Eine Frage beantworte ich mal gleich zu Beginn: Muss man den ersten Teil gespielt haben, um diesen hier zu mögen? Eindeutig: Nein! Warum ich das so gut beurteilen kann? Weil ich den ersten Teil nie gespielt habe und dennoch hier meinen Spaß hatte. Ohne jegliches Vorwissen bin ich also an „Q.U.B.E. 2“ herangegangen – was mit vielleicht etwas den Sinn der Story verschleiert hat. Aber diese ist sowieso nur Mittel zum Zweck: Im Zentrum des futuristischen Ausflugs stehen nämlich die cleveren Rätsel.
Quadratisch, praktisch, fordernd (aber erst später)
In der Rolle von Amelia lande ich irgendwie in einem riesigen Würfel – oder zumindest in etwas, das aus Würfeln zusammengesetzt ist. Fast könnte man meinen, dass hier jemand „Minecraft“ in die Realität gebeamt hat. Doch grafisch ist dieser Titel um Welten besser als „Minecraft“ und hat natürlich außer den Würfeln rein gar nichts mit dem Gameplay zu tun. Das eigentliche Spielchen kommt da eher dem wunderbaren Rätsel-Abenteuer „Portal“ recht nahe. Nur habt ihr hier keine Kanone, die Portale verschießen kann, sondern zwei Handschuhe an, die bestimmte Blöcke manipulieren können – und damit lassen sich recht kreative Gehirn-Jogging-Strecken kreieren, wie die Macher von Toxic Games beweisen. Das Sci-Fi-Setting und die stimmungsvolle Musik passen hervorragend zu den immer anspruchsvoller werdenden Rätseln. Das Schöne daran: Sehr langsam werdet ihr von Raum zu Raum an die unterschiedlichen Arten von Rätseln herangeführt, die ihr aus der Ego-Perspektive absolviert. Stück für Stück setzen die Entwickler noch einen Baustein obendrauf, so dass ihr euch später wundern werdet, wie gut ihr komplexe Puzzles später im Verlauf des Spiels lösen werdet – Mann, fühlt sich das gut an.
Kein Kuchen, aber trotzdem lecker
Die Screenshots haben mir dabei immer ein falsches Bild der Spielmechanik vermittelt – auch Trailer konnten mich nicht so richtig an Bord holen. Sah mir alles viel zu kompliziert aus. Aber das ist es in keinem Fall: Die Rätsel sind immer fair aufgebaut, verlangen manchmal aber auch, dass ihr um die Ecke denkt und alles einsetzt, was ihr erlernt habt. In jedem Raum stehen immer nur sehr wenige Objekte zur Verfügung, mit denen ihr interagieren könnt. So sind graue, extra gekennzeichnete Felder dazu da, sie mit eurem Handschuh umzuwandeln. Gebt ihr die „blaue“ Kraft auf dieses Feld, stößt es alles ab, was darauf landet – so habt ihr im Handumdrehen ein Trampolin gebastelt. Die „grüne“ Kraft hingegen erzeugt Blöcke, auf denen ihr stehen könnt oder die sich durch die Kombination mit der blauen Kraft herumschießen lassen. Nach zwei Drittel des Spiels habt ihr dann vier unterschiedliche Kräfte, die ihr geschickt kombinieren müsst, um hinter die merkwürdigen Vorkommnisse des riesigen Würfels zu kommen.
Fazit
Ob ihr nur mal schnell ein, zwei Räume erledigen wollt, um euer Gehirn auf Touren zu bringen oder gleich einen Puzzle-Marathon anstrebt – „Q.U.B.E. 2“ bietet für jeden Rätselfreund eine willkommene Abwechslung für den Alltag. Die Story und das Game-Design kommen zwar nicht ganz an „Portal“ heran – sind aber verdammt nahe dran. Zudem hat mich das Spiel äußerst neugierig auf den ersten Teil gemacht, den ich sicherlich demnächst angehen werde. Von mir gibt es an dieser Stelle meine absolute Empfehlung, wenn ihr nur im entferntesten auf Knobelspiele steht.
Erhältlich für: Xbox One, PS4, PC
Website: toxicgames.co.uk/qube2