Pokémon-Legenden: Z-A – Mega-Dimension ist genau die Art Erweiterung, bei der viel auf dem Spiel steht: Das Hauptspiel hat Kalos und Illumina City frisch und mutig neu gedacht, also muss der DLC mehr sein als nur ein paar zusätzliche Missionen und Kostüme.
Tatsächlich dockt Mega-Dimension ziemlich elegant am Ende der Hauptstory an, traut sich erzählerisch in eine andere Ebene – stolpert dabei aber stellenweise über eigene Ideen. Kommt mit, wenn euch diese neue Dimension interessiert.
Nichts für Voreilige
Der DLC schaltet seine Hauptinhalte erst nach Abschluss der Kampagne von Pokémon-Legenden: Z-A frei. Danach taucht Hoopa im Spiel auf und öffnet buchstäblich neue Dimensionen: Über Portale gelangt man in eine Parallelversion von Illumina City beziehungsweise „Hyperspace Lumiose“, eine verzerrte Spiegelstadt, die stark an die Ultradimensionen aus Sonne/Ultrasonne erinnert.
Innerhalb der bestehenden Open-World-Struktur fühlt sich das wie ein zusätzlicher, klar abgegrenzter Endgame-Bereich an: Es werden keine alten Routen erweitert, sondern eine eigene Hub-Schicht über das bekannte Illumina gelegt, in der neue Quests, Pokémon und Mega-Formen warten. Das ist sinnvoll, weil der DLC so weder den Fortschritt im Hauptspiel zerschießt noch Anfänger:innen überfordert – Mega-Dimension ist ganz bewusst Postgame-Futter.
Donuts, Hoopa und Hyperspace Lumiose
Kern des DLCs ist Hoopa und seine Fähigkeit, Portale zu anderen Dimensionen zu öffnen. Spieler:innen sammeln spezielle Donuts, die mit Beeren „gewürzt“ werden; je nach Kombination und Timer führt das zu unterschiedlichen Portalzielen. Dieses Donut-System dient als Gate für den Zugang nach Hyperspace Lumiose und in verschiedene Pocket-Dimensionen, in denen seltene Pokémon, Ressourcen oder Mega-Steine warten.
In Hyperspace Lumiose selbst geht es darum, gemeinsam mit dem neuen Team MZ rätselhafte Raumverzerrungen zu untersuchen, Hoopa besser zu verstehen und die Verbindung zwischen den Dimensionsrissen und der Sicherheit von Illumina City zu klären.
Dabei kommt es zu mehreren storylastigen Einsätzen, in denen Gespräche, Zwischensequenzen und Erkundung die Hauptrolle spielen, während klassische Fang- und Kampfaufgaben punktuell eingestreut sind.
Spielerisch ist dieses System zweischneidig: Einerseits ist es interessant, wie das Sammeln und „Zubereiten“ der Donuts als Ritual zum Dimensionsreisen eingesetzt wird; andererseits kann das ständige Wiederholen desselben Ablaufs nerven – Beeren suchen, Donut kochen, Timer abwarten, Portal betreten – und schnell als mühsam.
Neue Mega-Entwicklungen und das Z-Mega-Konzept
Namensgebend für den DLC sind die erweiterten Mega-Entwicklungen. Mega-Dimension führt mehrere neue Mega-Formen ein, die es zuvor nicht gab, etwa Mega Absol Z mit schwarzem Fell und roter Klaue, einen imposanten Mega Golurk mit violett-gelber Aura und zusätzliche Varianten für Fanlieblinge wie Raichu. Das Herzstück aus Systemsicht ist Mega Lucario Z, eine spezielle Z-Mega-Form, die nicht nur Angriffspower, sondern vor allem Beweglichkeit, Defensive und Präzision pusht.
Statt ausschließlich „größer, stärker, glänzender“ zu denken, spielt der DLC damit stärker mit Rollen und Build-Fantasien: Z-Mega-Formen verändern teilweise die Art, wie man ein Pokémon im Team einsetzt, und eröffnen neue strategische Linien, gerade im Endgame und kompetitiven Kontext.
Beruhig dich mal!
Viele dieser Mega-Pokémon begegnet man zunächst als Boss-Gegner in den Dimensions-Taschenwelten. Durch das Beruhige oder Besiegen erhält man ihre Mega-Steine; fangen lassen sich diese Exemplare meist nicht, dafür können entsprechende Arten im Anschluss normal im DLC-Gebiet oder der Hauptwelt gefangen und dann megaentwickelt werden.
Diese Kämpfe sind echte Highlights: Herausfordernde, aber faire Begegnungen mit eigenem Moveset und starker Inszenierung, bei denen Mega-Mechanik und Raumverzerrungen im Hintergrund zusammenwirken.
Umfang, Quests und Erzähltempo
Inhaltlich liefert Mega-Dimension eine eigene Storyline mit Team MZ, Hoopa, Hyperspace Lumiose und rund 130 neuen oder bisher in Z-A fehlenden Pokémon, inklusive zusätzlicher Megas. Dazu kommen kosmetische Extras wie die Holo-X- und Holo-Y-Outfits, die Trainer-Optik stärker an die ursprünglichen X/Y-Stile anlehnen.
Die Spielzeit hängt stark vom eigenen Engagement ab: Wer nur der Hauptquest im DLC folgt, ist in grob 8–12 Stunden durch; wer alle Portale, Mega-Bosskämpfe, neuen Pokémon und Nebenmissionen abgrast, kann deutlich länger beschäftigt sein. Als Endgame-Erweiterung ist das solide, ohne in die Größenordnung klassischer „zweiter Kampagnen“ vorzustoßen.
Fazit: Lohnenswerter Ausflug mit zähen Passagen
Unterm Strich ergänzt Pokémon-Legenden: Z-A – Mega-Dimension das Hauptspiel sinnvoll, indem es dessen Themen – Stadt, Dimensionen, Mega-Entwicklung – konsequent weiterdenkt. Die Idee eines verzerrten Illumina, in dem Hoopa als Scharnier zwischen Welten fungiert, passt hervorragend zur experimentelleren Legends-Ausrichtung und bietet ein atmosphärisch starkes Postgame-Szenario.
Die neuen Mega-Formen und das Z-Mega-Konzept sind spielmechanisch das spannendste Element des DLCs: Sie erweitern das Team-Building sinnvoll, ohne das Balancing völlig zu sprengen, und liefern einige der erinnerungswürdigsten Kämpfe der gesamten Z-A-Erfahrung. Dem gegenüber stehen ein repetitives Donut-/Portal-System und eine Storypräsentation, die mit zu vielen ähnlich gelagerten Zwischensequenzen den Spielfluss ausbremst.
Wer von Pokémon-Legenden: Z-A ohnehin schon begeistert war und Lust auf mehr Hoopa-Lore, neue Megas und zusätzliche Endgame-Herausforderungen hat, bekommt mit Mega-Dimension eine inhaltlich runde, wenn auch nicht perfekte Erweiterung.
Erhältlich für: Switch
Webseite: nintendo.com/de-de/DLC/Pokemon-Legenden-Z-A-Mega-Dimension-2964452.html