Endlich wieder ein neues Pokémon-Spiel! Die Vorfreude auf Pokémon Legenden Z-A war nach dem Riesenerfolg von Arceus und den vielen Leaks im Vorfeld entsprechend groß. Endlich sollte es weitergehen – neue Region, coole neue Features, eine frische Story und natürlich massig Monster zum Fangen und Trainieren. Mal sehen, ob das Spiel dem Hype gerecht wird.
Einen Mini-Spoiler habe ich gleich zu Beginn. Sobald ihr in Lumiose City in euer Abenteuer startet, kommen euch wahrscheinlich zwei Dinge sofort in den Sinn: Wow, neues Kampfsystem! Und: Was ist denn bitte mit der Grafik los? Schauen wir uns das mal genauer an.
Gamecube in HD – mit Luft nach oben
Wer nach den ersten Trailern auf eine technische Revolution gehofft hatte, wird schnell vom Reality-Check eingeholt. In der Praxis wirkt die Grafik eher wie ein Mix aus alten Gamecube-Zeiten und etwas mehr Auflösung: Unscharfe Texturen, matschige Böden, Copy-Paste-Häuserfronten und eine Stadt, die trotz ihrer Größe leblos und künstlich wirkt. Animationen der Menschen stören teils mit gruseligen Bewegungen, NPCs stehen wie Wachsfiguren herum – lebendige Stadt? Leider eher Fehlanzeige. Das war etwas ernüchternd zu Beginn.
Selbst im Vergleich zwischen Switch 1 und Switch 2 gibt es zwar technische Fortschritte mit besserer Framerate und weniger Pop-ins, doch der große grafische Sprung bleibt aus. Die Pokémon selbst wirken dagegen charmant, wenn auch teils texturlos im Gegensatz zur Konkurrenz wie Digimon und Co. Lediglich die Effekte bei Mega-Entwicklungen oder Wetterwechseln werten das Gesamtbild auf. Trotzdem: Visuell ist Z-A nicht die große neue Generation, sondern eher ein Update auf solide Mittelklasse. Da ist etwas schade, wenn man bedenkt, wie groß die Marke eigentlich ist und welche Budget dahintersteckt.
Motivation pur – dank Kampfsystem und Pokémon-Vielfalt
So altbacken die Optik auch wirkt, das Herzstück macht vieles besser als bisherige Serienteile. Das neue Echtzeit-Kampfsystem bringt nicht nur frischen Wind, sondern auch jede Menge Spielspaß und Taktik. Ihr schleicht ins hohe Gras, könnt Gegner gezielt überlisten oder überfallartig attackieren – und wenn ihr erstmal mitten im Kampf seid, lockt das System mit Cooldown-Timern, cleverem Positionsspiel und dem leichten Stress, mehrere Attacken koordinieren zu müssen.
Pokémon wechseln und Angriffe kombinieren fühlt sich dabei endlich so flott und spaßig an, wie ihr es euch früher immer gewünscht habt. Dazu kommt ein tolles Arsenal an neuen Pokémon-Typen, Mega-Entwicklungen und alten Favoriten, die ihr endlich wieder ausspielen könnt. Das motiviert ungemein: Immer neue Taschenmonster zu finden, Teams zu basteln, Stärken zu kombinieren – so fesselt Pokémon, und Z-A macht hier vieles richtig. Dazu zählt auch der Erklimmen der Erfolgsleiter von Rang Z zu Rang A. Herrlich!
Mehr Breite, aber wenig Tiefe
Das Drumherum zeigt sich zwiegespalten: Es gibt unzählige Nebenquests, die zum Erkunden und Sammeln anregen, aber oft nach Schema F ablaufen. Am Ende läuft fast jede dieser Missionen auf einen Kampf hinaus – ob ihr nun seltene Pokémon jagt, Items sucht oder jemandem helfen wollt, das große Ziel ist meistens der nächste Battle. Für Hardcore-Sammler:innen und Komplettierer:innen bleibt damit genug zu tun, aber erzählerisch und mechanisch bietet sich nach wenigen Stunden wenig Überraschung. Allerdings merkt man, dass sich Nintendo etwas Mühe gibt, dass die Missionen etwas Abwechslung bekommen.
Das Fortschrittssystem um das Z-A Royale und die Trainer-Ränge ist stimmig und motivierend, aber auch klar an die klassischen Gym-Badge-Strukturen angelehnt – trotz allem Franchise-Experiment bleibt das Grundprinzip serientreu und ein bisschen absehbar. Erwartet also keine große Überraschungen in Sachen Story und Fortschritt.
Fazit: Coole Ideen, halbgares Drumherum – aber Pokémon bleibt Pokémon!
Pokémon Legenden Z-A ist ein motivierendes, spaßiges Abenteuer mit cooler neuer Kampfmechanik und reichhaltiger Monster-Auswahl, das gerade sammelhungrige Fans bei Laune hält. Es macht einfach von Grund auf Spaß – und das sollte bei euch haften bleiben. Dennoch gibt es Schattenseiten, die nicht wegzudiskutieren sind: Die technischen Schwächen, unscharfen Texturen und Leblosigkeit der Stadt trüben das große Ganze und machen deutlich, dass Game Freak zwar experimentierfreudig bleibt, aber visuell im Jahr 2025 anderen Genregrößen hinterherhinkt. Wer über die Grafik hinwegsehen kann und auf schnelle, neue Kämpfe, motivierende Fang-Action und die Nostalgie der Serie steht, bekommt ein gutes – zwar kein revolutionäres – Pokémon-Spiel. Gerade mit Kids oder im Freundeskreis macht das Fangen, Tüfteln und Kombinieren trotz Schwächen einfach Spaß! Mich hat das Sammelfieber jedenfalls wieder gepackt.
Erhältlich für: Nintendo Switch
Webseite: nintendo.com/de-de/Spiele/Nintendo-Switch-Spiele/Pokemon-Legenden-Z-A-2533423.html