber offener und breiter aufgestellt. Die größere Songmenge, die verschiedenen Kategorien und die Modi mit Team- oder Einzelspiel geben dem Spiel mehr Variabilität. Während Hitster sehr stark auf den klassischen Zeitstrahl setzt, versucht Play, daraus eher ein flexibleres Musikspiel für unterschiedliche Gruppen zu machen.

Wo es glänzt

Die größte Stärke ist klar der niedrige Einstieg. Ihr müsst nicht viel erklären und auch kein Musikwissen auswendig parat haben. Das Spiel lebt davon, dass ihr ein wenig Gefühl für Musik mitbringt. Genau dadurch können auch Leute mitspielen, die sonst bei Musik-Quizspielen schnell aussteigen würden.

Hinzu kommt der breite Mix aus Genres und Jahrzehnten. Rock, Hip-Hop, RnB, Rap, 90er, 2000er, 2010er und aktuelle Charts — das ist eine schöne Mischung, die in vielen Runden für unterschiedliche Aha-Momente sorgen dürfte. Wenn jemand einen Song sofort erkennt, jemand anders aber nur seine Ära halbwegs trifft, entsteht genau die lockere Dynamik, die gute Partyspiele brauchen.

Wo es knirscht

Ein möglicher Schwachpunkt könnte die Abhängigkeit vom Streamingdienst sein. Kosmos bewirbt zwar die Unterstützung mehrerer Dienste und auch die Nutzung mit Spotify Free, aber in der Praxis hängt viel davon ab, wie stabil euer Setup und euer WLAN sind. Aber dafür kann das Spiel recht wenig. Bei mir hat es wunderbar geklappt.

Außerdem ist das Spiel natürlich stark vom eigenen Musikgeschmack abhängig. Wer mit vielen Genres wenig anfangen kann, wird seltener glänzen. Und auch wenn über 4.000 Songs viel klingen, kann sich die Frage stellen, ob die eigene Runde eher bekannte Hits oder eher Lücken im Musikgedächtnis produziert.

Fazit

Play ist ein sehr überzeugendes Musik-Partyspiel mit großem Umfang, viel Flexibilität und einer angenehm lockeren Grundidee. Es nimmt den Druck aus dem Musikquiz und macht daraus eher ein gemeinsames Schätzen, Sortieren und Lachen.

Für mich ist genau das der Reiz: Ihr könnt es in einer wilden Runde gegeneinander spielen oder ganz entspannt als Ratespiel für zwischendurch nutzen. Im Vergleich zu Hitster wirkt Play nicht einfach wie ein Abklatsch, sondern wie eine bewusst erweiterte Variante mit mehr Songauswahl und mehr Modi.

Wenn ihr Musikspiele mögt und ein flexibles System sucht, das sowohl Party als auch gemütlichen Abend kann, ist Play ein sehr starker Kandidat. Es ist kein Spiel für harte Quizprofis allein, sondern vor allem eins für gute Stimmung, spontane Diskussionen und diese herrlich banale Frage: „War das jetzt wirklich schon 1998?“

Webseite: kosmos.de/de/play_1687489_4002051687489