Wenn ich den Namen Double Fine Studios höre, dann muss ich unweigerlich an verrückte Spiele denken, die einfach alles bisher gewohnte auf den Kopf stellen. Viele meist nicht sonderlich bekannte Spielperlen wie "Headlanders", "Costume Quest" oder "The Cave" sorgten bei mir für lange anhaltenden Spielspaß. Nun also landet "RAD" auf dem Markt und tritt vorbildlich in die verrückten Fußstapfen.
Good Old Times!
"RAD" ist grundsätzlich mal ein Hack'n Slay mit prozedural generierten Levels – eingetaucht in den irren Look der 80er-Jahre. Die Welt, in der sich alles abspielt ist nicht nur einmal, sondern gleich doppelt untergegangen. Wir erleben hier also den kümmerlichen Rest einer menschlichen Zivilisation, die zwei Apokalypsen hinter sich hat.
Als "Freiwilliger" schlüpfe ich in die Rolle eines mutigen jungen Teenies, der sich zum Wohle seiner Mitmenschen auf in die Wildnis macht. Bevor es zum eigentlichen Gameplay geht, muss ich die Spielwelt in den korrekten Kontext setzen. Denn alles hier dreht sich um den Stil der 1980er-Jahre – angefangen vom Soundtrack über das Artwork bis hin zu den Items.
So wird die allgemeine Währung durch Kassetten dargestellt, besonders mächtige Schlüssel zum Öffnen von versteckten Truhen durch Floppy-Discs und farblich ist alles streng an die Optik von Actionfilmen aus dem letzten Jahrhundert angelehnt.
Schöner Schwung
Spielerisch schlage ich mich aus einer Draufsicht im wahrsten Sinne durch zufällig generierte Missionen. Denn meine einzige Ausrüstung ist ein Baselballschläger. Gegner, die ich unterwegs treffe, werden mit ein paar Knopfdrücken ins Jenseits geprügelt. Macht jedenfalls Spaß.
Viel besser wird es allerdings, wenn ihr im Level aufsteigt bzw. interessante Mutationen findet: Da euer Körper nämlich an die verseuchte Umgebung angepasst wurde – ein Geschenk des Dorfältesten – könnt ihr mit verschiedenen Substanzen euren Körper verändern. So erhaltet ihr beispielsweise einen Arm, der Feuerbälle spuckt, bekommt die flinken Beine einer Echse oder erhaltet eine Art zweiten Kopf.
Wie gesagt: Verrückt ist "RAD" jedenfalls. Vom Ablauf her grüßt fast täglich das Murmeltier: In jedem Abschnitt müsst ihr eine bestimmte Anzahl von Statuen aktivieren, bis sich ein Tempeleingang öffnet. Dort wartet dann ein Bossgegner, der euch vor eine besondere Herausfoderung stellt.
Insgesamt gibt es sechs unterschiedliche Welten, die jeweils in diverse Zwischenwelten unterteilt sind. Alles, was sich im Laufe des Spiels ändert, sind die Gegner und Umgebungen. Abwechlsung erhaltet ihr nur in Form von zufälligen Mutationen, die das Gameplay meist erheblich beeinflussen.
Die Mutationen behaltet ihr bis zu eurem Ableben. Denn sobald ihr sterbt, müsst ihr wieder von vorne anfangen – typisch Rogue-Like eben. Allerdings könnt ihr dabei immer wieder auf bereits entdeckte Mutationen zurückgreifen. Dadurch stellt sich also ein stetiger Fortschritt ein.
Fazit
"RAD" ist eine ganz lustige Angelegenheit, die immer wieder für einen Lauf gut ist. Für lange, ausufernde Spieleabende ist der Titel jedoch weniger geeignet. Dafür ist das Missionsdesign zu eintönig und die Aufgaben wiederholen sich recht schnell. Der Zufallsfaktor sorgt immer wieder für frischen Wind, man weiß aber nach einer Weile, was auf einen zukommt.
An Werke wie "Costume Quest" oder "Headlanders" kommt "RAD" damit nicht ganz ran. Dennoch würde ich das Spiel jedem empfehlen, der ein Spiel für Zwischendurch sucht und auf den abgefahrenen Humor von Double Fine steht.
Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC, Switch
Website: doublefine.com