Nach all den Tests zum Landwirtschaftssimulator, Bau Simulator oder Straßenmeisterei Simulator hatte ich meine Erwartungen an Police Simulator: Patrol Officers etwas nach unten geschraubt – da bin ich ehrlich. Dennoch sah das Spiel aus dem Hause Aesir Interactive und astragon durchaus anders aus als die restlichen Simulationsspielchen, die ich kenne. OB mich die Arbeit als Polizist vom Hocker gerissen und unterhalten hat, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.
Schlechte Vorbereitung
Zunächst einmal habe ich einen groben Fehler gemacht: Bevor ich Police Simulator: Patrol Officers getestet habe, kam ich von Spielen wie Saints Row und dem Goat Simulator. Also dem kompletten Gegenteil von dem, was Police Simulator: Patrol Officers ausmacht. Denn hier geht es nicht um Blödsinn, sondern um ernste Polizeiarbeit. Und das solltet ihr auch beherzigen. Wenn ihr das macht, werdet ihr durchaus euren Spaß mit diesem Spielchen haben.
Eine Sache direkt zu Beginn: Für eine Simulation sieht Police Simulator: Patrol Officers richtig schick aus. Die Charaktere und das Setting sind den Entwickler:innen wirklich gut gelungen – auch wenn es sich hier um eine kleine Produktion handelt. In Bewegung sieht das Ganze dann etwas stockender und manchmal sogar holzig aus, aber insgesamt Hut ab vor der Leistung. Die Gesichter sind dennoch oft gruselig und haben einen gewissen Uncanny-Valley-Charme. Dafür sticht jedoch die Vertonung positiv hervor. Hier wurde sich wirklich Mühe gegeben. Das findet man bei Simulationen nicht so oft, wie ich feststellen muss – schon gar nicht bei der deutschen Vertonung.
Charakter-Frage
In der Kampagne wählt ihr euch zunächst einen Avatar. Dabei hab ihr die Wahl aus einer Handvoll vorgegebener Figuren. Ich entscheide mich für einen dunkelhäutigen Officer, den ich so vor meinem geistigen Auge bereits in der Stadt umher marschieren sah. Der Job beginnt.
Um euch nicht gleich ins kalte Wasser zu werfen, beginnen wir als simpler Streifenpolizist. Zunächst müsst ihr eure Schicht wählen. Das ist übrigens eine interessante Idee: Zu Beginn ist die Auswahl stark eingegrenzt. Später hat diese Wahl einen entscheidenden Einfluss auf den Ablauf jeder Mission. Wie gesagt: Am Anfang verteilt ihr erst einmal fleißig Strafzettel für falsch geparkte Autos. Aber auch andere Vergehen wie Müllverschmutzung und eigennützigen Fußgänger:innen solltet ihr im Auge behalten.
Ausdehnende Unterhaltung
Vor jeder Schicht wählt ihr zudem, wie lange die Steife dauern soll. Dabei könnt ihr zwischen 10 und 90 Minuten wählen. Am Anfang empfehle ich euch aber zwischen 20 und 30 Minuten pro Schicht. So lernt ihr die wichtigsten Dinge, langweilt euch aber auch nicht, weil es zu lang geht. Der Einstieg war dann doch etwas verwirrend für mich. Eine Anzeige wies mich immer auf Fehlverhalten von Menschen hin. Doch diese ausfindig zu machen, war gar nicht leicht. Oft habe ich falsche Leute angesprochen oder ihnen sogar ein Bußgeld erteilt, gegen das sie sich nicht wehren konnten. Das Dumme: Police Simulator: Patrol Officers bestraft dieses Verhalten gnadenlos.
Ihr bekommt auf eurer Tour nämlich Punkte für richtig geahndete Vergehen und Verbrechen. Umgekehrt gibt es aber auch saftige Minuspunkte bei unverhältnismäßiger Behandlung. Habt ihr genügend positive Punkte gesammelt, könnt ihr neue Ausrüstung und Aufgaben freischalten. Sammelt ihr Negativ-Punkte kann euch im schlimmsten Fall sogar die Suspendierung bevorstehen. Also passt gut auf.
Alles gut im Griff
Von der Steuerung her gestaltet sich Police Simulator: Patrol Officers recht einfach, wenn man den Dreh mal raus hat. Schnell habe ich raus, wie ich durch die Stadt wandere, Leute grüße und fleißig Strafzettel verteile. Je mehr Schichten ich dann absolviert habe, desto mehr gibt es zu tun. Und an diesem Punkt muss ich Police Simulator: Patrol Officers ein Kompliment aussprechen.
Trotz der oft wiederholenden Aufgaben schafft es das Spiel, über einen langen Zeitraum frisch zu bleiben. Mal jage ich Parksünder, dann zücke ich die Radarpistole und später stelle ich Rüpel sogar mit meinem eigenen Streifenwagen – das macht Laune. Das Highlight sind allerdings die Unfälle. Dann müsst ihr einen kühlen Kopf bewahren: Fotos schießen, Leute in Sicherheit bringen und die Schäden analysieren. Hier war ich immer angenehm gefordert.
Über die Grafik habe ich bereits gesprochen. Aber im Verlauf der Kampagne kam es dann hier und da zu ungewollten Clipping-Fehlern, die allerdings ganz amüsant waren. Da drücke ich gerne mal ein Auge zu und belasse es bei einer mündlichen Verwarnung. Dem Spielspaß tat dies keinen Abbruch – womit wir schon beim Fazit angekommen sind.
Fazit
Police Simulator: Patrol Officers hat mich auf unterschiedliche Weise überrascht. Im Gegensatz zu anderen Simulationen, die ich in letzter Zeit gespielt habe, war dieses Werk anders – auf die positive Art. Ich hatte teilweise wirklich das Gefühl, dass ich hier das Gesetz vertreten muss. Meine anfänglichen Albernheiten habe ich schnell abgelegt und mich auf den Ernst des Jobs eines Polizisten konzentriert. Und damit hatte ich wirklich meinen Spaß. Police Simulator: Patrol Officers mag hier und da noch ungelenk wirken, aber insgesamt habt ihr hier eine sehr unterhaltsame Simulation vor euch. Wenn euch das Leben als Cop also interessiert, gibt es wohl kaum eine bessere Möglichkeit, um mal in den Beruf reinzuschnuppern. Viel Spaß dabei.
Erhältlich für: PC, Xbox, PS
Website: nacongaming.com/de-DE/video-spiele/simulation