Mit Quantum Threshold liefert das finnische Studio Vaki Games einen VR-Shooter, der sich gleich mehrfach von der Masse abhebt: Nicht nur das postapokalyptische Cyberpunk-Setting und das Roguelike-Prinzip sorgen für frischen Wind, sondern vor allem der inklusive Ansatz, das Spiel vollständig als „seated VR“-Erlebnis zu gestalten. Das Ergebnis ist ein fordernder, atmosphärisch dichter Shooter, der in Sachen Zugänglichkeit und Gameplay neue Akzente setzt.
Barrierefreiheit als Superkraft
Im Mittelpunkt von Quantum Threshold steht ein Protagonist im Rollstuhl – doch statt Einschränkung wird Mobilität hier zur Stärke. Das Spiel wurde gezielt für das Spielen im Sitzen entwickelt und ist so für ein breites Publikum, einschließlich Menschen mit eingeschränkter Mobilität, vollwertig zugänglich.
Die Steuerung ist flexibel, wahlweise mit Daumenstick oder klassisch per VR-Handtracking, und die Spielfigur ist kein Opfer, sondern ein entschlossener Überlebender, der sich mit seinem „Battlestation“-Rollstuhl durch von KI-Kreaturen überrannte Level kämpft. Ganz schön cool!
Jeder Run ein neues Abenteuer
Kern des Spiels ist das Roguelike-Prinzip: Jeder Durchlauf beginnt in einer zerstörten Cyberpunk-Welt, in der ihr euch durch zufällig generierte Level voller „Techno Wraiths“ – fieser, KI-gesteuerter Roboter und Mutanten – kämpft. Die Gegner sind aggressiv und variieren in jedem Run, sodass kein Durchgang dem anderen gleicht.
Nach jedem Scheitern - und das wird irgendwann passieren - kehrt ihr ins Hub zurück, investiert gesammelte Ressourcen in Upgrades für Waffen, Rüstung oder euren Rollstuhl und wagt euch erneut in die Schlacht. Mit jedem Versuch schaltet ihr neue Ausrüstung, Waffenhalterungen und sogar fiese Spikes für euren Rollstuhl frei, was die Motivation hochhält.
Gunplay und Herausforderung
Das Gunplay ist wuchtig und auf Arcade-Action getrimmt: Waffen fühlen sich dank Trefferfeedback und Dismemberment-Effekten befriedigend an, und die Ballistik kann je nach Wunsch realistisch oder arcadig eingestellt werden. Persönlich empfand ich das arcadige Setup besser, da es mich an coole Spielhallen von damals erinnerte. Ein schönes Gefühl.
Die Steuerung verlangt ein gutes Timing, denn ihr müsst ständig zwischen Bewegung und Schießen wechseln – eine Herausforderung, die gerade in hektischen Situationen für ordentlich Adrenalin sorgt. Und dann noch das: Die Bosskämpfe sind fordernd, und das Spiel macht keinen Hehl daraus, dass es anspruchsvoll ist. Die Lernkurve ist steil, und wer weiterkommen will, muss die Eigenheiten der Gegner und die Möglichkeiten des Battle-Rigs geschickt nutzen.
Düsterer Look, der gut ankommt
Visuell setzt Quantum Threshold auf einen stimmungsvollen Cyberpunk-Look mit düsteren Farben, Neonlichtern und bedrohlichen Kulissen. Die Level sind abwechslungsreich gestaltet, auch wenn sie in erster Linie als Arenen für die Kämpfe dienen. Aber insgesamt zeichnet sich hier ein durchgestyltes, futuristisches Setting ab.
Die Soundkulisse ist druckvoll und unterstützt die dichte Atmosphäre, während die Gegnerdesigns – von Roboter-Spinnen bis zu virusverseuchten Bossen – für ausreichend Abwechslung sorgen. Alles in allem eine runde Sache.
Stärken und Schwächen
Die größte Stärke von Quantum Threshold ist der inklusive Ansatz: Das Spiel beweist, dass Barrierefreiheit und intensive Action kein Widerspruch sein müssen. Die flexible Steuerung, das motivierende Roguelike-Prinzip und das knackige Gunplay machen den Shooter zu einem echten Erlebnis für VR-Fans, die Wert auf Herausforderung legen.
Allerdings hat das Spiel auch kleinere Schwächen: Die Bewegung im Rollstuhl ist zwar innovativ, kann aber gerade zu Beginn etwas hakelig wirken und erfordert Eingewöhnung[5]. Die Balance zwischen Bewegung und Kampf fühlt sich manchmal unnötig kompliziert an, was gerade in brenzligen Situationen frustrieren kann. Zudem sind die Level zwar stimmungsvoll, aber eher Kulisse als wirklich interaktive Spielwelt. Einigen Spielern fällt zudem auf, dass die Proportionen im Spiel nicht immer ganz stimmen – etwa wenn Türgriffe auf Augenhöhe erscheinen. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau.
Fazit: Mutiger VR-Shooter mit Herz und Anspruch
Quantum Threshold ist ein mutiger Schritt - kann man das überhaupt so sagen?! - für das VR-Genre: Der Shooter verbindet anspruchsvolles Roguelike-Gameplay mit einem inklusiven Ansatz, der neue Zielgruppen erschließt und Barrierefreiheit als Stärke inszeniert. Wer sich auf die ungewöhnliche Steuerung und die fordernden Kämpfe einlässt, bekommt ein atmosphärisch dichtes, motivierendes VR-Erlebnis, das insbesondere auf der Meta Quest 3 technisch sauber läuft. Für alle, die nach Innovation und Herausforderung in VR suchen – und ein Zeichen für mehr Inklusion im Gaming setzen wollen – ist Quantum Threshold eine klare Empfehlung.
Erhältlich für: Meta Quest
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