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Potion Permit

Die Mischung macht’s – und das im doppelten Sinne: Bei diesem Spielchen könnt ihr entspannt erkunden und erforschen.

Was zum Teufel will der denn hier? So in etwa sind die Gedanken der Bewohner:innen von Mond-berg als sie euch das erste Mal sehen. Potion Permit wirft euch in einen ziemlich unfreundlichen Start eines eigentlich sehr erfreulichen Abenteuers. Die Köpfe des Studios und Publishers PQube vermischen das Gameplay aus Stardew Valley mit actionreichen Passagen aus Zelda oder eher Moonlighter. Wenn ihr bereits mit dieser Beschreibung was anfangen könnt, dann gebt Potion Permit eine Chance. Der Rest sollte unbedingt weiterlesen.

Formvollendeter Pixel-Charme

Das erste Lob geht an dieser Stelle an die liebevolle Grafik, in die sich Potion Permit hüllt. Das Spiel sieht charmant nostalgisch aus, hat aber schicke Animationen und Beleuchtungseffekte zu bieten, die es modern erscheinen lassen. An jeder Ecke spürt man die Liebe zum Detail. Das zeigt sich auch in den teils niedlichen Soundschnipseln, die euch überall begegnen. Den ein oder anderen Ton kennt ihr vielleicht aus älteren Spielchen und lässt euch schmunzeln – das war bei mir jedenfalls der Fall. Also aus grafischer Sicht ist Potion Permit bereits eine kleine Perle. Aber wie sieht es mit dem Rest aus?

In Potion Permit verkörpert ihr einen jungen Charakter, den ihr nach Lust und Laune gestalten dürft. Gemeinsam mit seinem Hund reist er nach Mondberg. Dort sollt ihr als Alchemie-Genie den Leute vor Ort helfen. Wie bereits angesprochen, wollen euch die Leute dort aber gar nicht wirklich haben. Das werdet ihr schnell merken. Dem zum Trotz geht es direkt zu eurem ersten Job: Bürgermeister Myer braucht höchstpersönlich eure Hilfe – und damit startet auch schon euer Tutorial.

Erforschen, Erkunden und Kämpfen

Darin lernt ihr die wichtigsten Standbeine von Potion Permit: Als Erstes sollt ihr den Menschen ja helfen. Das gelingt nur, wenn ihr ihnen die richtige Arznei gebt. Diese müsst ihr selbst brauen. Und dafür braucht es die richtigen Ingredienzen. Ihr seht schon – hier baut alles aufeinander auf. Bevor ihr aber nun auf die Suche nach den richtigen Zutaten seid, kommt ein Diagnosegespräch. Hier dürft ihr zum ersten Mal ein Minispielchen bestreiten. Hört genau zu, was die Patient:innen auf dem Herzen haben und stellt dann eure Diagnose. Dabei müsst ihr zum richtigen Zeitpunkt die korrekten Tasten drücken, was mich etwas an eine abgespeckte Version von Guitar Hero erinnert hat.

Habt ihr die Diagnose gestellt, geht es auf Erkundungstour. Rund um Mondberg könnt ihr allerhand Zutaten finden. Allerdings warten auch Monster auf euch. Daher solltet ihr etwas Geschick im Umgang mit Stock und Ausweichen haben. Im Verlauf des Spiels erlangt ihr bessere Ausrüstung, um auch dicke Brocken zu bekämpfen. Stets an eurer Seite: Euer vierbeiniger Begleiter. Mit diesem spürt ihr versteckte Zutaten oder Schätze auf und könnt ihn auch als Lastentier benutzen – sehr praktisch.

Häusle bauen

Und nach einem langen Tag geht es wieder zurück in eure … nun ja: Bruchbude trifft es ganz gut. Denn als Außenseiter bekommt ihr anfangs nur ein baufälliges Hüttchen zugewiesen. Doch keine Sorge: Dieses Haus könnt ihr Stück für Stück im Verlauf der Story ausbauen. Es motiviert ungemein, wenn euer Zuhause kontinuierlich schöner wird. Zusätzlich habt ihr beim Schreiner des Ortes auch die Möglichkeit die Klinik zu verbessern, in der ihr arbeitet. Das bietet neue Optionen bei den Tränken und den Heilungsmethoden.

Habt ihr einmal die Zutaten für eine Krankheit besorgt, geht es ans Brauen. Denn immerhin dreht sich in Potion Permit ja alles um „Potions“, als Tränke. Auch hier erwartet uns wieder ein Minispielchen. Diesmal erinnerte es mich etwas an Tetris, wenn ihr Substanzen auf einem vorgegebenen Muster anordnen müsst. Was anfangs noch recht schnell gelingt, wird später zur spaßigen Herausforderung. Sobald das Muster passt, habt ihr einen fertigen Trank, den ihr euren Patient:innen einflössen dürft.

Entspannung muss sein

Und wenn ihr abseits des Erkundens, Kämpfens und Erforschens mal ein Päuschen brauchen solltet, bietet euch Mondberg eine eigene Arcade-Halle. Darin warten ein gutes Dutzend Spielautomaten auf euch – die leider nur ein und dasselbe Spiel anbieten. Hier müsst ihr eure Reaktionen unter Beweis stellen und einem Maulwurf auf den Kopf hauen, sobald er aus einem der vier Löcher auftaucht. Kurzweilig und spaßig. Daneben dürft ihr auch in Angel-Wettbewerben gegen an-dere Dorfbewohner:innen antreten oder zum Nebenverdienst bei der Polizei arbeiten. All das entschleunigt das eh schon gemütliche Gameplay.

Was mir beim langen Spielen besonders gut gefiel, waren die Komfortfunktionen: Das Menü ist prima aufgeräumt und bequem mit dem Controller zu bedienen. Auch der tierische Begleiter passt gut zum Gameplay. Außerdem entfallen lange Laufwege aufgrund des sehr guten Reisesystems: An speziellen Punkten könnt ihr Marker aktivieren und anschließend jederzeit per Schnellreise dorthin teleportieren.

Fazit

Auch nach etlichen Stunden gelingt es Potion Permit mich aus dem Alltag zu reißen und zu entspannen. Der sanfte Grind nach Zutaten und Freundschaften, das Ausbauen eurer Klinik und Eigenheims, die Minispielchen und die nette Story haben mich in ihren Bann gezogen. Hinzu kommt der charmante Pixel-Look, auf den ich einfach stehe. Potion Permit hat hier und da zwar mit ein paar kleinen Bugs zu kämpfen, die aber völlig in Ordnung gehen. Für mich bietet das Spiel daher eine willkommene Entspannung nach einem stressigen Arbeitstag. Wenn ihr auch auf der Suche nach einem mentalen Ausgleich seid, heißt euch Potion Permit samt Mondberg herzlich Willkommen. Meine Empfehlung gibt es jedenfalls!

Erhältlich für: PC, Xbox, PS, Switch
Website: pqube.co.uk/potion-permit