Vorab lässt sich schon verraten: Die Story wurde kaum abgeändert, Gameplay und einige Features sind aber neu! Fangen wir vorne an … Wieder Sinnoh-Region, wieder die Auswahl zwischen den schon bekannten Starter-Pokémon: Plinfa (Wasser), Chelast (Pflanze) und Panflam (Feuer), wieder Lucia, Lucius (oder natürlich ein selbstgewähltes Alias), Barry und Professor Eibe. Der erste optische Eindruck jedoch könnte trügen: Sieht man sich Bilder von Kampfsequenzen an, haben die Spielfiguren das gewohnte Alter (Jugend).
Im normalen Gameplay jedoch, während man durch die Gegenden von Sinnoh streift, sehen die Charaktere wirklich ungewohnt jung aus! Es scheint sich dabei aber (leider) nur um ein neues graphisches Design und keine spannende Story mit einem Sprung durch Raum und Zeit zu handeln; vor dem Hintergrund, dass die legendären Pokémon der Editionen – Dialga und Palkia – Zeit und Raum verkörpern keine ganz abwegige Überlegung…
Gewohnter Anfang
Als Spieler*in startet man in Zweiblattdorf und erkundet mit dem gewählten Starter-Pokémon von hier aus die gesamte Sinnoh-Region, die sich an der japanischen Region Hokkaido orientieren soll. Dabei fordern die Spieler*innen wieder acht Arenaleiter, die Top Vier und einen Champ heraus. Ebenso stehen neben wilden Pokémon wieder unzählige Trainerkämpfe und besondere Kampferlebnisse gegen den Rivalen Barry zur Verfügung, um das eigene Team zu trainieren.
Als Spieler (seit) der ersten Generation gibt es aber hinsichtlich der „Schwierigkeit“ wieder zu beklagen: Pokémon ist nicht mehr ganz das, was es mal war! Musste man in den älteren Generationen noch Zeit, Wille und einige Nerven investieren, um ein anständiges Team auf Level 100 zu bringen, indem man jedes Pokémon einzeln trainierte (bzw. eines mit dem Item EP-Teiler ausstatten konnte), so fällt der Effekt dieses Items nun automatisch allen im Team vorhandenen Pokémon zu – meines Erachtens ein Zeichen der Zeit, dass Geduld und Herzblut zur Mangelware werden und alles eben einfach und schnell gehen muss …
Praktischerweise wurde das generationsspezifische „Pokétch“ um die Fähigkeit erweitert, gelernte VMs einsetzen zu können, auch wenn das Pokémon mit der erlernten Attacke sich nicht aktuell im 6er-Aufgebot befindet. Ein schneller Wechsel des Teams wird aber auch gewährleistet: Der Zugriff zum PC im Poké-Center erfolgt immer und überall – in Sinnoh scheint es schon ein flächendeckendes 5G-Netz zu geben …
Passende Zusätze
Eine durchaus gelungene Erweiterung ist Nintendo im Untergrund – einem labyrinthartigen Schachtsystem unterhalb der eigentlichen Karte – gelungen. Neben der Möglichkeit hier eine Geheimbasis zu errichten und sich mit Freunden und sonstigen Spieler/innen aus der ganzen Welt zu treffen, wurde die „alte“ Untergrundkarte um Zonen erweitert, in denen wilde Pokémon herumlaufen: ein super Spot, um gegen durchaus starke Arten zu kämpfen und ggf. sein eigenes Team und den Pokédex aufzuwerten!
Fazit
Alles in allem handelt es sich um gelungene Remakes. Eine wahre Schlussfolgerung ist jedoch auch: Es hätte durchaus noch Luft nach oben gegeben – vorgemacht haben die Hersteller uns das in Pokémon Schild und Schwert, die in Umfang, Stil und Individualität der Charaktere deutlich mehr zu bieten hatten! Dennoch sowohl für blutige Anfänger, als auch für Fans der Reihe, die gerne zwischen Erinnerung und Neuem schwanken, empfehlenswert! Wer aber die Herausforderung sucht, dem empfehle ich den Griff ins eigene Regal, um die alten Generationen nochmal herauszukramen und nostalgisch zu werden!
PS: Wer einen Spielstand von Pokémon Let’s Go Pikachu oder Evoli sowie Schild oder Schwert auf der Nintendo Switch hat, dem empfehle ich eine Reise in die schöne Blumenstadt Flori. Man munkelt, legendäre Pokémon älterer Generationen hätten sich hier her verirrt!
Erhältlich für: Nintendo Switch
Website: nintendo.de/Diverses/Pokemon-Strahlender-Diamant-Pokemon-Leuchtende-Perle-2022419.html