Unterhaltung Games

Pokémon Karmesin und Purpur

Holt die Bälle raus: Doch kann das Spielprinzip auch beim x-ten Anlauf noch begeistern?

Schulbeginn in der Paldea-Region – und wir sind mittendrin. Schuldirektor Clavel (oder war es doch Leval..?) – egal – kommt uns persönlich zuhause begrüßen und heißt uns in der Akademie (Trauben-Akademie in Purpur und Orangen-Akademie in Karmesin) herzlich Willkommen.

Kurze Zeit darauf stellt er uns auch vor die berühmte Wahl: Wasser, Feuer oder Pflanze? Was in diesen Editionen heißt: Jungente Kwaks, Feuerkroko Krokel oder Florakatze Felori. Nach der wohl schwierigsten Entscheidung des ganzen Spiels geht es dann zum Unterricht in die Akademie, wäre da nicht zuerst noch die Begegnung mit dem legendären Pokémon der Region …

Richtig gehört. Kein Warten bis zum Ende, wie das bisher immer der Fall gewesen ist – Nein. Das legendäre Pokémon begleitet euch bereits von Beginn eures Abenteuers an.

Zurück zu alter Stärke

Die Sache hat nur einen Haken (wie sollte es auch anders sein?): Koraidon (Karmesin) und Miraidon (Purpur) sind von ihren Strapazen geschwächt und können daher nicht in ihre Kampfform gebracht werden. Als „Reittiere“ machen sie dennoch etwas her und lernen im Laufe der Story immer neue beziehungsweise alte Fähigkeiten hinzu.

Die Story des Spiels hält dieses Mal nicht nur eine, sondern gleich drei Missionen für uns bereit: Auf dem Weg des Champions lautet das Credo wie immer: Stärker werden und Arenaleiter sowie die Top Vier besiegen. Am Ende wartet der Champ und ein weiterer starker Gegner auf uns. Der mysteriösen Schülergruppe „Team Star“ müssen wir auf der „Straße der Sterne“ auf die Schliche kommen. Die Story um die Schülerbande und ihren mysteriösen Big Boss arbeitet sogar ein problematisches Thema rund um Schule und soziales Miteinander auf und zeigt, wie gute Pädagogen sich um problematische Schüler kümmern (sollten).

Steiler Aufstieg

Zu guter Letzt gilt es dem Sohn der Professorin auf dem „Weg der Legenden“ dabei zu helfen die ultimativen Pokémon-Gewürze zu finden. Dabei müsst ihr „mutierte“ Pokémon zunächst ausfindig machen und letztlich gegen sie gewinnen. Als netten Nebeneffekt päppelt ihr euren legendären Freund dabei immer ein wenig mehr wieder auf. Und wer oder was wartet am Ende dieses Handlungsstrang in der sagenumwobenen Zone Null auf uns? – Seid gespannt auf das furiose Finale …

Nach Pokémon Arceus setzt auch die neuste Generation der „normalen“ Pokémonreihe auf eine Open-World-Map. Leider kommt die Engine des Spiels nicht ganz hinterher, sodass es hier und da zu Grafikfehlern kommt oder das Spiel sogar ganz abschmiert (die Erfahrungen beruhen auf dem Spielen auf einer Switch-Light Konsole). Hier wird wieder deutlich, dass Nintendo dringend eine neue Konsole nötig hätte.

Etwas unausgewogen

An sich ist die Karte und das Gameplay allerdings gut gestaltet und intuitiv spielbar. Ein großes Manko an der neu gewonnenen Freiheit sich die Reihenfolge der Arenen selbst auszusuchen, ist jedoch, dass es vorkommen kann, dass zum Ende hin Arenen oder andere Boss-Gegner viel zu einfach sind, weil sie „eigentlich“ viel früher hätten besiegt werden sollen: Das Spiel müsste „schlauer“ sein und die gegnerischen Level dem Spielstand und dem gewählten „Pfad“ anpassen. So kann es, zumindest was den Anspruch angeht, zwischendrin mal etwas langweilig werden, wenn euer Level 60 Pokémon die Level 20 Pokémon des Arenaleiters plattmacht.

Fazit

Obwohl die Optik der neuen Pokémon, die teilweise sehr maschinell ausgestaltet wurden, zunächst etwas skeptisch werden lässt, gelingt es wieder einmal ein solides Spiel mit vielen Facetten und Neuerungen auf die Beine zu stellen. Kombiniert werden ein guter Mix aus alten und neuen interessanten Pokémon und genügend skurrilen Charakteren.

Wie bereits seit einigen Generationen sinkt der Schwierigkeitsgrad die eigenen Begleiter auf Level 100 zu bringen weiter ab, dennoch bietet auch die neu(nt)e Generation wieder genügend professionellen Anspruch durch Online-Wettkämpfe. Den Unterschied macht hier eben nicht mehr das Level, sondern ob optimal gezüchtet wurde – definitiv zeitintensiv sich damit auseinanderzusetzen, aber für Wettkämpfer lohnt es sich. Doch auch für die Laien, die auf ein wenig Nostalgie oder eine Reise durch die neue Region aus sind, bieten Pokémon Karmesin und Purpur genügend schöne und spannende Spielmomente.

Erhältlich für: Nintendo Switch
Website: nintendo.de/Diverses/Pokemon-Karmesin-Pokemon-Purpur-2204894.html